Salzgitter. Mit zahlreichen Gästen, Unterstützern und Kooperationspartnern feierte der Verein SuperSZ sein zehnjähriges Bestehen und zugleich die Wiedereröffnung seiner Begegnungsstätte am Neuen Mühlenweg. Nach einem schweren Brand im vergangenen Jahr präsentiert sich die Einrichtung mit erweiterten Räumlichkeiten und neuen sozialen Angeboten, heißt es in einer Pressemitteilung
Zehn Jahre soziales Engagement, zahlreiche gemeinnützige Projekte und ein schwieriger Neuanfang: Für Gianluca Calabrese und sein Team war die Jubiläumsfeier von SuperSZ ein besonderer Moment. Nach einem Brandanschlag im vergangenen Jahr, bei dem die Räumlichkeiten schwer beschädigt wurden, konnte der Verein nun seine neu gestaltete Begegnungsstätte offiziell eröffnen. Zahlreiche Wegbegleiter, Vertreter der Stadt Salzgitter und langjährige Unterstützer waren gekommen, um diesen Meilenstein gemeinsam zu feiern.
Vom kleinen Projekt zum sozialen Anlaufpunkt
Was vor zehn Jahren als kleines Projekt zur Suchtprävention begann, hat sich inzwischen zu einem wichtigen sozialen Anlaufpunkt im Quartier entwickelt. Dabei war der Weg keineswegs einfach, wie Vereinsgründer Gianluca Calabrese in seiner Ansprache offen einräumte.
Anfangs habe er mit einem riesigen Rucksack voller Ideen loslegen wollen. Doch es sei schwierig gewesen, andere davon zu überzeugen, dass ein kleiner Verein all diese Vorhaben tatsächlich umsetzen könne. Mit der Zeit habe er gelernt, sich auf konkrete Hilfsangebote zu konzentrieren und Schritt für Schritt etwas aufzubauen.
Aus eigener Erfahrung anderen Menschen helfen
Die Motivation für sein Engagement ist eng mit Calabreses persönlicher Lebensgeschichte verbunden. Mehr als 20 Jahre war er selbst drogenabhängig. Inzwischen lebt er nach eigenen Angaben seit 15 Jahren drogenfrei – ohne Rückfall. Seine Erfahrungen möchte er heute nutzen, um anderen Betroffenen und deren Angehörigen Mut zu machen. Er wolle zeigen, dass es auch nach einer langjährigen Suchterkrankung möglich sei, wieder ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft zu werden.
Diese Glaubwürdigkeit und Authentizität wurden während der Jubiläumsfeier von mehreren Rednern besonders hervorgehoben.
Stefan Klein würdigt Hartnäckigkeit und Engagement
Salzgitters Erster Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Stefan Klein gratulierte im Namen der Stadt zum Jubiläum und zur Eröffnung der neuen Begegnungsstätte. „Da ist echt was draus geworden in den zehn Jahren“, erklärte Klein im anschließenden Interview. Er erinnerte daran, dass es zu Beginn durchaus Vorbehalte gegenüber dem Projekt gegeben habe. Gerade bei einem sensiblen Thema wie Suchterkrankungen müsse zunächst Vertrauen entstehen.
Gianluca Calabrese habe mit großer Hartnäckigkeit für seine Ideen gekämpft und auch Konflikte nicht gescheut. Diese Beharrlichkeit sei ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg gewesen.
Mittlerweile unterstützt auch die Stadt Salzgitter den Verein finanziell. Hinzu kamen nach Kleins Angaben verschiedene Förderungen aus dem Konradfonds. Besonders beeindruckt zeigte sich der Bürgermeister von der Gestaltung der neuen Räume. Die gemütliche Atmosphäre und die liebevolle Ausstattung machten die Einrichtung zu einem Ort, an dem sich Besucher willkommen fühlen könnten. Zugleich betonte Klein die Bedeutung wohnortnaher Begegnungsmöglichkeiten. Gerade im Quartier am Neuen Mühlenweg ergänze SuperSZ das bestehende soziale Netzwerk und ermögliche Menschen, ohne lange Wege miteinander in Kontakt zu kommen.
TAG setzt langjährige Partnerschaft fort
Auch Claudius Oleszak, Leiter Immobilienmanagement bei der TAG, unterstrich die Bedeutung des Vereins für die Nachbarschaft. Das Wohnungsunternehmen begleitet SuperSZ bereits seit vielen Jahren als Kooperationspartner und Unterstützer. Die Arbeit mit suchtkranken Menschen erfordere ein hohes Maß an Sensibilität. Besonders wertvoll sei dabei, dass sich im Verein Menschen engagierten, die teilweise selbst entsprechende Lebenserfahrungen mitbrächten.
