Schluss mit Smartphone am Steuer: Handy-Blitzer soll kommen

Handy-Blitzer könnten bald bundesweit zum Einsatz kommen. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger will die Überwachung von Autofahrern mit sogenannten Monocams ermöglichen.

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Symbolbild | Foto: Pixabay

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Region. Bereits im Januar hatte regionalHeute.de über die Debatte auf dem 64. Deutschen Verkehrsgerichtstag in Goslar berichtet – nun zeichnet sich die tatsächliche Umsetzung ab. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will sich für eine bundesweite Einführung sogenannter „Handy-Blitzer“ starkmachen, berichtet unter anderem der ADAC.



Mehr als tausend Unfälle passierten jedes Jahr durch elektronische Geräte am Steuer mit steigender Tendenz, was eindeutig zu viel sei, betonte der Minister. Innovative Kamerasysteme sollen künftig helfen, derartige Verstöße konsequenter zu ahnden und die Verkehrssicherheit spürbar zu steigern.

Bundeseinheitliche Regelung nach Vorbild Rheinland-Pfalz


Bislang lief der Einsatz der sogenannten Monocams lediglich in Rheinland-Pfalz, wo sich die Technologie laut Ministerium in der Praxis bereits sehr bewährt hat. Um das Verfahren nun flächendeckend einzusetzen, braucht es eine bundeseinheitliche Regelung im Straßenverkehrsgesetz, für die sich Bilger auch auf Wunsch der Länder einsetzen will. Ein konkreter Zeitplan für den deutschlandweiten Start steht laut ADAC allerdings noch nicht fest.

Künstliche Intelligenz und menschliche Nachkontrolle


Im Gegensatz zu klassischen Blitzern messen Monocams weder Geschwindigkeit noch Abstand. Die hochauflösende Kamera wird schräg nach unten gerichtet an einer Autobahnbrücke montiert, blickt mobil sowie wetterunabhängig durch die Frontscheibe und sucht per künstlicher Intelligenz gezielt nach typischen Mobiltelefon-Formen sowie der passenden Handhaltung. Erst wenn beide Kriterien erfüllt sind, löst das System aus, woraufhin geschulte Polizeibeamte jedes Bild manuell auswerten, um Verwechslungen mit harmlosen Gegenständen auszuschließen.

Strafen von Bußgeld bis Fahrverbot


Wer am Steuer beim Griff zum Telefon ertappt wird, muss mit 100 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen, wobei die Strafe bei einer Gefährdung oder einem Unfall auf bis zu 200 Euro, zwei Punkte sowie einen Monat Fahrverbot ansteigt. Das Telefonieren über Freisprechanlagen, Headsets oder fest verbaute Bordsysteme bleibt weiterhin erlaubt, solange das Mobiltelefon selbst während der Fahrt weder aufgenommen noch in der Hand gehalten wird.

ADAC pocht auf strikten Datenschutz


Der ADAC befürwortet die Technologie grundsätzlich, um das Bewusstsein für die lebensgefährliche Ablenkung zu schärfen. Allerdings fordert der Verkehrsclub für den regulären Betrieb eine klare gesetzliche Grundlage, einheitliche Vorgaben in allen Bundesländern und strenge Datenschutzstandards, damit unbescholtene Verkehrsteilnehmer keinesfalls grundlos erfasst oder gespeichert werden.