Grüner Wasserstoff: Salzgitter AG schließt Vertrag mit EWE

Dies sei ein wichtiges Signal für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft und die Dekarbonisierung der Industrie.

Bild von der Vertragsunterzeichnung in Berlin: Gitta Connemann (Parlamentarische Staatssekretärin), Stefan Dohler (CEO EWE AG), Gunnar Groebler (CEO Salzgitter AG) und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (v. li.).
Bild von der Vertragsunterzeichnung in Berlin: Gitta Connemann (Parlamentarische Staatssekretärin), Stefan Dohler (CEO EWE AG), Gunnar Groebler (CEO Salzgitter AG) und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (v. li.). | Foto: Gerd Markert Fotografie

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Berlin. Es sei ein Meilenstein auf dem Weg in eine funktionierende Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Der Energiedienstleister EWE und die Salzgitter Flachstahl GmbH, ein Tochterunternehmen der Salzgitter AG, haben eine langfristige Vereinbarung über die Lieferung von grünem Wasserstoff geschlossen. Die Vertragsunterzeichnung fand am heutigen Dienstag in der EWE-Repräsentanz in Berlin statt. Das berichten die Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung.



Anwesend waren auch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Gitta Connemann sowie Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies.

Erster Großvertrag für grünen Wasserstoff


Es sei der erste Großabnahmevertrag für Wasserstoff aus der 320-Megawatt-Erzeugungsanlage, die EWE derzeit in Emden errichtet, und auch der erste Großvertrag der Salzgitter AG mit einem Wasserstoff-Lieferanten. Vorgesehen ist ab 2030 eine Lieferung von jährlich rund 10.000 Tonnen über das Wasserstoff-Kernnetz.

Mit dem Vertrag, der zunächst eine Laufzeit von sieben Jahren besitzt, werde ein wesentlicher Teil der ersten Ausbaustufe der Anlage in Emden vermarktet und rund 6,5 Prozent des Wasserstoffbedarfs von SALCOS gedeckt. Weitere Liefermengen von EWE stehen damit grundsätzlich auch für zusätzliche industrielle Partnerschaften zur Verfügung.

Reduzierung der CO2-Emissionen


Der grüne Wasserstoff aus Emden soll im SALCOS-Programm – Salzgitter Low CO2 Steelmaking – der Salzgitter AG eingesetzt werden. Dort kann mit dem Einsatz von Erdgas in einer Direktreduktionsanlage bereits eine Reduzierung der CO2-Emissionen von 60 Prozent im Vergleich zur Hochofenroute mit Kohle und Koks erreicht werden. Das langfristige Ziel der Salzgitter AG bleibt aber eine nahezu klimaneutrale Produktion von Stahl, die nur über die Verwendung von grünem Wasserstoff erreicht werden kann.

Statt CO2 entsteht dabei Wasser. Insgesamt können in der Direktreduktionsanlage des SALCOS-Programms bis zu 150.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr eingesetzt werden. Rund 9.000 Tonnen davon wird die Salzgitter AG in einer 100-MW-Elektrolyseanlage auf dem eigenen Hüttengelände selbst herstellen.

"Dringend weitere Maßnahmen"


Für einen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland bedürfe es aber weiterer Bemühungen. Es müssten dringend weitere Maßnahmen umgesetzt werden, um erneuerbaren Wasserstoff zu einem international wettbewerbsfähigen Energieträger zu machen. Dazu zählt beispielsweise eine frühzeitige und verlässliche Verlängerung der Strompreiskompensation für Elektrolyseure sowie eine vorgezogene Überarbeitung der Grünstromkriterien für erneuerbaren Wasserstoff, heißt es in der Pressemitteilung.

Mit dem Liefervertrag gingen beide Unternehmen aber jetzt schon eine langfristige wirtschaftliche Verpflichtung auf Erzeuger- und Abnehmerseite ein. Für den Industriestandort Niedersachsen sei dies ein starkes Signal: Die Industrie übernehme Verantwortung und schließe belastbare Vereinbarungen, noch bevor der Markt für grünen Wasserstoff vollständig etabliert ist.