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„Ja" zu Leopold Zunz - „Nein" zur Umbenennung des Harztorplatzes

von Nick Wenkel


Der Harztorplatz bleibt wohl bei seinem Namen. Foto: Nick Wenkel
Der Harztorplatz bleibt wohl bei seinem Namen. Foto: Nick Wenkel Foto: Archiv

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14.12.2017

Wolfenbüttel. Bereits vor einer Woche kündigte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen an, einen Antrag an die Verwaltung zu stellen, dass der Harztorplatz in „Leopold-Zunz-Platz" umbenannt werden soll. Zwar sprachen sich die Mitglieder des Bauausschusses in ihrer Sitzung am Dienstag für die Würdigung von Leopold Zunz aus, eine Umbenennung des Harztorplatzes lehnten sie jedoch ab.


Nach Auffassung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünensei Leopold Zunz aufgrund seiner Wirkungsgeschichte auf eine Stufe mit Ephraim Lessing zu stellen. Bis heute fehle jedoch eine angemessene Würdigung dieses Mannes in Wolfenbüttel, die sichtbar für alle Bürger und Besucher der Stadt sei. Die Umbenennung des Harztorplatzes wäre laut Fraktion ein deutliches Zeichen einer ernst gemeinten Würdigung. Der umzubenennende Platz sei historisch sinnvoll, da Leopold Zunz damals durch das Harztor zu seinem Onkel in den Großen Zimmerhof gelangte. In der Harzstraße 12 war seine Talmudschule, aus der sich dann unter Samuel Meyer Ehrenberg die Samson-Schule entwickelte. Diese war zunächst wie die Große Schule in der Kommissstraße angesiedelt. Der 475. Geburtstag der Großen Schule im kommenden Jahr sei deshalb für die Umbenennung des Platzes in „Leopold-Zunz-Platz“ ein sehr guter Anlass, so die Grünen.

Würdigung an anderer Stelle



Stefan Brix. Foto: Max Förster



Die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Stadtentwicklung und Umwelt sahen dies jedoch anders. Zwar sei eine Würdigung von Leopold-Zunz durchaus zu begrüßen, eine Umbenennung des Harztorplatzes jedoch nicht, erklärte Gerhard Kanter (CDU). Dem schloss sich auch Pierre Balder (FDP) an. „Einer Umbenennung des Harztorplatzes werden wir nicht zustimmen. Wir wären aber dafür, eine neue Straße nach Leopold Zunz zu benennen." Außerdem gab er die Empfehlung an den Kulturausschuss, sich ebenfalls dieses Themas anzunehmen. „Vielleicht ist ja auch eine Gedenktafel denkbar", stellte Balder in den Raum.

Florian Röpke (Die Linke/Piraten) schlug zunächst vor, den Antrag zur Beratung in die jeweiligen Fraktionen zurückzugeben. Stefan Brix insistierte aber, dass die Große Schule zu ihrer 475-Jahr-Feier im nächsten Jahr Gewissheit brauche, ob sie einen potenziellen „Leopold-Zunz-Platz" in ihrem Programm würdigen könne. Daher kam es sofort zu einer Entscheidung, bei der jedoch bis auf die Stimme von Stefan Brix, alle Ausschussmitglieder gegen eine Umbenennung stimmten und somit keine Beschlussempfehlung für die Sitzung des Rates am 20. Dezember gegeben wurde.

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