Nominierung Gauck – Reaktionen *aktualisiert*




[image=5e1764cd785549ede64ccfea]Bis zum 18.März 2012 muss die Bundesversammlung den nun 11. Bundespräsidenten wählen. Nach dem Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten Christian Wulffs wurde gestern die Nominierung der Parteien CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen bekannt gegeben, die auf den parteilosen Joachim Gauck fiel (siehe Live-Ticker auf unserer Facebook-Seite). Reaktionen zur Nominierung ungekürzt und unkommentiert in der Reihenfolge des Posteingangs:

Rolf Meyer, SPD:
„Na endlich. Gauck wird zeigen, was ein Bundespräsident leisten kann. Vertrauen gewinnen wird die wichtigste Aufgabe sein, die ein Bundespräsident für sein Amt braucht. Nur dann gelingt es, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger für die Demokratie, ihre Strukturen und ihre handelnden Personen, zurück zu gewinnen. Gauck kann dies gelingen und deshalb ist es gut, dass die CDU über ihren Schatten gesprungen ist und ihn wählen will. Aber eins ist auch klar: Ein Bundespräsident Gauck ist kein „weiser“ Mann, der automatisch immer Recht hat. Er wird Reden halten, über deren Inhalt man sich streiten wird. Politik ist die Durchsetzung von unterschiedlichen Interessen und deshalb gibt es natürlich auch verschiedene Meinungen. Es gibt keinen Grund, den Bundespräsidenten zu einer politischen Idealfigur zu stilisieren.”

Christian Dürr, FDP:
„Joachim Gauck ist eine beeindruckende Persönlichkeit und für die große Mehrheit der Deutschen genau der richtige Kandidat für das höchste Staatsamt. Gauck weiß aufgrund seiner Biographie den Wert einer freien Gesellschaft zu schätzen und kann andere für die Demokratie und für Freiheit in Verantwortung begeistern. Die Zeiten sind schnelllebig geworden, Werte ändern sich: In so einer Zeit kann ein Mann wie Joachim Gauck Orientierung geben und Mut machen.“

Die Tatsache, dass sich Bündnis90/Die Grünen, FDP, SPD und CDU/CSU auf Gauck als gemeinsamen Kandidaten verständigt haben, sei “ein starkes Signal für unsere Demokratie und die handelnden Parteien“.

Stefan Wenzel, Bündnis90/Die Grünen:
“Herr Gauck setzt sich mit Verstand und Souveränität für die Überwindung der Kluft zwischen Regierenden und Regierten ein. Seine Wahl wäre ein sehr gutes Signal nach den beschämenden Wochen mit dem seinerzeit von CDU/CSU und FDP ins Amt gehievten Christian Wulff.”

Stephan Weil, SPD:
„Nach zwei Fehlgriffen von Bundeskanzlerin Merkel ist das Amt des Bundespräsidenten deutlich beschädigt. Deshalb ist es gut, dass sich die Parteivorsitzenden in Berlin schnell auf eine Nachfolge geeinigt haben. Schwarz-Gelb hat Joachim Gauck beim letzten Mal verhindert, seine Nominierung jetzt ist auch das Eingeständnis eines schweren politischen Fehlers von CDU und FDP, der die Steuerzahler viel Geld kostet. Dass Joachim Gauck die Aussicht auf einen Bundespräsidenten eröffnet, dessen Wort Gewicht hat, ist unbestritten und eine gute Perspektive nach den letzten Erfahrungen. Als Wermutstropfen empfinde ich die Tatsache, dass das Amt des Bundespräsidenten auch nach 60 Jahren als letztes Verfassungsorgan eine reine Männerdomäne bleibt.“

Falk Hensel, SPD-Stadtverbandsvorsitzender Wolfenbüttel:„Es ist eine gute Entscheidung Joachim Gauck für das Amt des Bundespräsidenten zu nominieren. Ich selber hatte die Gelegenheit Herrn Gauck bei seinem Besuch in Wolfenbüttel während eines Essens und der Besichtigung der Herzog August Bibliothek kennenzulernen und bin mir sicher, dass er das so wichtige Amt der Bundespräsidentschaft mit Würde füllen wird. Joachim Gauck hat die Gabe auf die Menschen einzugehen. Er genießt eine unheimlich große Akzeptanz in der Bevölkerung. Ich freue mich auf eine gute Präsidentschaft von Herrn Gauck, die von dem Freiheitsgedanken getragen sein wird.“


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