KolumneHeute: Dann schafft euch halt ab

von Sina Rühland


| Foto: Anke Donner/Archiv

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Brennende Flüchtlingsheime, gewaltbereite Rechtsextreme, die dümmlich parolengrölend durch die Städte ziehen: Deutschland, du warst selten so hässlich.

Bis Freitag hatte ich noch nie von der Stadt Heidenau gehört. Die ersten Bilder, die ich von dem 16.400 Einwohner-Örtchen sah, waren nicht etwa Bilder des sächsisches Kleinstadtidylls, es waren Fotos von Rechtsextremen, die Böller nach Polizisten warfen und randalierten. Videomaterial zeigte betrunkene, pöbelnde Menschen, die mit allen Mittel eines verhindern wollten – die Ankunft der Flüchtlinge in ihrem beschaulichen, sächsischen Städtchen. Statt mit Willkommensbannern in der Hand, empfingen einige Heidenauer die ersten Asylsuchenden mit Ablehnung, Hass und Gewaltbereitschaft. Auf der Internetpräsenz zeigt sich Heidenau währenddessen als offene und freundliche Gemeinde. Alt und Jung leben hier in Eintracht zusammen.

Einige Kilometer weiter: Freital. Gab man noch vor einigen Monaten den Namen der Stadt in einer Suchmaschine ein, erschienen anfänglich Bilder eines im Grünen liegenden Kleinstadt-Panoramas. Mittlerweile öffnen sich nur noch Szenen rechter Ausschreitungen. „Nein zum Heim“ und „Kein Ort zum Flüchten“ steht auf den Bannern der organisierten „Sorgenbürger“. Eingeschlagene Scheiben, ein explodiertes Auto des linken Stadtrats, Aufkleber auf denen steht: „Bitte flüchten Sie weiter“ – das alles symbolisiert nun die Außenwirkung von Freital.

 Die Autorin: RegionalHeute.de-Redakteurin Sina Rühland.
Die Autorin: RegionalHeute.de-Redakteurin Sina Rühland. Foto:



Die Liste der Brandanschläge, Übergriffe auf Flüchtlinge und Unterkünfte ist noch viel länger. Ermittlungsbehörden registrieren immer mehr rechte Gewalttaten, es ist wahrlich eine traurige Statistik. Da kämpfen also unsere Biodeutschen für Recht und Ordnung, und alles, was dabei heraus kommt, sind rechtsmilitante Übergriffe auf Menschen, die sich nicht wehren können. Sie wollen ihre Heimat kulturell unverändert an ihre Nachkommen übergeben und bemerken gar nicht, dass sie mit solchen Aufzügen ihre Städte samt der Bevölkerung lediglich in Misskredit bringen. Wer will schon ein Stück Land an einem Ort kaufen, der von rechtsextremen Gedankengut durchzogen ist? In dem sie immer wieder zeigen, wie hässlich das Gesicht des bildungsfernen, neidvollen Deutschen ist, „schaffen“ sich die Rechtsextremen also irgendwann selber ab.