Für die TAG sei das Engagement auch Teil einer langfristigen Quartiersentwicklung. Gemeinsam mit weiteren Einrichtungen wie den Jumpers entstünden Angebote, die das soziale Miteinander stärkten. „Hier kommen Menschen zusammen, die sich entweder neu kennenlernen oder sich auch schon kennen. Und sowas stiftet Nachbarschaft“, sagte Oleszak.
Er würdigte außerdem die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Entwicklung des Vereins. Gerade bei sensiblen Themen wie Suchterkrankungen sei es wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Menschen ohne Vorurteile Hilfe finden könnten. Als Geburtstagsgeschenk wurde dem Verein zudem ein Amazon-Gutschein im Wert von 300 Euro für die Ausstattung der Küche überreicht.
Neue Bildungsküche und Bewegungsangebote
Mit der Wiedereröffnung erweitert SuperSZ seine bisherigen Angebote deutlich. Neben der Suchtprävention und der Unterstützung wohnungsloser sowie hilfsbedürftiger Menschen sollen künftig insbesondere Senioren und Kinder stärker einbezogen werden.
Ein zentraler Bestandteil ist die neu eingerichtete Bildungsküche. Dort sollen unter anderem gesunde Kochkurse stattfinden. Geplant sind außerdem generationenübergreifende Angebote, bei denen Kinder und ältere Menschen gemeinsam Lebensmittel zubereiten.
Auch das bereits bestehende Projekt „Grünes Klassenzimmer“ soll fortgeführt werden. Unter dem Motto „Vom Beet in den Topf“ können Kinder zunächst Gemüse und Kräuter anpflanzen, um die Ernte später gemeinsam in der Küche zu verarbeiten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bewegungsförderung. Im neu geschaffenen Bewegungsraum sollen kostenlose Kurse für Senioren angeboten werden. Dazu gehören Sturzprävention, Gleichgewichtstraining, Muskelaufbau und Übungen mit dem Hocker. Die Angebote sollen mit Unterstützung eines Physiotherapeuten umgesetzt werden.
Gianluca Calabrese sieht darin eine konsequente Weiterentwicklung der Vereinsarbeit. Durch die bisherigen sozialen Aktionen sei deutlich geworden, dass auch bei älteren Menschen im Quartier ein erheblicher Unterstützungsbedarf bestehe.
Anerkennung für zahlreiche soziale Projekte
Während der Jubiläumsfeier wurde auch an die zahlreichen Projekte erinnert, die SuperSZ in den vergangenen Jahren gemeinsam mit seinen Partnern umgesetzt hat. Dazu zählen eine Einkaufshilfe während der Corona-Pandemie, das Grüne Klassenzimmer, die Suppentage und der rollende Weihnachtsbraten.
Bereits 2019 wurde die Zusammenarbeit im Rahmen des IHK-Sozialtransferpreises ausgezeichnet. Die Ehrung war nicht nur eine Anerkennung für die Vereinsarbeit, sondern auch ein positives Signal für den Stadtteil und die gesamte Region.
Auch Herr Müller und Frau Verstegen überbrachten Glückwünsche und würdigten die Entwicklung der Einrichtung sowie das Engagement des gesamten Teams.
Nach dem Brand mit neuen Perspektiven
Der Brandanschlag im vergangenen Jahr stellte den Verein vor eine große Herausforderung. Umso größer war bei der Jubiläumsfeier die Freude darüber, dass die Räumlichkeiten nun wieder genutzt werden können und zusätzliche Möglichkeiten bieten.
Finanziert wird die Vereinsarbeit nach Angaben von Gianluca Calabrese überwiegend durch Spenden, die Unterstützung der TAG sowie einen Zuschuss der Stadt Salzgitter.
Für die kommenden Jahre hat sich SuperSZ viel vorgenommen. Neben der Fortführung bewährter Hilfsangebote sollen die neuen Kurse und generationenübergreifenden Projekte dauerhaft etabliert werden.
Bei aller Weiterentwicklung bleibt der ursprüngliche Gedanke bestehen. Menschen in schwierigen Lebenssituationen nicht allein zu lassen, Begegnungen zu ermöglichen und gegenseitiges Verständnis zu fördern.
Nach zehn Jahren, zahlreichen Herausforderungen und einem Neuanfang nach dem Feuer blickt SuperSZ damit auf ein neues Kapitel seiner Vereinsgeschichte – mit mehr Platz, neuen Angeboten und dem unveränderten Ziel, für die Menschen im Quartier da zu sein.


