Online-Entscheidungshilfe: „WahlSwiper“ zur Landtagswahl

Per Swipe können Wähler mit dem WahlSwiper ihre passende Partei zur Landtagswahl am 9. Oktober in Niedersachsen ermitteln.

Online-Entscheidungshilfe „WahlSwiper“ zur Landtagswahl in Niedersachsen.
Online-Entscheidungshilfe „WahlSwiper“ zur Landtagswahl in Niedersachsen. Foto: Max Fuhrmann/TU Braunschweig

Region. Der Landtagswahlkampf Niedersachsen geht in die heiße Phase. Bereits zum zweiten Mal steht der WahlSwiper bei der niedersächsischen Landtagswahl als Online-Wahlhilfe zur Verfügung. Die Fragen entwickelten politikwissenschaftliche Institute der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Technischen Universität Braunschweig in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Verein VoteSwiper, um die Wahlberechtigten bei ihrer Entscheidung zu unterstützen. Dies teilte die TU heute mit.


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Per Swipe können Wähler mit dem WahlSwiper ihre passende Partei zur Landtagswahl am 9. Oktober in Niedersachsen ermitteln. 24 Parteien treten an und sie alle haben ihre Antworten auf die 36 Fragen im WahlSwiper gegeben. Interessenten können ab sofort die Übereinstimmung der persönlichen politischen Ansichten mit den Parteiprogrammen prüfen.

Anhand politischer Sachfragen


Unter anderem können die Nutzer des WahlSwipers ihr Votum auf die Fragen „Soll der ÖPNV kostenlos werden?“, „Soll die Schuldenbremse in Niedersachsen beibehalten werden?“ oder „Soll Niedersachsen weitere Flüssiggas-Terminals bauen“ abgeben. Der WahlSwiper zielt darauf ab, anhand der wichtigsten politischen Sachfragen im Land die Unterschiede zwischen den Parteien sichtbar zu machen.

Dabei zeigen sich große inhaltliche Unterschiede, aber auch überraschende Gemeinsamkeiten zwischen den Parteien. Welche Parteien ähneln sich besonders? Und welche Parteien unterscheiden sich stark? Darauf soll der WahlSwiper Antwort geben.

So entstand der WahlSwiper


Das Team des WahlSwipers habe dafür rund 200 relevante Prüffragen aus den Wahlprogrammen der Parteien zusammengestellt. Daraus wurden 60 Fragen ausgewählt, die den Parteien zur Beantwortung vorgelegt wurden. Aus diesen wurden dann abschließend 36 Fragen ausgewählt. Dabei sind zwei Kriterien relevant: die Unterschiede zwischen den Parteien und die politische Wichtigkeit.

Besonders große Unterschiede zwischen den Parteien gibt es bei den Fragen: „Soll Niedersachsen seine VW-Aktienanteile verkaufen?“, „Soll der Einsatz von Tasern durch die Polizei erlaubt werden?“ und „Soll die Schuldenbremse in Niedersachsen beibehalten werden?“

Weitestgehend einig waren sich alle Parteien bei der Frage: „Sollen Breitensportvereine, die wegen Corona in finanzielle Schwierigkeiten gekommen sind, zusätzlich aus Landesmitteln unterstützt werden?“ Daher hat es diese Frage nicht in den WahlSwiper geschafft.

Ganz einfach per Swipe entscheiden


Die Nutzer können die Fragen per Swipe nach links mit nein oder nach rechts mit ja beantworten und am Ende die Übereinstimmung mit den zur Wahl stehenden Parteien überprüfen.

Die Auswertung erfolgt über einen mathematischen Abgleich mit den Antworten der Parteien zu den 36 gestellten Fragen. Die Anwender sehen dann, zu wie viel Prozent sich ihre Antworten jeweils mit denen der Parteien decken. Zudem können sie noch weiter in die Tiefe gehen und nachvollziehen, wie die Fragen jeweils von den Parteien inhaltlich begründet werden.

Erklärvideos zu den gestellten Fragen


Ein Alleinstellungsmerkmal sind die Erklärvideos zu den einzelnen Fragen. Die anonymisierten Daten nutzen die Wissenschaftler indes auch für weitere Forschungen, etwa welche Parteien sich besonders ähnlich sind oder wie die Zustimmung zu einzelnen Themen ist.

„Unser Ziel ist es, die Wählerinnen und Wähler wissenschaftlich und zugleich spielerisch bei ihrer Wahlentscheidung zu unterstützen – und somit auch das politische Interesse und den politischen Diskurs zu stärken“, sagt Prof. Uwe Wagschal von der Universität Freiburg.

„Die Wahl in Niedersachsen ist auch ein Stimmungsbarometer für die Bundespolitik. Wir erhoffen uns ein Zwischenzeugnis für die Ampel-Regierung und sind zugleich gespannt, ob sich die große Koalition fortsetzen wird oder es zu einem Regierungswechsel kommt“, sagt Prof. Dr. Nils C. Bandelow von der TU Braunschweig.

Projektleiter und Vereinsvorstand Matthias Bannert ergänzt: „Uns ist es wichtig, die Wähler*innen nicht mit Fragen allein zu lassen, sondern auch die Hintergründe der politischen Debatten mit Erklärvideos und -texten darzustellen.”

Der WahlSwiper kann direkt auf der Webseite voteswiper.org oder als App für Smartphones und Tablets genutzt werden.


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