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Kommunalwahl: Spitzenkandidaten im Wahlbereich I stellen sich vor

von Anke Donner


Die Spitzenkandidaten für den Kreistag Wolfenbüttel stellen sich vor. Symbolfoto: Pixabay
Die Spitzenkandidaten für den Kreistag Wolfenbüttel stellen sich vor. Symbolfoto: Pixabay Foto: Pixabay

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02.09.2016




Landkreis. regionalHeute.de hat den Spitzenkandidaten in den einzelnen Wahlbereichen des Landkreises Wolfenbüttel die Möglichkeit gegeben, sich und ihren Blick auf den Landkreis vorzustellen. Im Nachfolgenden äußern sich die Spitzenkandidaten für den Kreistag aus dem Wahlbereich I zu verschiedenen Fragen.

Fünf allgemeine Fragen wurden an die Spitzenkandidaten gerichtet, die nicht nur Aufschluss über deren Person geben, sondern auch die persönliche Sicht auf den Landkreis Wolfenbüttel widerspiegeln. Folgende Fragen haben die Kandidaten Martin Albinus (SPD), Klaus Hantelmann (CDU), Dr. Reinhard Gerndt, Dieter Wiechenberg (Die Linke), Björn Försterling (FDP) und Klaus-Dieter Heid (AfD) im Vorfeld zur Wahl beantwortet: „Was hat Sie dazu bewogen, zu kandidieren?“, „Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen?“, „Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger?“, „Was macht Wolfenbüttel für Sie besonders?“ und „Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt?“ Zudem haben sie auch persönliche Dinge verraten. Das sind die Statements der Spitzenkandidaten aus dem Wahlbereich I.

Die Spitzenkandidaten



Martin Albinus. Foto: Robert Braumann



SPD, Martin Albinus, 47 Jahre alt, ledig, einen erwachsenen Sohn. Beruf: Leiter des Jugendamts der Stadt Braunschweig (Fachbereich Kinder, Jugend und Familie)

Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren? Politik zu kritisieren sollte (gewollter) elementarer Bestandteil jeder Demokratie sein. Wenn man aber unzufrieden ist und kritisiert, dann sollte man eben auch bereit sein sich selbst für Veränderungen einzubringen und (politisch) mitzuwirken.



Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Die Weiterentwicklung des Landkreises Wolfenbüttel zu einer attraktiven und zeitgemäßen Bildungsregion mit familienfreundlichen Angeboten. Konkret: Die Schulen des Landkreises müssen für unsere Kinder und Jugendlichen zukunftssicher aufgestellt werden. Schule ist Lern-, aber eben auch immer mehr Lebensort und muss sich daher auch in Richtung eines solchen Lebensortes für Kinder und Jugendliche weiterentwickeln.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger? Weil die örtliche Kommunalpolitik oft über direkt wirksame Einflüsse auf die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger entscheidet. Konstant niedrige Müllgebühren oder die Abschaffung von Schülerbeförderungskosten der Oberstufenschüler wirken sich z.B. unmittelbar und direkt auf den Geldbeutel von Bürgerinnen und Bürgern aus.

Was macht den Landkreis Wolfenbüttel für Sie besonders? Die größte „Besonderheit“ des Landkreises Wolfenbüttel liegt vermutlich in der Atommüllproblematik der Asse. Wenn man den Blick aber mal positiv durch den Landkreis schweifen lässt, so leben wir in einem der sichersten Landkreise (niedrige Kriminalität) mit einer hohen Wohnqualität, wenn man die Zuzüge und auch die Ausweitung von Baugebieten betrachtet. Am attraktivsten für mich persönlich sind aber die Menschen die im Landkreis Wolfenbüttel wohnen. Ich lebe gerne hier und mag die Menschen die hier leben.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt? Die größte Stärke der Kreisstadt liegt wohl auch in der hohen Wohnqualität in unmittelbarer Nachbarschaft zu Städten wie Braunschweig und Wolfsburg. Die größte Stärke ist gleichzeitig auch größte Schwäche: Manchmal ist Wolfenbüttel eben auch „nur“ eine Schlafstadt. Hier müssen noch mehr deutliche Akzente durch die Politik gesetzt werden. Eine wachsende und lebendige Fachhochschule mit all den vielen Studenten wird dieser Absicht sicher nicht entgegenstehen und schafft zusätzliche Anreize für das Überdenken von Innenstadt-, Gastronomie- und Veranstaltungskonzepten.


Klaus Hantelmann. Foto: Privat



CDU, Klaus Hantelmann, sagt von sich, er sei in der Politik sach- und ergebnisorientiert und mag keine selbstverliebten Redebeiträge. Als liberal-konservativer Mensch sei er tolerant und glaube auch den Kreistagsabgeordneten der anderen Parteien, dass sie das Beste für den Landkreis wollen. Über die unterschiedlichen Wege muss eben diskutiert werden.

Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren? Ich bin schon Kreistagsabgeordneter und durfte in den vergangenen fünf Jahren feststellen, dass es außerordentlichen zufriedenstellend ist, über Sachfragen mit zu entscheiden, die uns alle direkt betreffen können. Weiterhin empfinde ich die Arbeitsatmosphäre und das menschliche Miteinander im Kreistag auch über Parteigrenzen hinweg als bemerkenswert positiv!

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Ich möchte mit meiner Erfahrung mit dazu beitragen, dass wir gemeinsam eine Schullandschaft im Landkreis schaffen, die über längere Zeit Bestand haben wird. Die Schulen aller Schulformen müssen also groß genug sein, um die Mindestschülerzahlen immer zu erreichen. Daher hoffe ich, dass die Parteien außerhalb von CDU und FDP ihre Aversion gegen die Oberschule minimieren.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger? Die Bürger entscheiden wirklich direkt über die Zusammensetzung der Räte bzw. des Kreistages. Durch die drei Stimmen wird ein Höchstmaß an Demokratie erreicht, da panaschiert und kumuliert werden kann.

Was macht Wolfenbüttel für Sie besonders? Ich denke dass in meinem Fall der Landkreis Wolfenbüttel gemeint ist. Der Landkreis hat in seinen Städten wie im ländlichen Bereich ein hohes Maß an Wohn- und Lebensqualität mit einer – so wie ich es sehe – engagierten Einwohnerschaft wie es z.B. in der Bewältigung des Flüchtlingsansturms sichtbar geworden ist.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt? Meine Heimatstadt Wolfenbüttel hat u.a. die Stärke eines regen Kulturlebens, das für Städte dieser Größenordnung nicht selbstverständlich ist. Auch ist Wolfenbüttel ein echter Bildungsstandort. Die Schwäche liegt m.E. im ausbaufähigen Branchenmix in der Innenstadt. Aber man arbeitet bekanntlich daran. Der Landkreis benötigt m.E. mehr Unternehmen unterschiedlicher Branchen, die aktiv angeworben werden müssen.

[image=5e176ad3785549ede64d79f4]Bündnis 90/Die Grüne, Dr.Reinhard Gerndt, 53 Jahre alt, verheiratet, zwei erwachsene Söhne 53 Jahre, Professor für Informatik und Robotik an der Ostfalia Hochschule, aktuell Kreistagsmitglied (Mitglied im Umwelt- und im Schulausschuss), Zweckverbandsmitglied Großraum Braunschweig (ZGB) (Mitglied im Regionalplanungsausschuss). 

Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren? Mit der Kandidatur zum Kreistag Wolfenbüttel möchte ich meinen Beitrag zu einem erfolgreichen Gemeinweisen leisten.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Ziel muss es sein, ein wohnortnahes Angebot für die Menschen im gesamten Landkreis z.B. mit Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten und Schulen zu schaffen. Durch meinen Beruf liegen mir dabei insbesondere auch die Entwicklungsmöglichkeiten für junge Menschen am Herzen.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger? Auf kommunaler Ebene kann man Demokratie unmittelbar, vor der eigenen Haustür, erleben. Bürgerinnen und Bürger können durch den direkten Kontakt mit ihren Kreistagsabgeordneten noch viel Einfluss auf die Entscheidungen vor Ort nehmen und etwas bewegen.

Was macht den Landkreis Wolfenbüttel für Sie besonders? Die Menschen.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt? Viele Stärken und Schwächen hängen mit der Nähe zu den drei großen Nachbarn zusammen. Mit dem was Wolfenbüttel zu bieten hat, sollte es gelingen aus der einmaligen Lage zwischen Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter mit ihren zahlreichen Forschungs- und Industrieeinrichtungen eine Stärke zu machen.


Dieter Wiechenberg. Foto: Privat



Die Linke, Dieter Wiechenberg, pensionierter Gymnasiallehrer, langjähriger stellvertretender DGB-u. GEW-Vorsitzender des Kreisverbands Wolfenbüttel. Besonders geprägt von der politischen Theologie 1968, persönliches Hobby: Joggen.

Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren? Als bisheriger stellv.Vorsitzender der Fraktion "Die Linke" im WF-Kreistag möchte ich gern sowohl meine bisherigen polit. Schwerpunkte u. Initiativen weiterführen als auch die Initiativen der anderen etablierten Parteien konstruktiv-kritisch begleiten.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Bestimmte IGS-Initiativen im LK zu unterstützen,weiterhin für ein echtes Sozialticket und Mobilticket im Landkreis zu kämpfen und als Mitglied der Asse 2-Begleitgruppe die echte Beschleunigung der "Rückholung" bei den übergeordneten Behörden voranzutreiben, sind für mich quasi drei gleichberechtigte Projekte, die mir am Herzen liegen.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger? Die Bürger wählen Personen u. Parteien bei einer Kommunalwahl,deren Beschlüsse u. Entscheidungen im Kreistag u. im Stadtrat direkte Auswirkungen auf die Infrastruktur vor ihrer "Haustür" haben..

