Protest-Radtour der BISS durch die Region


Die BISS auf ihrer Protest-Tour. Fotos: BISS
Die BISS auf ihrer Protest-Tour. Fotos: BISS

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Braunschweig/Wolfenbüttel. Mit einer außergewöhnlichen Aktion wies die BISS auf die Gefahren von nukleartechnischen Firmen in der Region hin. Eine Fahrradtour sollte das Gebiet markieren, welches im Falle eines nuklearen Störfalls verstrahlt werden könnte. Dabei verteilte sie offene Briefe an Politiker an den entsprechenden Orten.


Die Tour startete am gestrigen Sonntag zusammen mit einigen Aktiven und in Begleitung von anderen Bürgerinitiativen. Die ausgezeichneten Punktenergeben sich dabei aus dem BISS-Stresstest.

"Auf unserer Radtour hinterlegten wir den offenen Brief in den Rathäusern von Wolfenbüttel und Braunschweig, sowie bei einigen Braunschweiger Bezirksbürgermeister, die als politisch Verantwortliche an den ausgezeichneten Punkten auf die besondere Situation ihrer Wähler aufmerksam gemacht wurden", so die BISS.

Offener Brief


Dies ist der Inhalt des Briefes:

Die BISS fährt heute am 27. Mai 2018 auf ihrer jährlichen Radtour zu den Punkten im Braunschweiger Land, die nach den Berechnungen des BISS-Stresstests eine besondere Erwähnung notwendig machen.

Der BISS-Stresstest entspricht dem offiziellen Stresstest („worst case“ Betrachtung), den die ESK im Auftrag des Bundesumweltministeriums nach der Katastrophe von Fukushima 2013 modellhaft für alle Kerntechnischen Anlagen in Deutschland durchgeführt hat. Das Nukleargelände von Eckert & Ziegler und GE Healthcare Buchler in Braunschweig-Thune ist dabei durchgefallen.

Der Aufforderung der ESK zu einem auf das Nukleargelände speziell abgestimmten Stresstest ist bislang niemand nachgekommen. Darum hat die BISS diesen Stresstest mit den aktuellen Daten aus der Strahlengenehmigung für Eckert & Ziegler erneuert.
Das Ergebnis des BISS-Stresstests zeigt, dass durch die radioaktive Ausbreitungswolke nach einem Störfall bei Eckert & Ziegler hunderttausende Bürger*innen im Braunschweiger Land direkt betroffen sind.

Aus den über 170 am Nuklearstandort vorkommenden Radionukliden wählte die BISS für die Berechnungen im Stresstest nur einige wenige exemplarisch aus, die zum Teil auch bereits von der ESK betrachtet wurden. Dabei offenbarte sich folgendes Ergebnis:

Nach einem radioaktiven Störfall mit einer Freisetzung von 0,1% des am Nuklearstandortes möglichen Inventars muss unter der radioaktiven Ausbreitungswolke,
- bis in 3km Entfernung vom Nukleargelände (entspricht dem VW-Werk Hansestraße) mit 50% Krebskranken
- bis in 6,7km Entfernung vom Nukleargelände (Entspricht dem Rathaus Braunschweig) mit 20% Krebskranken
- bis in 19km Entfernung vom Nukleargelände (entspricht dem Rathaus Wolfenbüttel) mit einer sofortigen Evakuierung
gerechnet werden.

Die Radtour der BISS führt heute zu exemplarischen Punkten in unserer Region, die durch die radioaktive Ausbreitungswolke direkt betroffen sind.
Wenn Sie also diesen offenen Brief in ihrem Briefkasten finden, dann haben wir Sie mit der BISS Radtour besucht, weil sie auf der Grenze von einer der oben genannten Entfernungen zum Nukleargelände wohnen.

Die aktuell beim Landesumweltministerium Niedersachsen unter Minister Olaf Lies durchgeführte Überprüfung der Strahlengenehmigung von Eckert & Ziegler dauert bereits über fünf Jahre und wird durch Eckert & Ziegler verzögert. Die BISS vermutet, dass Eckert & Ziegler die Voraussetzungen für die enorm hohe Strahlengenehmigung aus dem Jahr 2004 nicht erbringen kann.

Die BISS fordert von Minister Olaf Lies,
- eine sofortige Reduzierung der Strahlengenehmigung auf den Stand von vor 1998
- eine Verlagerung dieses ungeeigneten und veralteten Nuklearstandortes Helfen Sie uns und sich selbst, und stellen auch Sie diese Forderungen an Minister Lies.

Bilder der Radtour


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