Hannover. Die IG Metall fordert für die Beschäftigten bei der Volkswagen AG 5 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das teilte der IG‑Metall-Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit.
Die Tarifkommission der Gewerkschaft bei Volkswagen hat die Forderung am 22. September beschlossen. Sie folgt damit der Forderung der IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie.
Zugleich hat der Bezirk die aktuellen Flugblätter für die Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie sowie bei Volkswagen zur Verfügung gestellt.
Der Bezirk verweist auf den Gleichklang mit der Fläche, der bei Volkswagen seit rund zwei Jahrzehnten Tradition habe. Viele Wettbewerber seien nach dem Flächentarifvertrag organisiert, das tarifliche Entgeltniveau sei vergleichbar.
Die Belegschaft habe 2024 bereits einen Beitrag geleistet: In der Fläche seien 5,5 Prozent mehr Entgelt vereinbart und ausgezahlt worden, bei Volkswagen sei die entsprechende Erhöhung bis 2031 verschoben worden. Hinzu kämen Einschnitte bei tariflichen Leistungen, unter anderem bei der Ergebnisbeteiligung und bei Sonderzahlungen.
Der Zukunftstarifvertrag von 2024 trage nach Gewerkschaftsangaben rund 1,5 Milliarden Euro jährlich.
Die IG Metall argumentiert, die Entgelte seien nicht das Problem. Die Personalaufwandsquote des Konzerns sinke seit Jahren.
Der Betriebsrat habe vorgerechnet, dass selbst eine Halbierung des Haustarifs die Fahrzeuge nur um rund 5 Prozent günstiger machen würde. Für das Geschäftsjahr 2025 habe der Vorstand rund 2,6 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet.
Die Gewerkschaft fragt, warum ausgerechnet die Beschäftigten erneut den Gürtel enger schnallen sollen.
Zur Begründung der Forderung nennt die IG Metall 2 Prozent für Preise, 1 Prozent für Produktivität und 2 Prozent für einen fairen Anteil an den Gewinnen. Sie verweist auf den privaten Konsum, der 2025 um 1,3 Prozent gestiegen sei und damit ein wichtiger Motor der Wirtschaft gewesen sei.
Steigende Einkommen stärkten die Binnennachfrage und damit einen Markt, auf den Volkswagen angewiesen sei.
Der Entgelttarifvertrag kann zum 31. Dezember gekündigt werden. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.
Am 1. Januar endet die Friedenspflicht; ab dann sind nach Angaben der Gewerkschaft bei Bedarf auch Warnstreiks möglich. Wie hart die Tarifrunde wird, hängt nach Einschätzung der IG Metall vor allem vom Verhalten des Vorstands ab.
Der Bezirksleiter und Verhandlungsführer Thorsten Gröger sowie die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo rechnen mit einer harten Auseinandersetzung.
IG Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt fordert fünf Prozent mehr Geld bei Volkswagen
Die IG Metall fordert für die Beschäftigten bei der Volkswagen AG 5 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Volkswagen (Archiv) | Foto: Über dts Nachrichtenagentur
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