München. Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), hat die Amtsführung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gelobt. Dieser habe zwar zuvor keine Regierungserfahrung gehabt, "dafür eine steile Lernkurve", sagte Kretschmann der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe).
Merz habe in der Außenpolitik, die auch die Innenpolitik dominiere, ein gutes Auftreten. "Da gibt es nichts zu kritisieren", sagte Kretschmann.
Dem Kanzler sollten nur Dinge wie der Post zur Fußballnationalmannschaft nach deren Ausscheiden bei der WM nicht wieder passieren. Merz ließ sich damals mit den Worten zitieren, diese habe mit ihrem "Einsatz und Teamgeist unser Land begeistert". Das wurde von vielen als realitätsfern empfunden. Kretschmann sagte dazu, damit habe Merz seine Glaubwürdigkeit und sein Ansehen beschädigt. "Da bist du bei Millionen unten durch. Weil alle sich fragen: Was schwätzt denn der?"
Über Merz` Vorgänger Olaf Scholz (SPD) sagte Kretschmann: "Im Kern hat er Kommunikation verweigert."
Indirekt nahm Kretschmann auch den CDU-Politiker Jens Spahn in Schutz. Der ehemalige Ministerpräsident lehnte es ab, Spahn seine Maskenbeschaffung als Gesundheitsminister nun zum Vorwurf zu machen. "Die Situation war doch: Ihr holt mir bitte Masken, egal wie", sagte er. Auf chinesischen Flughäfen hätten Vertreter aus dem Westen die Preise gegenseitig hochgetrieben, um an Masken und Beatmungsgeräte zu kommen. "Wir hatten doch alle Angst, dass uns die Pandemie aus dem Ruder läuft und es Hunderttausende Tote gibt", sagte Kretschmann.
Kretschmann lobt Merz und verteidigt Spahn
Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), hat die Amtsführung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gelobt.
Winfried Kretschmann (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur
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