Salzgitter/Region. Am dritten Warnstreiktag in dieser Woche im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie legten laut einer Pressemitteilung der IG Metall mehr als 6.000 Beschäftigte in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt am heutigen Mittwoch die Arbeit nieder. Noch in der Nacht traten die ersten Belegschaften in den Ausstand – zum Beispiel bei MKN in Wolfenbüttel.
Über den Tag hinweg fanden drei Großkundgebungen statt: In Salzgitter versammelten sich laut Pressemitteilung der Gewerkschaft über 1.800 Beschäftigte an der Kreuzung der Metallerinnen und Metaller. Sie kamen unter anderem aus den Betrieben von MAN Truck & Bus, Bosch, Alstom, Magna und Stoll sowie weiteren Betrieben. Auch Beschäftigte des Stahlwerkes, von Volkswagen und der PowerCo zeigten sich solidarisch.
Die IG Metall fordert höheres Entgelt
Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, kritisierte dabei das Angebot der Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie scharf. Die angebotene Einmalzahlung von 660 Euro, die zudem abhängig von der wirtschaftlichen Situation der Betriebe entfallen könnte, sowie eine Tabellenerhöhung erst Mitte 2028 seien angesichts der Inflation nicht akzeptabel, so Gröger. Neben deutlichen Entgeltsteigerungen fordert die IG Metall verbindliche Zusagen zur Beschäftigungs- und Standortsicherung sowie Investitionen in die Industriestandorte. Sollte die Arbeitgeberseite in der nächsten Verhandlungsrunde kein verbessertes Angebot vorlegen, kündigt Gröger eine Ausweitung der Warnstreiks und Protestaktionen an.
Auch die Situation bei Volkswagen spricht Gröger an. Die Kündigung zahlreicher Tarifverträge kritisiert er deutlich. Die Beschäftigten hätten bereits erhebliche finanzielle Beiträge zur Zukunftssicherung des Unternehmens geleistet. Deshalb erwartet die IG Metall, dass Volkswagen bestehende Vereinbarungen einhält und die Zusagen zur Standortsicherung respektiert.
Kernbotschaft: Die IG Metall fordert spürbare Entgeltsteigerungen, sichere Arbeitsplätze und verbindliche Zukunftsperspektiven für die Industriestandorte. Ohne ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber drohen weitere Arbeitskampfmaßnahmen.
Weitere Proteste und Warnstreiks
Auch an anderen Industriestandorten in Niedersachsen gab es Proteste, genauso wie in Sachsen-Anhalt. Auch abseits der Großkundgebungen beteiligten sich zahlreiche Belegschaften an den Warnstreiks. Beispielsweise setzten in Braunschweig die Belegschaften von BMA und Lanico ein Zeichen. „Die Beschäftigten haben genug von Krisenrhetorik und Hinhaltetaktik. Sie erwarten Respekt für ihre Arbeit, und den gibt es nicht zum Nulltarif oder gar mit fettem Minus“, so IG Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger.
Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Hinzu kommen eine soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen, eine Stärkung der Beschäftigungssicherung und eine tarifliche Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich starken Betrieben.
Proteste sollen weitergehen
Ein Ende der Proteste ist nicht in Sicht. Am Donnerstag und Freitag ruft die IG Metall in den Tarifgebieten erneut zu Warnstreiks auf. Am Freitag, 6. November, treffen IG Metall und NiedersachsenMetall zur dritten Verhandlung für die niedersächsische Metall- und Elektroindustrie zusammen.


