Stromversorgung: Wichtige Industrieleitung ist ans Netz gegangen

Das Projekt ist innerhalb von rund fünf Jahren geplant, genehmigt und realisiert worden. Die neue Leitung soll den Industriestandort und die regionale Stromversorgung stärken.

Matthias Boxberger (Vorsitzender des Vorstands und Finanzvorstand der Avacon AG), Tim Meyerjürgens (CEO TenneT Germany), Ministerpräsident Olaf Lies und Dr. Heike Denecke-Arnold (Vorsitzende der Geschäftsführung der Salzgitter Flachstahl GmbH) (v. li.).
Matthias Boxberger (Vorsitzender des Vorstands und Finanzvorstand der Avacon AG), Tim Meyerjürgens (CEO TenneT Germany), Ministerpräsident Olaf Lies und Dr. Heike Denecke-Arnold (Vorsitzende der Geschäftsführung der Salzgitter Flachstahl GmbH) (v. li.). | Foto: TenneT Germany

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Salzgitter. TenneT Germany hat am heutigen Montag die Industrieleitung Salzgitter feierlich in Betrieb genommen. Die neue Stromleitung schafft eine wesentliche infrastrukturelle Voraussetzung für die Transformation eines der größten Industriestandorte Niedersachsens und stärkt zugleich die Versorgungssicherheit der Region. Gemeinsam mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und Energiewirtschaft feierte TenneT Germany die Inbetriebnahme in Salzgitter. Darüber berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung.



Tim Meyerjürgens, CEO von TenneT Germany, sagte: „Leistungsfähige Stromnetze sind ein entscheidender Standortfaktor und von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes. Es geht um Wettbewerbsfähigkeit, industrielle Wertschöpfung und darum, dass Unternehmen auch künftig in Deutschland investieren, produzieren und Arbeitsplätze schaffen. Dafür muss der Strom dort ankommen, wo er gebraucht wird. Salzgitter zeigt, dass Netzausbau schnell gelingen kann. Dieses Tempo, verlässliche Rahmenbedingungen und der gemeinsame Wille, Projekte voranzubringen, müssen auch für andere wichtige Infrastrukturvorhaben in Deutschland zum Maßstab werden.“

Rund fünf Jahre


Vom Planungsauftakt bis zur Inbetriebnahme vergingen rund fünf Jahre. Die vergleichsweise kurze Realisierungsdauer war das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit von Politik, Behörden, Kommunen, Industrie und Netzbetreibern sowie der pragmatischen Nutzung vorhandener Verfahrensspielräume.

Olaf Lies, niedersächsischer Ministerpräsident, sagte: „Die Industrieleitung Salzgitter ist ein starkes Signal für den Industriestandort Niedersachsen. Eine leistungsfähige Energieinfrastruktur ist entscheidend, damit Unternehmen wie die Salzgitter AG hier bei uns investieren, ihre Produktion klimafreundlich weiterentwickeln und Arbeitsplätze sichern. Besonders erfreulich ist, dass dieses wichtige Infrastrukturprojekt in nur rund fünf Jahren geplant, genehmigt und umgesetzt werden konnte. Das zeigt: Wenn Politik, Behörden, Netzbetreiber und Wirtschaft an einem Strang ziehen, können wir auch in Deutschland beim Ausbau unserer Infrastruktur Tempo machen. Genau dieses Tempo brauchen wir auch bei anderen wichtigen Zukunftsprojekten.“

Netzkapazität für Industrie und Region


Mit der zunehmenden Elektrifizierung industrieller Prozesse steigt der Strombedarf in der Region Salzgitter. Das bestehende 220-kV-Netz hätte den absehbaren Mehrbedarf langfristig nicht decken können. Die Industrieleitung Salzgitter schafft die dafür erforderliche zusätzliche Kapazität und ist damit eine wesentliche Voraussetzung für die weitere Entwicklung des Industriestandorts.

Dr. Heike Denecke-Arnold, Vorsitzende der Geschäftsführung der Salzgitter Flachstahl GmbH, sagte: „Wir haben uns mit unserem SALCOS-Programm auf den Transformationspfad hin zu einer CO2-armen Stahlerzeugung begeben. Die erste Ausbaustufe in Salzgitter steht kurz vor der Vollendung und wird im nächsten Jahr abgeschlossen sein, wenn die neuen Anlagen wie der Elektrolichtbogenofen in Betrieb gehen. Da die Transformation der Stahlproduktion zu einem wesentlichen Teil eine Elektrifizierung von Prozessen bedeutet, ist die neue Industrieleitung eine zentrale infrastrukturelle Voraussetzung für den Erfolg von SALCOS. Der zügige Ausbau der Netzkapazitäten ist für die Salzgitter Flachstahl GmbH und den gesamten Salzgitter-Konzern von herausragender Bedeutung.“

Versorgung der Region


Darüber hinaus stärkt die neue Infrastruktur die Versorgung der Region. Am Umspannwerk Bleckenstedt/Süd wird das Höchstspannungsnetz von TenneT Germany mit dem regionalen Verteilnetz von Avacon verbunden. Damit kommt der Ausbau nicht allein der Industrie zugute, sondern auch weiteren Unternehmen und privaten Haushalten im Versorgungsgebiet.

Matthias Boxberger, Vorsitzender des Vorstands und Finanzvorstand der Avacon AG, sagte: „Eine sichere und zukunftsfähige Energieversorgung entsteht erst im Zusammenspiel von Übertragungs- und Verteilnetzen. Gemeinsam stärken sie die Anbindung des Industriestandorts Salzgitter und der Region und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass die Energie zuverlässig dort ankommt, wo sie für Industrie, Wirtschaft und Haushalte gebraucht wird.“

Über das Projekt


Die Industrieleitung Salzgitter verbindet die Umspannwerke Liedingen und Bleckenstedt/Süd über eine rund zehn Kilometer lange 380-kV-Freileitung. Die Planungen begannen im Mai 2021. Im September 2023 startete der Bau der Umspannwerke, im April 2024 folgte der Bau der Freileitung. Das Projekt ist Teil der Ostfalen-Achse, eines rund 100 Kilometer langen Projektraums zwischen Mehrum bei Peine und der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.