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Großalarm an IGS - "Einsatzkräfte haben tollen Job gemacht"



Wolfenbüttel

Großalarm an IGS - "Einsatzkräfte haben tollen Job gemacht"


Die DRK-Kräfte Kai Schwarz  und Melanie Niestrop mit Schulsanitätern der IGS Wallstraße. Foto: DRK
Die DRK-Kräfte Kai Schwarz und Melanie Niestrop mit Schulsanitätern der IGS Wallstraße. Foto: DRK

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Wolfenbüttel. Alarm herrschte am vergangenen Mittwoch an der IGS Wallstraße in Wolfenbüttel. 15 Kinder der fünften Klassenstufe klagten während des Unterrichts plötzlich über Atemnot und Hautausschlag, Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot vor Ort.



Dazu zählten laut Lennart Horny, der als organisatorischer Leiter des Rettungsdienstes vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Wolfenbüttel vor Ort im Einsatz war, "sechs Rettungswagen, ein Notarzt, ein leitender Notarzt aus Braunschweig, der organisatorische Leiter des DRK-Rettungsdienstes Braunschweig sowie die ehrenamtlichen DRK-Kräfte der Schnelleinsatzgruppe (SEG) mit mindestens einem Fahrzeug."

Horny zufolge haben sich seine Kollegen und er gegen zwölf Uhr im Sanitätsraum um zwei Schüler gekümmert. Nach und nach seien immer mehr Kinder eingetroffen. "Wir haben die Patientinnen und Patienten dann gesichtigt, der Notarzt hat jeweils die Schwere der Verletzung festgestellt und ihnen dementsprechend Kategorie-Karten angehängt. Manche von ihnen haben wir auch mit Sauerstoff versorgt. Glücklicherweise ging es niemandem richtig schlecht", erläuterte der Einsatzleiter.


Dennoch sollten die Kinder zur Überprüfung in ein Krankenhaus kommen. Aufgrund des Fehlens einer Kinderklinik in Wolfenbüttel fragte die Leitstelle im Braunschweiger Klinikum Hollwedestraße an. Da dort die benötigten 15 Plätze verfügbar waren, brachten die Einsatzkräfte die Hilfsbedürftigen mit dem Rettungswagen nach Braunschweig. "Zuerst fuhren wir diejenigen weg, denen es am schlechtesten ging", so Horny. Nachdem sich bereits zwölf Kinder auf dem Weg in die Klinik befunden hatten, hielt der Rettungsdienst eine 10 bis 15-minütige Besprechung ab. "Etwas später trafen nochmal drei Kinder bei uns im Behandlungsraum ein, sodass wir weitere Rettungswagen anfordern mussten", gab Horny bekannt.

Einsatzkräfte haben gut gearbeitet


Viel Arbeit kam auch auf die Schulsänitäter zu. Dabei handelt es sich um eine zwölfköpfige Schülergruppe, die das DRK schult. Diese hatte erst am Samstag zuvor eine Erste-Hilfe-Ausbildung durch die Ausbildungsbeaufragte des DRK-Kreisverbandes Wolfenbüttel, Melanie Niestrop, sowie eine Rettungswagen (RTW)-Schulung vom ehemaligen Rettungsdienstler Kai Schwarz bekommen. Dieses Wissen kam für die Schützlinge von Lehrerin Tanja Gerlach genau zur richtigen Zeit. "Meine Sanis haben das toll gemacht", war Gerlach erfreut. "Ein paar von ihnen waren draußen auf dem Schulhof, die anderen im Gebäude. Sie haben die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten, den hilfsbedürftigen Schülerinnen und Schülern Warnwesten angezogen und den Schülerstrom geleitet." Horny fügte hinzu: "Auch haben sie die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler betreut und ihnen gut zugeredet, was gerade bei Kindern wichtig ist." Einige von ihnen bekamen angesichts der Vorfälle nämlich Angst und fingen an zu weinen. Nachdem den ersten Kindern schlecht geworden war, habe der zuständige Lehrer den Schulsanitätsdienst informiert, teilte Horny mit. Daraufhin seien viele Kinder in den Erste-Hilfe-Raum gestürmt, so Gerlach weiter. Dort wurden sie von den Sanis betreut, und in Rücksprache mit den Lehrern sei dann der Rettungsdienst angerufen worden.


"Wenn ich es richtig mitbekommen habe, haben meine Sanis auch dem Notarzt assistiert. Der hat ihnen ein dickes Lob verteilt", zeigte sich die Lehrerin stolz auf ihre Helferinnen und Helfer, die ihre Arbeit erst seit November 2015 verrichten. "Es ist schön zu sehen, dass wir gut ausbilden", war auch Niestrop erfreut. Während des gesamten Einsatzes wurde die Schule vorübergehend abgeriegelt. Die Feuerwehr sicherte das Innere des Gebäudes ab, um ein mögliches Austreten von Gasen zu überprüfen. Dieser Verdacht bestätigte sich jedoch nicht. Auch gab es kurz darauf Entwarnung: 13 der 15 betroffenen Kinder wurden nach einer Untersuchung im Klinikum Holwedestraße bereits am frühen Nachmittag wieder entlassen, die anderen zwei einen Tag später. "Wir haben die Ruhe bewahrt und alles gut koordiniert", zeigte sich Horny zufrieden.

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