Kinderfoto-Plattform gehackt – So ist unsere Region betroffen

Hacker haben sich Zugang zu einer Online-Lösung verschafft, die auch unzählige Fotografen nutzen, die in Schulen und Kindergärten unserer Region aktiv ist.

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Symbolbild | Foto: pixabay

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Region. Kinderfotos von professionellen Fotografen, die in Schulen und Kindergärten unserer Region tätig waren, könnten in die Hände von Hackern gelangt sein. Diese haben sich Zugang zu einer Datenbank eines technischen Plattformdienstleisters verschafft, den zahlreiche Fotografen und Studios nutzten. Die Angreifer könnten somit im Besitz unzähliger Kinderfotos sein. Das Online-Anwaltsportal anwalt.de schreibt zu dem Fall, dass es sich um einen "der schwerwiegendsten Datenschutzvorfälle im Bereich der Kita- und Schulfotografie" handele und bundesweit tausende Familien betroffen sein könnten.



Zu den betroffenen Studios der Region gehört zum Beispiel Foto-Asmus aus Helmstedt. Dieses sei nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten mit der Region fest verwurzelt und habe in mehr als 230 Einrichtungen – Schulen und Kindergärten – "im Braunschweiger und Helmstedter Land, in Wolfsburg, Wolfenbüttel, Salzgitter, sowie im Raum Magdeburg, Halberstadt und im Landkreis Börde" bereits fotografiert.

Sicherheitsvorfall beim Dienstleister


Nun informierte das Studio direkt die betroffenen Schulen und Kindergärten und schreibt auf seiner Homepage: Es habe "einen erheblichen Sicherheitsvorfall bei einem externen technischen Plattformdienstleister" gegeben. Diesen Dienstleister setze das Fotostudio ein, um Online-Fotogalerien bereitzustellen und Fotobestellungen abzuwickeln. Der Sicherheitsvorfall betreffe nach derzeitiger Kenntnis die technische Infrastruktur dieses Dienstleisters.

Foto-Asmus gehört zu den Studios, die in dieser Sache offensiv ihre Kunden und die Öffentlichkeit informiert haben, obwohl ja vor allem der Plattform-Dienstleister die Datenpanne zu verantworten hat. Über eine Suchfunktion bei eben diesem gehackten Dienstleister, dabei handelt es sich offenbar um die Portraitbox GmbH aus Paderborn, lässt sich aber absehen: In der Region im Großraum Braunschweig gibt es noch unzählige weitere Fotografen und Studios, die die gehackte Plattform nutzen und daher auch vom Datenklau betroffen sein werden.

Der Dienstleister, die Portraitbox GmbH aus Paderborn, berichtet ebenfalls zu dem Vorfall. Demnach sei es am Wochenende des 16./17. Mai zu einem "unbefugten Zugriff auf die Cloud-Infrastruktur" des Plattformanbieters gekommen. Das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen spricht von einem Cyberangriff. Es ist also gehackt worden. Nach aktuellem Kenntnisstand könne nicht ausgeschlossen werden, dass dabei auch personenbezogene Daten von Kunden der hiesigen Fotostudios betroffen seien.

Hacker könnten im Besitz von Kinderfotos sein


Dazu zählen nicht nur E-Mail-Adressen, Zugangsdaten – auch Passwörter – und Bestellinformationen, sondern auch Gruppen- und Porträtfotos einzelner Kinder. Der Dienstleister habe dem Fotostudio mitgeteilt, dass die Angreifer "Daten extrahiert" haben könnten. Sprich: Die Hacker könnten im Besitz unzähliger Fotos sein.


Doch es kommt offenbar noch schlimmer: So werde der Dienstleister offenbar erpresst. Die Hacker drohen demnach damit, Daten zu veröffentlichen – etwa Kinderfotos ins sogenannte Darknet zu stellen. Die Untersuchungen des Dienstleisters, einschließlich einer IT-forensischen Analyse, dauern nach dessen Angaben weiterhin an. "Wir stehen mit dem Dienstleister in Kontakt", teilt das Fotostudio mit. Die Untersuchungen dauerten noch an – das ganze Ausmaß des Cyberangriffs ist also noch nicht bekannt. Die zuständige Datenschutzbehörde sei informiert.

Für Kunden empfehle sich jetzt, zunächst das Passwort bei der Fotoplattform zu ändern sowie identische oder ähnliche Passwörter bei anderen Diensten. Außerdem sollten Kunden besonders vorsichtig sein bei E-Mails, die in diesem Zusammenhang verschickt werden: Es könnten gefälschte Nachrichten sein. Das gleiche gilt für Anrufe oder Kurznachrichten. Obendrein empfiehlt der gehackte Dienstleister, keine sensiblen Daten an unbekannte Dritte weiterzugeben.

Bei Veröffentlichung: Polizei einschalten


Auch Datenschutzbeauftragte verschiedener Bundesländer haben auf den Vorfall aufmerksam gemacht und Hinweise für betroffene Familien gegeben. So empfiehlt zum Beispiel die Stelle in Mecklenburg-Vorpommern: "Sofern ein konkreter Missbrauch wie Identitätsdiebstahl, Erpressung, Veröffentlichung von Kinderfotos oder Betrugsversuche vorliegt, empfehlen wir betroffenen Personen, umgehend Anzeige bei der Polizei zu erstatten."

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