Region. Die Stadt Flensburg ganz im Norden Schleswig-Holsteins hat einiges zu bieten: Schmucke alte Häuser, einen historischen Hafen und die Nähe zu Dänemark machen die Stadt zu einem attraktiven Ausflugsziel. Wer den Namen hört, denkt jedoch unweigerlich zuerst an die Verkehrssünderdatei beim dort ansässigen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Dementsprechend unwohl dürfte vielen sein, wenn sie Post aus der Stadt bekommen – doch genau das passiert vielen Fahrzeughaltern gerade.
Laut Bundesverkehrsministerium waren zum Stichtag 1. Januar 2025 61.097.943 Kraftfahrzeuge in Deutschland zugelassen. Die mit Abstand größte Gruppe machten dabei Autos aus (49.339.166), gefolgt von Krafträdern (5.059.248) und Lkw (3.827.663). Sie alle brauchen Straßen, um sich fortbewegen zu können – und genau um diese Verkehrsinfrastruktur geht es in dem Brief, der derzeit in großer Zahl an deutsche Fahrzeughalter verschickt wird.
Umfassendes Bild
Ende des vergangenen Monats hat das KBA das zentrale Projekt „Halterbefragung“ im Rahmen der Fahrleistungserhebung 2026 gestartet. Ziel der Erhebung ist es, erstmals seit Jahren die tatsächlich zurückgelegten Kilometer der in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeuge zu erfassen. Durch die Kombination von Halterbefragungen und Straßenverkehrszählungen soll dabei ein umfassendes Bild der Fahrleistung in Deutschland erstellt werden, wie das KBA auf seiner Website schreibt.
Deshalb werden Halter angeschrieben
Im Rahmen der Erhebung bekommen nun zahlreiche Menschen Post aus Flensburg. Zufällig ausgewählte Fahrzeughalter erhalten dabei ein Schreiben des KBA mit der Bitte, die jeweils aktuellen Kilometerzählerstände (Tachostände) zu zwei Stichtagen anzugeben. Die Befragung kann postalisch oder online beantwortet werden und ist freiwillig, jedoch sei jede Rückmeldung für die Qualität der Ergebnisse von entscheidender Bedeutung, wie das KBA weiter schreibt.
"Die Fahrleistungserhebung 2026 ist ein entscheidender Baustein für evidenzbasierte Verkehrspolitik. Durch die präzise Erfassung der tatsächlichen Fahrleistungen schaffen wir die Datenbasis, die es ermöglicht, Infrastrukturprojekte zielgerichtet zu planen und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck des deutschen Fahrzeugbestands besser zu verstehen. Ich danke allen Fahrzeughalterinnen und -haltern für ihre freiwillige Teilnahme – Ihr Beitrag ist unverzichtbar, um Deutschlands Verkehrssystem zukunftsfähig zu gestalten", so Richard Damm, Präsident des Kraftfahrt-Bundesamtes.
Das passiert mit den Daten
Die Verarbeitung der Daten erfolgt laut KBA gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und unter Beachtung der Zweckbindung. Die erhobenen personenbezogenen Daten würden spätestens drei Monate nach Abschluss der Befragung gelöscht. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Website des Kraftfahrtbundesamtes.

