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KiTa-Leiterin unter Untreueverdacht - Stadt Seesen in Aufruhr

von Marvin König


Symbolbild
Schwere Vorwürfe gegen eine KiTa-Leiterin und ehemalige CDU-Vorsitzende: Hat sie über mehrere Jahre Gelder in sechsstelliger Höhe veruntreut? Symbolfoto: Pixabay Foto: Pixabay

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28.11.2019

Seesen. Der ehemaligen Leiterin der DRK-Kita Münchehof wird vorgeworfen, zwischen den Jahren 2014 und 2018 bis zu 300.000 Euro veruntreut zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Beschuldigte hierfür eigens ein privates Konto zum Zweck widerrechtlicher Überweisungen vom Konto der KiTa eröffnet haben.


Auch gegen Bürgermeister Erik Homann werde wegen Strafvereitelung ermittelt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, diene dies der Aufklärung der Frage, ob und zu welchem Zeitpunkt der Bürgermeister selbst hätte Anzeige erstatten müssen. Besondere politische Brisanz erfahre dieser Fall, da die beschuldigte KiTa-Leiterin bis vor Kurzem Vorsitzende der CDU-Fraktion in Seesen war und im Verwaltungsausschuss saß. Laut einer Stellungnahme der Stadt Seesen habe ein SPD-Ratsherr einen großen Anteil an der Aufklärung der Tat gehabt. Der interne Prüfbericht der KiTa sei ihm von einem Unbekannten zugespielt worden. Der Ratsherr habe diesen dann der Staatsanwaltschaft zukommen lassen. Gegen den Unbekannten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses. Vier Mitarbeiter des Rathauses seien bereits zu den laufenden Verfahren vernommen worden.

Stadt hatte kaum Einblick auf KiTa-Konten


Vor wenigen Monatenseien dem Rechnungsprüfer der Stadt dann Unstimmigkeiten im vierstelligen Bereich aufgefallen. Diese seien jedoch bei solch einer Prüfung durchaus üblich, wie die Stadt Seesen betont.Der Rechnungsprüferhabe daraufhin unverzüglich den Träger der Einrichtung (das DRK) informiert, zur Aufklärung aufgefordert und weitere Maßnahmen ergriffen. Zu diesem Zeitpunktermittelte die Staatsanwaltschaft bereits. Da es sich bei der KiTa nicht um eine städtische, sondern um eine von einem Verein geführte Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes handele, habe die Stadt keinen Einblick auf alle Konten der KiTa gehabt.

Der Rechnungsprüfer überprüfenach Auskunft der Stadtlediglich, ob die Betriebskosten ähnlich hoch seien wie die in städtischen Einrichtungen. Die Stadt Seesen sei finanziell erst mit eingebunden, wenn die KiTa ihre Betriebskosten nicht durch eigene Einnahmen oder Zuschüsse decken könne. Voraussetzung dafür sei, dass die Kosten der DRK-KiTa sich ineinem ähnlichen Rahmen bewegen wüden wie die Kosten städtischer Einrichtungen. Die Haushaltshoheit über die KiTa habe jedoch das DRK. Dieumfangreiche Überprüfung der Ausgaben und Einnahmen der Kindertagesstätte obliege daher dem Deutschen Roten Kreuz undsei nicht Aufgabe des städtischen Rechnungsprüfungsamtes.



Handeln nach dem Schock:Rathaus reagiert


Die Stadtverwaltungzeigt sich über die Höhe der veruntreuten Gelder schockiert und hat aufgrund der Brisanz eine interne Sonder-Ermittlungs-Gruppe gegründet, die den zuständigen Fachbereich und die Staatsanwaltschaft bei der Aufklärung unterstützen solle. Für die zu ergreifenden Maßnahmen wurden fünf Punkte festgelegt, an welchen sich das weitere Vorgehen orientieren werde. Diese lauten:




  • Erhaltung der Kinderbetreuung zum Wohle der Eltern und Kinder in Münchehof

  • Einsatz einer Sonderermittlungsgruppe zur konsequenten Aufklärung des Sachverhalts in der DRK-KiTa

  • Maximale Transparenz der Vorgänge

  • Interne Abläufe und Strukturen prüfen: Entwicklung einer Rechnungsprüfungsordnung sowie – vor dem Hintergrund des bevorstehenden Ruhestands des Rechnungsprüfers – eine personelle Neuaufstellung des Amtes

  • Regressansprüche der Stadt überprüfen und schonungslos geltend machen


Bekommt die KiTa einen neuen Träger?


Absolute Prioritäthabe jetzt die detaillierte Überprüfung der Zahlen, Daten und Fakten. Die Stadt kooperiere in diesem Zusammenhang eng mit dem DRK Ortsverein Münchehof sowie dem Kreisverband. „Die Stadt darf nicht auf dem Schaden sitzen bleiben. Gleichzeitig möchten wir die ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht alleine lassen und werden gemeinsam mit dem DRK strikt gegen Kriminalität vorgehen“, erklärt Bürgermeister Erik Homann. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse müsse auch über einen neuen Träger für den Kindergarten nachgedacht werden.




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