Spritkosten als Existenzbedrohung: Handwerk schlägt Alarm

Eine Umfrage der Handwerkskammer zeigt, wie stark die hohen Spritpreise inzwischen den Arbeitsalltag belasten.

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Symbolbild. | Foto: Pixabay

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Region. Die hohen Spritpreise bringen viele Handwerksbetriebe an ihre Belastungsgrenze. Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade fordert deshalb, dass die von der Bundesregierung angekündigten Entlastungen nicht nur Privathaushalte, sondern auch Unternehmen erreichen. Erste Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter den Betrieben würden zeigen, wie groß der Druck ist.



Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade befragt aktuell ihre Betriebe zu den Auswirkungen der hohen Spritpreise. Erste Zwischenergebnisse auf Basis von bereits rund 490 antwortenden Betrieben würden zeigen, dass die Belastungsgrenze in vielen Handwerksbetrieben erreicht ist und dringender Handlungsbedarf besteht. „80 Prozent unserer Betriebe berichten, dass sie durch die hohen Diesel- und Benzinpreise stark oder sehr stark belastet werden. Die Rückmeldungen sind teilweise dramatisch“, berichtet Matthias Steffen, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer.

Hohe Spritpreise belasten das Tagesgeschäft


Betriebe würden weiter entfernte Kunden und Baustellen zum Teil nicht mehr anfahren. Die Weitergabe der gestiegenen Kosten sei kaum möglich, Kunden würden häufig kein Verständnis für Preissteigerungen zeigen. Kunden selbst würden angesichts der gestiegenen Belastungen ihre Nachfrage nach handwerklichen Produkten und Leistungen einschränken. Auch bei Mitarbeitenden sei zunehmender Frust zu spüren, wenn bei langen Anfahrtswegen zur Arbeitsstätte immer mehr vom Lohn an der Tankstelle bleibe.

Entlastungen müssen auch Unternehmen erreichen


Steffen macht deutlich: „Die von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Entlastungen sind dringend und müssen nicht nur die Privathaushalte, sondern ebenso die Unternehmen erreichen. Eine alleinige Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe oder eine Erhöhung der Pendlerpauschale würde zu kurz greifen.“ Nach ersten Zwischenergebnissen der Handwerkskammer-Umfrage wird bei der Frage nach möglichen Entlastungsmaßnamen (maximal drei Nennungen) mit 60 Prozent am häufigsten der Wunsch nach einem staatlichen Preisdeckel nach dem Vorbild Belgiens oder Luxemburgs genannt.

Preisdeckel findet größte Zustimmung


Viel Sympathie würde es auch für eine Übergewinnsteuer für die Mineralölkonzerne geben, rund 50 Prozent der Nennungen entfallen darauf. Ebenso häufig werde als Ausgleich für die hohen Spritbelastungen eine Senkung der Stromsteuer für alle angeführt, wie sie schon im Koalitionsvertrag versprochen wurde. Rund 47 Prozent aller Nennungen entfallen auf eine erneute vorübergehende Senkung der Energiesteuern auf Kraftstoffe als geeignete Entlastungsmaßnahme. Auf direkte Entlastungszahlungen für Privathaushalte und Unternehmen entfallen hingegen nur rund 29 Prozent aller Nennungen der antwortenden Handwerksbetriebe.