Kinderfoto-Plattform gehackt – So ist unsere Region betroffen

Hacker haben sich Zugang zu einer Online-Lösung verschafft, die auch ein Studio nutzt, das in Schulen und Kindergärten unserer Region aktiv ist.

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Region. Kinderfotos von professionellen Fotografen, die in Schulen und Kindergärten unserer Region tätig waren, könnten in die Hände von Hackern gelangt sein. Konkret geht es um ein Fotostudio aus Helmstedt: Hacker haben sich Zugang zu einer Datenbank eines technischen Plattformdienstleisters verschafft. Die Angreifer könnten somit im Besitz unzähliger Kinderfotos sein. Das Online-Anwaltsportal anwalt.de schreibt zu dem Fall, dass es sich um einen "der schwerwiegendsten Datenschutzvorfälle im Bereich der Kita- und Schulfotografie" handele und bundesweit tausende Familien betroffen sein könnten.



Das betroffene Studio Foto-Asmus aus Helmstedt sei nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten mit der Region fest verwurzelt und habe in mehr als 230 Einrichtungen – Schulen und Kindergärten – "im Braunschweiger und Helmstedter Land, in Wolfsburg, Wolfenbüttel, Salzgitter, sowie im Raum Magdeburg, Halberstadt und im Landkreis Börde" bereits fotografiert.

Sicherheitsvorfall beim Dienstleister


Nun informierte das Studio direkt die betroffenen Schulen und Kindergärten und schreibt auf seiner Homepage: Es habe "einen erheblichen Sicherheitsvorfall bei einem externen technischen Plattformdienstleister" gegeben. Diesen Dienstleister setze das Fotostudio ein, um Online-Fotogalerien bereitzustellen und Fotobestellungen abzuwickeln. Der Sicherheitsvorfall betreffe nach derzeitiger Kenntnis die technische Infrastruktur dieses Dienstleisters.

Bei diesem Dienstleister handelt es sich offenbar um die Portraitbox GmbH aus Paderborn, die ebenfalls zu dem Vorfall berichtet. Demnach sei es am Wochenende des 16./17. Mai zu einem "unbefugten Zugriff auf die Cloud-Infrastruktur" des Plattformanbieters gekommen. Das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen spricht von einem Cyberangriff. Es ist also gehackt worden. Nach aktuellem Kenntnisstand könne nicht ausgeschlossen werden, dass dabei auch personenbezogene Daten von Kunden betroffen seien, die im Zusammenhang mit der Nutzung von Online-Fotogalerien im Auftrag des Helmstedter Studios verarbeitet wurden, teilt dieses mit.

Hacker könnten im Besitz von Kinderfotos sein


Dazu zählen nicht nur E-Mail-Adressen, Zugangsdaten – auch Passwörter – und Bestellinformationen, sondern auch Gruppen- und Porträtfotos einzelner Kinder. Der Dienstleister habe dem Fotostudio mitgeteilt, dass die Angreifer "Daten extrahiert" haben könnten. Sprich: Die Hacker könnten im Besitz unzähliger Fotos sein.

Doch es kommt offenbar noch schlimmer: So werde der Dienstleister offenbar erpresst. Die Hacker drohen demnach damit, Daten zu veröffentlichen – etwa Kinderfotos ins sogenannte Darknet zu stellen. Die Untersuchungen des Dienstleisters, einschließlich einer IT-forensischen Analyse, dauern nach dessen Angaben weiterhin an. "Wir stehen mit dem Dienstleister in Kontakt", teilt das Fotostudio mit. Die Untersuchungen dauerten noch an – das ganze Ausmaß des Cyberangriffs ist also noch nicht bekannt. Die zuständige Datenschutzbehörde sei informiert.

Für Kunden empfehle sich jetzt, zunächst das Passwort bei der Fotoplattform zu ändern sowie identische oder ähnliche Passwörter bei anderen Diensten. Außerdem sollten Kunden besonders vorsichtig sein bei E-Mails, die in diesem Zusammenhang verschickt werden: Es könnten gefälschte Nachrichten sein. Das gleiche gilt für Anrufe oder Kurznachrichten. Obendrein empfiehlt der gehackte Dienstleister, keine sensiblen Daten an unbekannte Dritte weiterzugeben.

Bei Veröffentlichung: Polizei einschalten


Auch Datenschutzbeauftragte verschiedener Bundesländer haben auf den Vorfall aufmerksam gemacht und Hinweise für betroffene Familien gegeben. So empfiehlt zum Beispiel die Stelle in Mecklenburg-Vorpommern: "Sofern ein konkreter Missbrauch wie Identitätsdiebstahl, Erpressung, Veröffentlichung von Kinderfotos oder Betrugsversuche vorliegt, empfehlen wir betroffenen Personen, umgehend Anzeige bei der Polizei zu erstatten."

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