Immer mehr Behandlungsfehler in Niedersachsen: Krankenkasse schlägt Alarm

Laut der Techniker Krankenkasse in Niedersachsen seien so viele Verdachtsfälle gemeldet worden wie noch nie.

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Symbolbild | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Niedersachsen. 648 Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) in Niedersachsen und damit 18 Prozent mehr als im Vorjahr meldeten sich 2025 bei der Kasse, weil sie einen Behandlungsfehler vermuteten. So viele Verdachtsfälle registrierte die TK bei ihren Versicherten hier im Bundesland noch nie. Auch bundesweit verzeichnete die TK mit 7.540 Verdachtsfällen einen neuen Höchstwert. Das berichtet die TK in einer Pressemitteilung.



Etwa jeder dritte Fall erhärtete sich im Rahmen der Überprüfung, sodass Medizinrechts-Spezialisten ein Verfahren in die Wege leiten konnten. Gleichzeitig kann von einer massiven Dunkelziffer unentdeckter Fälle ausgegangen werden.

Meiste Verdachtsfälle in der Chirurgie


28 Prozent der Verdachtsfälle in Niedersachsen entfielen im vergangenen Jahr bei der TK auf chirurgische Behandlungen. Mit 14 Prozent und damit deutlichem Abstand folgt die Zahnmedizin / Kieferorthopädie auf Platz zwei. 12 Prozent gehen auf die Pflege, elf Prozent auf Geburtshilfe und Gynäkologie zurück.

"Transparenz und eine gute Fehlerkultur bieten Chancen, um aus Fehlern zu lernen und diese künftig zu vermeiden", sagt Annette Hempen, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen, und fordert hinsichtlich der Krankenhausreform: "Standardisierung in Prozessen und feste Qualitätsvorgaben können Fehler reduzieren. Die bundesweite Definition der Leistungsgruppen sind wichtige Schritte hierfür. Die Krankenhausreform muss zum Wohle der Patientinnen und Patienten konsequent umgesetzt und darf nicht weiter verwässert werden."

Kassen unterstützen mit Hilfsangeboten


Patientinnen und Patienten könnten in der Regel nur schwer zwischen einem schicksalhaften Verlauf einer Behandlung und einem handfesten Behandlungsfehler unterscheiden und benötigten dabei professionelle Unterstützung. Die TK hilft Versicherten in solchen Fällen mit einer Beratungshotline (040 - 46 06 61 21 40), einem Online-Lotsen und einer Beratungsbroschüre auf tk.de (Suchnummer 2128216).