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Im Zweifel für die Sicherheit



Im Zweifel für die Sicherheit

von Thorsten Raedlein





Wolfenbüttel. Im Rahmen der diesjährigen Baumschau wurden im Baumbestand in der Parkanlage Friedrich Wilhelm Straße erhebliche Schäden an insgesamt 20 Bäumen festgestellt. Eine Gefährdung der Parkbesucher durch die Bäume könne nicht mehr ausgeschlossen werden. 13 Bäume müssen, so stellte ein Gutachter fest, gefällt werden. Im Bauausschuss sorgte dies für Unmut bei einigen Mitgliedern. Die GRÜNEN stellten den Antrag, ein Zweitgutachten in Auftrag zu geben.







Laut Empfehlung des Gutachters müssen 13 Bäum entfernt und sieben Bäume beschnitten werden. Betroffen sind sowohl prägende, alte Buchen in den jeweiligen Eingangsbereichen der Parkanlage als auch jüngere Bäume unterschiedlicher Arten verstreut in der Parkanlage. Bei den zu fällenden Bäumen handelt es sich unter anderem um sechs Eschen, die vom Eschentriebsterben befallen sind. Hierbei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die sich bereits über den gesamten mitteleuropäischen Raum verbreitet hat und zum Absterben der befallenen Eschen führt. Auch die alten Buchen an den Eingangsbereichen der Parkanlage stehen zur Fällung an, da die fortgeschrittenen Fäulnis in den Wurzeln und Wurzelanläufen die Standfestigkeit der Bäume stark beeinträchtigen.

"Es ist Gefahr im Verzug, ich muss handeln", so Pink, "denn am Ende stehe ich in der Haftung." Käme es zu keiner Entscheidung, müsste die Stadt den Park sperren, ergänzte Bauamtsleiter Ivica Lukanic.


"Die Bäume sind eine weitere Meinung wert", unterstrich Beate Zgonc (GRÜNE). Die Parkanlage an der Friedrich Wilhelm Straße direkt am Grünen Platz sei als Tor zur Einfahrt in die Stadt quasi eine Visitenkarte für Wolfenbüttel. Aufgrund dieser besonderen stadtbildprägenden Funktion sei eine Mehrausgabe zur Absicherung und Akzeptanzschaffung von einschneidenden Veränderungen vertretbar.

Pink warnte davor, nicht in eine Gutachteritis zu verfallen. Birgit Oppermann und Gerhard Kanter (beide CDU) lehnten ebenfalls ein weiteres Gutachten ab. "Wenn Gefahr im Verzug ist, muss die Verwaltung tätig werden", so Kanter. Auch Rudolf Ordon (FDP) sprach sich im Zweifel für die Sicherheit aus. "Auch ich liebe Bäume", betonte er. Am Ende gelte es aber Schaden von den Bürgern abzuhalten.

Obwohl der Antrag der GRÜNEN abgelehnt wurde, versprach die Verwaltung, künftig auch alternative Gutachter in Betracht zu ziehen.




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