Berlin. Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, hat angesichts der geplanten Maßnahmen gegen hohe Spritpreise davor gewarnt, Strukturreformen zu vernachlässigen. "Wenn strukturelle Maßnahmen ausbleiben und gleichzeitig schnelles Handeln nötig ist, kann ich nachvollziehen, dass die Regierung kurzfristig beim Spritpreis ansetzt", sagte der Chef des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Freitagausgaben). Dittrich mahnte gleichzeitig aber auch, dass sich die Regierung um eine Lösung der strukturellen Probleme nicht herumdrücken dürfe.
Dittrich verwies auf die Folgen steigender Kosten für Diesel oder Benzin. "Wenn der Spritpreis zu hoch ist, fahren die Menschen zwar noch zur Tankstelle, aber um die Mehrausgaben auszugleichen, sagen sie anschließend den Friseur ab", sagte er. "Inländische Betriebe merken es sofort. Ein Familienbetrieb ist nicht irgendwann in einigen Monaten betroffen, sondern unmittelbar." Hinzu kämen die Belastungen für Betriebe mit vielen Fahrzeugen und einer hohen Kilometerleistung.
Dittrich sprach sich für eine Senkung der Stromsteuer und der Lohnzusatzkosten aus. "Das wäre wirkungsvoller, als kurzfristig einen bestimmten Betrag zur Kompensation der hohen Spritkosten auszugeben", erklärte er. "Die eigentliche Frage ist doch: Was ist zu tun, damit die Betriebe wieder resilient und wirtschaftlich tragfähig agieren können?"
Handwerksverband will Senkung von Stromsteuer und Lohnzusatzkosten
Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, hat angesichts der geplanten Maßnahmen gegen hohe Spritpreise davor gewarnt, Strukturreformen zu vernachlässigen.
Haus des Deutschen Handwerks (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur
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