Kein Corona: Neue Krankheitswelle - Schutzimpfung empfohlen

Grund sei der Wegfall der Corona-Maßnahmen, die auch gegen andere Krankheiten schützen würden.

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Symbolfoto. Foto: Pixabay

Region. Gerade können wir uns über die sinkende Corona-Zahlen freuen, da steht schon der nächste Übeltäter vor der Tür. Mit der Grippe kommt ein alter Bekannter zurück in die Region. Derzeit seien die Influenza-Fallzahlen überdurchschnittlich hoch. Dies teilte das Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) mit. Eine Schutzimpfung wird empfohlen.



Die große Influenza-Saison sei in den vergangenen zwei Jahren praktisch ausgefallen. Dies würde vor allem an den strengen Corona-Schutzmaßnahmen liegen, welche auch vor einer Übertragung der Grippe schützen können.

Influenza auf dem Vormarsch


Während die Corona-Fallzahlen gerade stetig sinken, würde es aber einen anderen Trend geben, den man nun beobachte. Wöchentlich kämen derzeit über 20 laborbestätigte Influenza-Infektion hinzu, schrieb das NLGA bereits Ende Oktober in einer Pressemitteilung. Laut einem NDR-Bericht habe sich die Situation sogar noch zugespitzt. Der Anteil von Influenza im Vergleich zu anderen Infektionskrankheiten würde demnach wohl bald den kritischen Wert von 20 Prozent erreichen. Ab diesem Wert spräche man von einer "Grippewelle". Laut NDR-Bericht seien bereits über 400 Fälle registriert worden.

Wie das NLGA erklärt, hänge der Verlauf einer Influenza-Saison von vielen Faktoren ab, beispielsweise den zirkulierenden Virenstämmen oder der Grundimmunität in der Bevölkerung aufgrund von Schutzimpfungen sowie in der Vergangenheit durchgestandenen Infektionen. Insbesondere für Ältere und Vorerkrankte stelle die Grippe zudem weiterhin eine ernsthafte gesundheitliche Gefahr dar und eine Erkrankung könne schlimmstenfalls tödlich enden.

Aufruf zur Schutzimpfung


NLGA-Präsident Dr. Fabian Feil erklärt die besondere Situation in diesem Jahr: „Wir müssen berücksichtigen, dass in den letzten beiden Wintern die Grippewellen praktisch ausgefallen sind und wir in diesem Jahr mit weniger Infektionsschutzmaßnahmen in den Herbst starten. Dass wir derzeit verhältnismäßig hohe Fallzahlen haben, muss nicht zwingend heißen, dass wir den Anfang einer heftigen Welle auf uns zukommen sehen. Dennoch sollten wir darauf vorbereitet sein und die zur Verfügung stehenden Mittel zur Vorbeugung von schweren Erkrankungsfällen nutzen – das ist die Impfung gegen Influenza.“

Für Personen ab 60 Jahren stehe ein Hochdosis-Impfstoff mit höherer Wirksamkeit zur Verfügung, der von der Ständigen Impfkommission empfohlen wird. Alle an der Grippeimpfung Interessierten sollten sich hausärztlich beraten lassen.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens rief insbesondere die Risikogruppen dazu auf, sich gegen die Influenza impfen zu lassen: "Für Niedersachsen stehen in dieser Grippesaison nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung rund 1,7 Millionen Impfdosen zur Verfügung. Damit können alle Impfwilligen versorgt werden. Mein Appell für die Schutzimpfung gilt vor allem Menschen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und allen, die engen Kontakt zu diesen Personen haben. Das sind alle Niedersächsinnen und Niedersachsen ab 60 Jahren, Vorerkrankte und Schwangere sowie das Personal im medizinischen und pflegerischen Bereich und Angehörige von Risikopatientinnen und –Patienten. Die Impfung ist die wichtigste und effektivste Maßnahme gegen die Influenza."


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