Salzgitter. Bereits im vierten Jahr in Folge werden in diesem Monat Gehölzarbeiten am Schäferstuhl umgesetzt. Die Arbeiten sind Teil einer langfristigen Pflege, die den Kalkmagerrasen offenhält und so Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten sichert. Das berichtet der NABU Landesverband Niedersachsen e.V. in einer Pressemitteilung.
Die bunt blühenden Magerrasen kommen nur auf kargen, kalkhaltigen Böden vor und sind durch jahrhundertelange traditionelle Beweidung entstanden. Als einer der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas bieten sie einen wertvollen Lebensraum für eine Vielzahl spezialisierter Pflanzen- und Tierarten, zu denen auch gefährdete und seltene Arten gehören. So sind im Frühsommer am Schäferstuhl die leuchtenden Blüten von Sonnenröschen, Orchideen und Kreuzblümchen zu entdecken, über die zahlreiche Schmetterlinge flattern. Auch Vogelarten wie der Neuntöter, die Grauammer und das Schwarzkehlchen profitieren von den Offenflächen.
Galloway-Rinder helfen mit
Für den Erhalt dieser Diversität ist der Lebensraum auf kontinuierliche extensive Weidenutzung angewiesen, die am Schäferstuhl durch eine Herde aus Galloway-Rindern sichergestellt wird. Sie halten die Vegetation niedrig und schaffen damit Raum für die lichtliebenden und konkurrenzschwachen typischen Magerrasenpflanzen. Damit diese auch nicht durch aufwachsende Sträucher verdrängt werden, sind zusätzlich regelmäßige Gehölzauflichtungen notwendig.
Gehölzentnahme im Winter
In diesem Winter werden deshalb erneut Gehölze dort entnommen, wo sie sich inzwischen großflächig ausbreiten und drohen, den wertvollen Magerrasen zu verdrängen. Auch bereits in den vergangenen Jahren aufgelichtete Bereiche werden erneut nachgepflegt, sodass sich langfristig dort mithilfe der Beweidung wieder Magerrasen etablieren kann. Die von der ÖNSA beauftragten Pflegemaßnahmen werden durch einen lokal ansässigen Landschaftspflegebetrieb umgesetzt, der die Gehölze entfernt und das Schnittgut anschließend vollständig abräumt und abtransportiert. Der Magerrasen am Schäferstuhl in Salzgitter liegt im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet "Salzgitterscher Höhenzug (Südteil)" und ist damit Teil des einzigartigen europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000.
Die Pflegearbeiten erfolgen im Rahmen der vom Land Niedersachsen geförderten Schutzgebietsbetreuung der ÖNSA, mit Zustimmung der GrundstückseigentümerInnen und in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Salzgitter.

