Region. Am gestrigen Mittwoch hatte die Niedersächsische Landesregierung ihren "Masterplan Wasser" vorgestellt. Laut übereinstimmenden Medienberichten, die sich auf die dpa berufen, soll Umweltminister Christian Meyer (Bündnis 90 / Die Grünen) in diesem Rahmen darauf hingewiesen haben, dass die Grundwasserstände im Land vielerorts extrem niedrig sind.
Demnach sei der Grundwasserstand derzeit an rund der Hälfte der 161 Messstellen im Land als "sehr niedrig" eingestuft. An 13 Messstellen würden die bisher tiefsten je gemessenen Werte registriert. Doch wie sieht es in unserer Region aus?
Die Werte in der Region
Laut aktuellen Daten des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) liegen von den 16 Messstellen in unserem Berichtsgebiet sechs im sehr niedrigen Bereich. Das heißt, der aktuelle Tageswert ist geringer als 15 Prozent der Mittelwerte des jeweiligen Monats im Referenzzeitraum. Dies gilt für die Messstellen Mahrenholz, Zasenbeck, Kästorf (alle Landkreis Gifhorn), Neubrück (Landkreis Peine), Wendhausen (Landkreis Helmstedt) und Groß Mahner (Salzgitter).
An einer Station, Dörnten im Landkreis Goslar, ist sogar der bisher bekannte Niedrigstwert unterschritten. Vier weitere Messstellen liegen im niedrigen Bereich. Das heißt, der aktuelle Tageswert ist geringer als 25 Prozent der Mittelwerte des jeweiligen Monats im Referenzzeitraum. Dies gilt für Vollbüttel und Eischott im Landkreis Gifhorn, Sonnenberg (Landkreis Peine) und Braunschweig-Stadt.
Die verbleibenden fünf Messstellen liegen im normalen Bereich. Der aktuelle Tageswert liegt zwischen 25 und 75 Prozent der Mittelwerte. Dies ist derzeit so in Wahrenholz, Ehra-Lessien (beide Kreis Gifhorn), Ehmen (Wolfsburg), Lamme (Braunschweig) und Sehlde (Landkreis Wolfenbüttel).
Das will das Land tun
Der "Masterplan Wasser" der Niedersächsischen Landesregierung sieht als einen von drei Kernpunkten ein nachhaltiges Wassermengenmanagement vor. Laut einer Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz sei das Kernziel, Wasser stärker in der Fläche zu halten und natürliche Speicher zu fördern. So sollen Nutzungskonflikte frühzeitig ausgeglichen, die langfristige Versorgung gesichert und klimaresiliente Ökosysteme stabilisiert werden. Unter anderem durch die naturnahe Umgestaltung von Bächen und Flüssen werde der Abfluss von Wasser verzögert, was insbesondere in Niedrigwasserphasen einen wichtigen Beitrag zur Klimafolgenanpassung leiste.
Kommunen bekommen Geld
Die Kommunen sollen dabei mit erheblichen Mitteln bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung unterstützt werden. Hierfür sei das Förderprogramm „Klima Kommunal Niedersachsen Invest“ (KliKoNI) mit einem angedachten Gesamtvolumen von 120 Millionen Euro geplant, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Der Landkreis Goslar hatte bereits im Frühjahr auf den niedrigen Grundwasserstand reagiert und in einer Allgemeinverfügung unter anderem die Entnahme von Grundwasser vom 1. Mai bis zum 30. September untersagt. Mehr lesen Sie hier. In den Landkreisen Gifhorn und Peine sowie der Stadt Salzgitter gibt es ähnliche Verfügungen.

