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Lebenslänglich für Ku'damm-Raser: So urteilt die Region

von Antonia Henker


Unsere Leser haben eine ganz klare Meinung zum Raser-Urteil. Foto: regionalHeute.de
Unsere Leser haben eine ganz klare Meinung zum Raser-Urteil. Foto: regionalHeute.de Foto: regionalHeute.de

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28.02.2017

Region. In Berlin wurden zwei sogenannte „Raser” zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie hatten auf dem Ku'damm bei einem illegalen Autorennen einen schweren Unfall verursacht. Dabei war ein Unbeteiligter ums Leben gekommen. Das Gericht sagt: Es war Mord. Was denkt die Region?


regionalHeute.de war unterwegs, um Ihre Meinung einzuholen. Fazit: Für viele gibt es keinen Zweifel: Das Urteil ist angemessen und musste sein.

"Man fragt sich, was ist ein Menschenleben wert? 5 Jahre? 10 Jahre?"

Eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern sagt, es sei ein sehr hartes Urteil, da die beiden Fahrer noch sehr jung seien und sicher nicht vorsätzlich gehandelt hätten. Andere Stimmen aus Wolfsburg meinen entweder, das Urteil sei zu hart, oder argumentieren: "Ich finde das gut. Endlich mal eine ordentliche Strafe, nicht immer nur Bewährungen. Es hätte ja auch eine Mutter mit Kind treffen können."

Weitere Stimmen aus der Region:


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Auch der Bundestagsabgeordnete Uwe Lagosky (CDU), Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel, äußerte im regionalHeute.de-Studio seine Meinung:

„Richtiges Signal der Justiz“



Der Hintergrund des Urteils:


Am 1. Februar 2016 fuhren die beiden Männer, 27 und 25 Jahre alt, mit 160 km/h über den Ku'damm. Sie ignorierten elf Ampeln und rammten Straßenbegrenzungen, bevor es schließlich auf der Tauentzienstraße kurz vor dem bekannten Kaufhaus KaDeWe zu dem tödlichen Unfall kam: Der damals 27-jährige Fahrer des einen Sportwagens rammte einen Jeep, der Grün gehabt hatte. Der Geländewagen wurde 70 Meter weit geschleudert. Der 69-jährige Fahrer starb noch am Unfallort, während die beiden Sportwagenfahrer nahezu unverletzt blieben. Psychologische Einschätzungen der beiden Fahrer, die nationalen Medien entnommen werden können, sprechen von massiver Selbstüberschätzung.

Das Urteil vom 27. Februar:


Hamdi H. und Marvin N. wurden vom Landgericht Berlin zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig, die Verteidiger können Revision einlegen. Dann geht der Fall vor den Bundesgerichtshof. Die Verteidiger hatten für fahrlässige Tötung in einem Fall und Gefährdung des Straßenverkehrs im anderen Fall plädiert. Der Staatsanwalt sah aber die Bedingungen zur Mordbegründung erfüllt: Die tödliche Folge des illegalen Rennens wurde billigend in Kauf genommen.


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