Kostenlose Fahrten für alle Schüler und Azubis gefordert

Landesjugendring und Landesschülerrat Niedersachsen wollen Entlastung für junge Menschen und ihre Familien.

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Symbolbild Foto: Pixabay

Niedersachsen. Eine kostengünstige ÖPNV-Nutzung für Schüler und Auszubildende beziehungsweise eine kostenlose Beförderung zur (Berufs)Schule für alle fordern Landesjugendring Niedersachsen, Landesschülerrat Niedersachsen, Stadtschülerrat Braunschweig und Stadtjugendring Braunschweig in einer gemeinsamen Stellungnahme. Auch für alle anderen solle es ein deutlich günstigeres Angebot geben als das aktuell diskutierte 49-Euro-Ticket.


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Einen Anspruch auf kostenlose Beförderung zur Schule hätten in Niedersachsen aktuell fast nur Schüler bis zur zehnten Klasse. Doch nicht nur das Alter und die Schulform hätten Einfluss auf diesen Anspruch, auch die Entfernung zwischen Wohnsitz und Schule, kommunal unterschiedlich geregelt, spiele eine Rolle. Schüler der gymnasialen Oberstufe und der Berufsschulen hingegen hätten keinen Anspruch auf kostenlose Fahrkarten. Für die Nutzung des ÖPNV müssen sie, auch wenn sie für ihre Ausbildung darauf angewiesen sind, selbst zahlen.

Förderung regionaler Fahrkarten


Mittlerweile seien in fast allen Regionen in Niedersachsen deutlich günstigere regionale und kommunale Fahrkarten eingeführt worden. Diese gelten häufig für Schüler, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende, teils jedoch in Verbindung mit Altersgrenzen. Die Einführung dieser kostengünstigeren Fahrkarten sei auch dadurch ermöglicht worden, dass die letzte Landesregierung Mittel zur Förderung regionaler Fahrkarten bereitgestellt habe. Zukünftig müssten diese jedoch noch deutlich höher ausfallen, um in allen Regionen finanziell dauerhaft tragfähige Lösungen zu implementieren, heißt es in dem Statement.

"Kostengünstigere Angebote für junge Menschen im ÖPNV begrüßen wir ausdrücklich. Gleichzeitig hatte die letzte Landesregierung einiges mehr in Aussicht gestellt. Im Koalitionsvertrag für die 18. Wahlperiode hieß es, dass die `stufenweise Einführung des kostenfreien Schülerverkehrs im Sekundarbereich II (Gymnasiale Oberstufe und Berufsbildende Schulen) und eines Niedersachsen-Schülertickets mit einem Eigenbetrag´ angestrebt wurde. Dies wurde nicht umgesetzt", kritisieren die Verfasser.

Das wird gefordert


Junge Menschen und ihre Familien hätten im Zuge der Corona-Pandemie viele Entbehrungen auf sich nehmen müssen. Nun gerieten sie auch durch steigende Lebenshaltungskosten im Zuge der Inflation und die massiv steigenden Energiepreise zunehmend unter Druck. Gerade jetzt sei eine finanzielle Entlastung unumgänglich. Das Ziel müsse die kostenlose Nutzung des ÖPNV in Niedersachsen für alle jungen Menschen sein.
Um dieses Ziel zu erreichen, formulieren die Verfasser folgende Forderungen als nächste Schritte an die zukünftige Landesregierung:

Kostenlose Fahrt zur Schule – für alle!
"Der Anspruch auf kostenlose Fahrkarten muss auf alle Schüler der gymnasialen Oberstufe sowie auf alle Berufsschüler ausgeweitet werden, um ihnen die Teilhabe an schulischer und beruflicher Bildung zu ermöglichen."

1 Euro pro Tag – landesweit und sofort
"Um junge Menschen und Familien zu entlasten, fordern wir die sofortige Einführung eines landesweiten Monatstickets zum Preis von maximal 1 Euro pro Tag/30 Euro pro Monat für alle Schüler, Auszubildenden und Freiwilligendienstleistenden. Regionale günstigere Tickets, die bereits jetzt vorhanden gibt, sollen erhalten bleiben und gefördert werden."

9 Euro statt 49 Euro
"Mit dem 9-Euro-Ticket hatten junge Menschen die Möglichkeit, kostengünstig den ÖPNV im gesamten Bundesgebiet zu nutzen. Dies darf keine Einmaligkeit bleiben. Eine Nachfolge des 9-Euro-Tickets, wie sie auf Bundesebene diskutiert wird, darf durch höhere Preise keine zusätzlichen Barrieren aufbauen. Wir fordern daher die niedersächsische Landesregierung auf, sich für eine kostengünstige und attraktive Nachfolge des 9-Euro-Tickets auf Bundesebene einzusetzen."

Finanzielle Unterstützung von Kommunen und regionalen Verkehrsverbünden
"Die Kosten für den ÖPNV in Niedersachsen dürfen nicht nur von Kommunen oder regionalen Verkehrsverbünden getragen werden. Die Landesregierung muss ausreichend Mittel im Haushalt zur Verfügung stellen, damit attraktive Angebote nachhaltig umgesetzt werden können und gleichzeitig der Ausbau des ÖPNV in strukturschwachen Regionen ermöglicht wird."


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