Kleinstes deutsches Braunkohlerevier Helmstedt wird zum Impulsgeber

2,1 Millionen für das soziale Quartiersbildungs- und Nahversorgungszentrum Offleben

Zum 3. Revieraustausch in Helmstedt kamen Vertreter aller vier deutschen Braunkohlereviere.
Zum 3. Revieraustausch in Helmstedt kamen Vertreter aller vier deutschen Braunkohlereviere. | Foto: Wirtschaftsregion Helmstedt, Benjamin Klingebiel

Helmstedt. Auf Einladung der Wirtschaftsregion Helmstedt GmbH und ihrer Partner fand am 6. und 7. Mai bereits der dritte Revieraustausch auf der historischen Burg Warberg im Landkreis Helmstedt statt. Erstmals kamen Vertreterinnen und Vertreter aller vier deutschen Braunkohlereviere – Lausitz, Rheinisches Revier, Mitteldeutsches Revier und Helmstedter Revier – in dieser Konstellation zusammen. Darüber informiert die Wirtschaftsregion Helmstedt GmbH in einer Pressemitteilung.




Gemeinsam stünden diese Regionen für rund 40 Milliarden Euro an Strukturstärkungsmitteln, die bis 2038 in den Transformationsprozess investiert werden.


Im Mittelpunkt des diesjährigen Austauschs standen die unterschiedlichen Ausgangslagen der Reviere – und zugleich die Frage, wie trotz verschiedener Voraussetzungen gemeinsame Strategien für einen erfolgreichen Strukturwandel entwickelt werden können. Während in der
Lausitz und im Rheinischen Revier der aktive Ausstieg aus der Braunkohlewirtschaft weiterhin konkrete industriepolitische, arbeitsmarktbezogene und energieinfrastrukturelle Herausforderungen mit sich brächte, seien die Transformationsprozesse im Helmstedter und Mitteldeutschen Revier bereits deutlich weiter fortgeschritten. Dort stünden zunehmend die nachhaltige Nachnutzung ehemaliger Flächen, neue Wertschöpfungsketten sowie die langfristige Sicherung von Fachkräften und Innovationskraft im Fokus.

Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven hätten für einen intensiven und offenen Austausch gesorgt – über Geschwindigkeit, Erwartungsmanagement, die Rolle von Bund und Ländern sowie die Frage, wie Strukturwandel nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestaltet werden kann. Zum Ende der ersten von drei Förderperioden hätte insbesondere der fachliche Arbeitsaustausch am Nachmittag Gelegenheit geboten, Verfahren und Prozesse kritisch zu reflektieren und Ansätze für schnellere sowie zielgerichtetere Abläufe zu diskutieren.

Den festlichen Höhepunkt bildete der gemeinsame Abendempfang auf Burg Warberg.
Als Impulsgeber wirkten:

• Gerhard Radek, Landrat des Landkreises Helmstedt
• Dr. Klaus Freytag, Lausitzbeauftragter des Landes Brandenburg
Grant Hendrik Tonne, Wirtschaftsminister des Landes Niedersachsen
• Dr. Wolf-Michael Schmid, Ehrenpräsident der IHK Braunschweig

Moderiert wurde der Abend von Prof. Dr. Lothar Hagebölling, der den Bogen von persönlicher Begegnung hin zu Mut, Verantwortung und Zukunftsperspektiven spannte.

2,1 Millionen Förderung gehen nach Offleben



Ein besonderer regionaler Höhepunkt war die Übergabe des Förderbescheides für das soziale Quartierbildungs- und Nahversorgungszentrum Offleben. Minister Tonne brachte den Bescheid mit einer Förderhöhe von 2,1 Millionen Euro persönlich mit auf die Bühne. Gemeinsam mit Bürgermeister Wittich Schobert, Thomas Klein als Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Helmstedt sowie der Strukturkommission, Thomas Bode als Geschäftsbereichsleiter der Stadt Helmstedt sowie Projektinitiatorin und stellv. Ortsbürgermeisterin Anne Stein wäre damit ein wichtiges Signal für die weitere Entwicklung des Projektes gesetzt worden.

Am zweiten Tag des Austausches stand das Forschungsmuseum Schöningen (Paläon) im Mittelpunkt. Zeitgeschichte, Museums- und Ausstellungskonzeptionen wären dabei ebenso in der Diskussion wie künftige Entwicklungen und ein Blick ganz weit zurück in die Geschichte auf der Ausgrabungsstätte. Ziel sei dabei, Begeisterung für die Region zu schaffen, was nach Aussage der vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer gelungen sei.

Große Rolle für kleinstes Revier



Ein besonderes Signal wäre zugleich vom Helmstedter Revier selbst ausgegangen: Als kleinstes deutsches Braunkohlerevier würde die Region zunehmend eine moderierende und impulsgebende Rolle im bundesweiten Austausch übernehmen. Mit kurzen Wegen, klaren Strukturen und einer engen Zusammenarbeit gelinge es hier, Themen frühzeitig zu setzen und Diskussionen anzustoßen – eine Stärke, die von den Partnerregionen ausdrücklich hervorgehoben wurde.

Der Revieraustausch geht auf eine Initiative und Konzeption der Wirtschaftsregion Helmstedt GmbH zurück und hat sich innerhalb kurzer Zeit als wichtige Plattform des deutschen Strukturwandels etabliert. Ziel bleibe es, Synergien zu heben, voneinander zu lernen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft der Reviere zu entwickeln. Rund 100 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren folgten in diesem Jahr der Einladung nach Helmstedt. Auch im kommenden Jahr wird der Landkreis Helmstedt erneut Gastgeber des Niedersächsischen Revieraustauschs sein. Der bundesweite Austausch wandert weiter und wird 2027 im Rheinischen Revier Station machen.

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