Anzeige

Kinokritik: „Glass“ – Superhelden auf dem Boden der Realität

18. Januar 2019
Seit Donnerstag im Kino: In "Glass" kommt es zum Finalen Showdown. Foto: C1 Cinema, Video: Alexander Dontscheff
Braunschweig. Am gestrigen Donnerstag feierte "Glass" Premiere im C1 Cinema in Braunschweig. Auch der letzte Teil der "Eastrail-Saga" geht mit einer starken Besetzung an den Start und steuert auf ein unerwartetes Ende zu.

Inhalt

M. Night Shyamalans Figuren aus den Blockbustern „Unbreakable – Unzerbrechlich“ (2000) und „Split“ (2016) treffen in ihrer heiß erwarteten Fortsetzung endlich aufeinander. So hat es Psychiaterin Dr. Ellie Staple, spezialisiert auf den Bereich Superkräfte, mit gleich drei fantastisch-verstörenden Patienten zu tun: dem abgründigen Comicliebhaber Mr. Glass, dem buchstäblich unzerbrechlichen David Dunn und dem unscheinbaren Kevin Wendell Crumb, hinter dessen Fassade eine blutrünstige Bestie tobt.

In „Unbreakable“ sah sich der Wachmann und Familienvater David Dunn (Bruce Willis) durch die Konfrontation mit dem Comicbuch-Händler und Bösewicht Elijah Price (Samuel L.Jackson) dazu genötigt, sich seiner Bestimmung als Superheld zu stellen. Am Ende übergab Dunn seine ihm so erklärte Nemesis den Behörden. Doch da ein Superheld nur so gut ist wie sein Gegenstück böse, und Mr. Glass sich seiner Verpflichtung bewusst ist, hat Dunn natürlich nicht das letzte Mal von ihm gehört. Denn im Hintergrund schart Mr. Glass gleich eine „Horde“ Gleichgesinnter hinter sich und hat es insbesondere auf Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) und seine 24 Persönlichkeiten abgesehen. Der unverwundbare David Dunn heftet sich deshalb an seine Fersen, um ihm das Handwerk zu legen. Dabei drohen die Zusammenstöße von Gejagtem und Jäger immer weiter zu eskalieren. Gleichzeitig scheint aus dem Verborgenen heraus Elijah Prince (Samuel L. Jackson) die Fäden des grausamen Spektakels in der Hand zu halten. Zudem verbirgt er Geheimnisse, die Dunn und Crumb zum Verhängnis werden könnten.

Trailer

Kritik

Als dritter Teil einer Trilogie baut „Glass“ stark auf den ersten beiden Filmen auf und es empfiehlt sich, diese beiden vorher schon gesehen zu haben. Trotz alledem fällt es leicht der Handlung aufgrund einiger Rückblicke zu folgen. Leider zieht sich der Film dadurch stellenweise in die Länge.

Nicht umsonst fällt „Glass“ in die Kategorie „Thriller“, denn hier hat man keinen gewöhnlichen Superheldenfilm vor sich. Von Anfang an herrscht eine düstere Atmosphäre, die lediglich durch die schauspielerische Höchstleistung von James McAvoy unterbrochen wird. Als Kevin Wendell Crumb gelingt es ihm über 20 Charaktere so darzustellen, dass selbst für den Zuschauer ersichtlich wird, welcher Charakter jeweils den Körper von Kevin Wendell Crumb beherrscht. Wer jetzt jedoch einen der vielen Superheldenfilme erwartet, der wird von „Glass“ enttäuscht werden. Im Vordergrund steht eine gewisse Affinität des Charakters Elijah Price zu den altbekannten Comic-Heften. So wird auch ein wenig über deren Geschichte und Aufbau referiert und eine Parallele zwischen den Superhelden aus den Comic und dem realen Leben gezogen. Actiongeladene Kampfszenen finden in diesem Zuge kaum statt. 

 Unter dem Strich ein spannender Film, der den Zuschauer ganz ohne übertriebene Szenen oder technische Besonderheiten dafür mit einigen raffinierten Wendungen in seinen Bann ziehen kann. 

Wir vergeben 4 von 5 regionalHeute.de-Punkten

Medienpartner
Anzeigen
Anzeigen