Was macht den Landkreis Wolfenbüttel für Sie besonders? Es gibt u.a. verschiedene Natur-u. Kultureinrichtungen in unserem LK,die das Leben u. die Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme der Bürger bereichern. Deshalb ist z.B. die Asse immer (noch) ein wunderschönes Landschafts-u. Wandergebiet, das es zu erhalten gilt...

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen? Stärken sehe ich natürlich in der relativ guten Infrastruktur mit interessanten und sogar weltweit beachteten und benutzten Einrichtungen wie die HAB u. einem architektonisch u. historisch gewachsenen Innenstadtkern, der auch für Touristen von besonderer Bedeutung ist.-  Natürliche Schwächen ergeben sich sowohl aus der Nähe zum sog. "Oberzentrum" BS, wodurch insbes. das Konsum-u. Einkaufsverhalten der Bürger bestimmt wird u. damit der sog. "Kaufkraft-Abfluss" von Wolfenbüttel nie gänzlich kompensiert werden kann. Eine spürbare Verbesserung könnte allerdings durch die Neubelebung der ehem. Hertie-Immobilie u. der ehem. Bähr-Immobilie erfolgen. In diesem Bereich hätten m.E. die etablierten "großen" Parteien u. die Stadtverwaltung schon frühzeitiger reagieren bzw. agieren müssen.


Foto: Nigel Treblin



FDP, Björn Försterling, 34 Jahre alt. Seit 2006 ehrenamtlich Mitglied im Kreistag und seit 2008 hauptberuflich Landtagsabgeordneter. Zuvor Steuerinspektor im Finanzamt Wolfenbüttel. Ansonsten vielfach im Ehrenamt unterwegs für das Deutsche Rote Kreuz.

Was hat Sie dazu bewogen, zu kandidieren? In der Kommunalpolitik mitzumischen bedeutet, Politik nah an den Menschen und mit den Menschen zu machen. Die Auswirkungen der Entscheidungen hat man direkt vor den Augen. Man sieht, wenn sich etwas zum Positiven verändert. Das macht einfach viel Freude.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Mir liegt die Stadtentwicklung im Westen Wolfenbüttels am Herzen. Betrachtet man das Gebiet um die Adersheimer Straße, die Frankfurter Straße und den Schützenplatz, so stellt man fest, dass es hier erheblichen Nachholbedarf gibt. Dazu zählt dann auch die Prüfung der Verkehrssteuerung. Die Grauhofstraße ist beispielsweise über Gebühr belastet.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger? Eben weil es Entscheidungen sind, die sich direkt auswirken. Nehmen wir als Beispiel das komplexe Thema einer möglichen Fusion mit der Abfallwirtschaftsbetriebe im Landkreis Wolfenbüttel und im Landkreis Goslar. Wenn Kommunalpolitik hier nicht aufpasst, dann müssen es am Ende die Bürger mit höheren Gebühren bezahlen.

Was macht Wolfenbüttel für Sie besonders? Das kann man gar nicht so richtig ausdrücken. Sind es die Mitmenschen, die schöne Altstadt, die Entwicklungsperspektiven? Ich kann für mich nur feststellen, dass ich nach der Schule nie in die Ferne wollte, weil Wolfenbüttel einfach meine Heimat ist.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt? Finanziell ist die Stadt gut aufgestellt, wirtschaftlich bieten die Ausgründungen aus der Ostfalia eine gute Grundlage und im Bereich der Bildung sind wir vom Kindergarten bis zur Hochschule gut aufgestellt. Die größte Schwäche ist derzeit die Fußgängerzone. Das wird auch nicht mit neuen Pflastersteinen gelöst werden können. Vielmehr brauchen wir attraktive Geschäfte und ein Konzept Wolfenbüttel wieder zu einem besonderen regionalen Einkaufserlebnis zu machen.


Klaus-Dieter Heid. Foto: Privat



Alternative für Deutschland, Klaus-Dieter Heid. 59 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, drei Enkelsöhne. Vor etwas mehr als einem halben Jahr gab er krankheitsbedingt seine Tätigkeit als Vertriebsmitarbeiter für digitale Kopiertechnik auf. Er ist freier Autor, Buchautor und regelmäßiger Teilnehmer der Wolfenbütteler Kulturnächte mit Lesungen eigener satirischer und amüsanter Texte. 

Was hat Sie dazu bewogen, zu kandidieren? Weil ich die Interessen jener Bürger vertreten werde, die ihr Vertrauen in die etablierten Parteien verloren haben.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Die wachsende Benachteiligung sozial schlecht gestellter Menschen, insbesondere der Umstand, dass bis zu 400 Kinder in Wolfenbüttel auf die Tafeln angewiesen sind.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger? Selten waren sie wichtiger, denn sie bestimmen kommunalpolitische Entscheidungsprozesse, reflektieren aber auch die Stimmung zur Bundespolitik.

Was macht Wolfenbüttel für Sie besonders? Die Schönheit der Altstadt, die literarische Historie und auch die Herzog-August Bibliothek

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt? Stärken: die in Jahrhunderten gewachsenen kulturellen und städtebaulichen Werte. Schwächen: die seit Jahren bröckelnden kulturellen und städtebaulichen Werte.




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