Linke fordert kostenlosen Schwimmunterricht für jedes Kind

Nachdem im Juni dieses Jahres so viele Menschen ertrunken sind wie seit über 20 Jahren nicht mehr, fordert Linken-Chef Luigi Pantisano eine bessere Unterstützung der Bundesregierung für die Kommunen. Pantisano sagte der "Rheinischen Post", die Bundesregierung müsse endlich dafür sorgen, dass die Städte und Gemeinden auf immer heißere Sommer vorbereitet seien.

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Schwimmbad (Archiv)
Schwimmbad (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Berlin. Nachdem im Juni dieses Jahres so viele Menschen ertrunken sind wie seit über 20 Jahren nicht mehr, fordert Linken-Chef Luigi Pantisano eine bessere Unterstützung der Bundesregierung für die Kommunen.


Pantisano sagte der "Rheinischen Post", die Bundesregierung müsse endlich dafür sorgen, dass die Städte und Gemeinden auf immer heißere Sommer vorbereitet seien. Dazu gehörten eine verlässliche Finanzierung der Kommunen, mehr Schwimmbäder, sichere Badestellen, Schatten- und Trinkwasserangebote sowie kostenloser Schwimmunterricht für jedes Kind. Stattdessen würden Schwimmbäder geschlossen, Kommunen kaputtgespart und öffentliche Infrastruktur dem Verfall überlassen. Hitzewellen seien die neue Normalität: "Wer davor die Augen verschließt und weiter an der öffentlichen Daseinsvorsorge spart, setzt willkürlich weitere Menschenleben aufs Spiel", so Pantisano.

Die sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Bettina Lugk, zeigte sich angesichts der hohen Zahlen von Badetoten alarmiert. Sie sagte der Zeitung, die Zahlen zeigten einmal mehr, wie dringlich es sei, sicher schwimmen zu können. Es brauche Übung und Erfahrung und dafür genügend Schwimmkurse, die von ausgebildeten Fachkräften geleitet werden. Dabei seien Schwimmhallen und Freibäder unersetzliche Lernorte.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Janosch Dahmen, forderte Ertrinkungsprävention als festen Bestandteil kommunaler Hitzeaktionspläne. Dazu gehörten bessere Warnhinweise an Seen und Flüssen, mehr qualifizierte Wasseraufsicht an stark frequentierten Badestellen, eine Stärkung der Schwimmfähigkeiten von Kindern und Jugendlichen sowie gezielte Aufklärung gerade junger Männer.

Alexander Throm (CDU), innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, hofft auf eine bessere Sensibilisierung durch die Bilanz. Viele der Unfälle hätten vermieden werden können. Das Thema verdiene mehr Sensibilität und leider sollten auch solche Statistiken durch hohe Verbreitung abschreckend wirken.

Nach einer Bilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind im Juni mindestens 99 Menschen ertrunken. Das sind so viele wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Ein Großteil der Verunglückten waren Männer, viele unter 30 Jahre alt.

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