Region. Am gestrigen Mittwoch machte ein großflächiger IT-Ausfall in der niedersächsischen Justiz Schlagzeilen. Der Ausfall sorgte landesweit für Probleme an den Gerichten, auch in unserer Region waren die Folgen zu spüren.
Eigentlich sollte mit der Einführung der E‑Akte in der Justiz zu Jahresbeginn alles einfacher werden. Zuvor wurden Ermittlungsakten in Niedersachsen häufig noch per Post verschickt oder von Boten transportiert, was oftmals zu wochenlangen Wegen zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichten geführt hatte. Doch wie sich am gestrigen Mittwoch zeigte, kann der Nutzen der Digitalisierung auch schnell an seine Grenzen stoßen – nämlich dann, wenn die Technik ausfällt.
Notbetrieb mit Papierakten
Bei Bauarbeiten hatte ein Bagger bei Winsen im Landkreis Harburg ein Datenkabel beschädigt. Dieses verbindet das Rechenzentrum des IT-Dienstleisters Dataport in Hamburg mit den Rechenzentrumsstandorten in Celle und Hannover. Die Beschädigung sorgte dafür, dass Gerichte und Gefängnisse nicht mehr am Netz waren. Betroffen war auch das Justizministerium. Folglich konnten Mitarbeiter auch keine Einsicht in die E-Akten mehr nehmen, ein Notbetrieb lief über herkömmliche Akten in Papierform. Wie Michael Hennies, Abteilungsleiter im Justizministerium, gegenüber dem NDR sagte, nutzen die niedersächsischen Justizbehörden derzeit nur diese einzige Leitung. Eine Ausweichleitung sei in Arbeit und soll voraussichtlich im August einsatzbereit sein.
Auswirkungen bis in die Region
Die Störung ist mittlerweile behoben, doch die Auswirkungen waren auch in der Region spürbar. Wie Lisa Rust, Pressesprecherin am Landgericht Braunschweig, auf Anfrage von regionalHeute.de mitteilt, konnte zum Teil nur eingeschränkt mit verschiedenen Anwendungen gearbeitet werden. Die Arbeit sei daher im Wesentlichen am heutigen Donnerstag nachgeholt worden.

