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"Schließung von Kitas und Schulen muss ein Ende haben" - FDP kritisiert Öffnungspläne



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"Schließung von Kitas und Schulen muss ein Ende haben" - FDP kritisiert Öffnungspläne

Die Liberalen fordern ein umfassendes Schutzkonzept für Kitas und Schulen und haben selbst Vorschläge eingebracht.

Symbolbild
Symbolbild Foto: pixabay

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Hannover. Dem bildungspolitischen Sprecher der niedersächsischen FDP-Landtagsfraktion, Björn Försterling, reichen die von Kultusminister Tonne jüngst vorgestellten Pläne zur schrittweisen Öffnung von Schulen und Kitas nicht aus. Aus Sicht der FDP-Fraktion muss das Recht auf Bildung für Kinder auch in Zeiten der Corona-Pandemie gelten. Die regelmäßige Schließung von Kindertagesstätten und Schulen müsse daher ein Ende haben. Das teilt die FDP in einer Pressemitteilung mit.



„Während die Friseure seit Wochenbeginn bundesweit wieder geöffnet haben, weil sie ein umfassendes Hygiene- und Schutzkonzept vorlegen konnten, kommt die Landesregierung dieser Aufgabe in ihren Bildungseinrichtungen nicht nach“, so der Wolfenbütteler Landtagsabgeordnete Försterling. Kitas und Schulen bräuchten endlich ein umfassendes Schutzkonzept, um einen möglichst sicheren Schulbetrieb zu gewährleisten.

"Umfassende Schutzmaßnahmen umsetzen"


Bisher habe Kultusminister Tonne deutlich zu wenig unternommen, die jetzt geplanten Maßnahmen seien zwar ein erster Schritt, aber sie müssten ergänzt und vor allem schnellstmöglich umgesetzt werden. „Jedes Schulkind in Niedersachsen soll vor Ostern mindestens eine Woche Präsenzunterricht erhalten. Nach den Osterferien müssen wir dann soweit sein, dass die Kitas flächendeckend in den Regelbetrieb wechseln. Die Schulen müssen mit Szenario B starten und je nach regionaler Lage auch kurzfristig ins Szenario A wechseln können“, fordert Försterling. Um das zu ermöglichen, müssten jetzt umfassende Schutzmaßnahmen umgesetzt werden, die die FDP-Fraktion in einem Konzept zusammengefasst hat.


Die Grundlage dazu bildet eine breit angelegte Teststrategie, die sowohl das Schulpersonal als auch die Schülerinnen und Schüler umfasst. „Der peinliche, chaotische Start bei der Teststrategie für das Schulpersonal darf sich nicht fortsetzen. Minister Tonne darf keine Zeit verlieren und muss kurzfristig ausreichend Schnelltests und Selbsttests beschaffen, um noch vor den Osterferien das gesamte Schulpersonal und alle Schülerinnen und Schüler vor dem Schulbesuch zu testen“, so der FDP-Bildungsexperte. Für ein Mindestmaß an Sicherheit müssten diese Tests möglichst täglich, mindestens aber zweimal wöchentlich erfolgen. Gleiches gelte für die Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten. Gleichzeitig müssten die Beschäftigten in Kitas und Schulen schnell geimpft werden. „Es ist im Moment genügend Impfstoff vorhanden. Wir brauchen jetzt schnelle und flexible Lösungen, um das Personal möglichst bis zum Ende der Osterferien zu impfen. Andere Bundesländer sind schon längst dabei“, weiß Försterling.

Was für den Plenarsaal des niedersächsischen Landtags gilt, sollte auch in den Klassenzimmern unseres Landes gelten.

- Björn Försterling, FDP-Landtagsabgeordneter aus Wolfenbüttel




Björn Försterling Foto: FDP


Gleichzeitig müsse der Schutz in Schulen und Kitas erhöht werden, beispielsweise durch den Einsatz von Luftreinigern und Lüftungsanlagen. Die Ausstattung mit medizinischen Masken für das Schulpersonal und bei Bedarf auch für die Schülerinnen und Schüler sei ebenfalls notwendig. Um Tröpfcheninfektionen zu verhindern, seien außerdem Schutzwände in den Klassenräumen notwendig. „Was für den Plenarsaal des niedersächsischen Landtags gilt, sollte auch in den Klassenzimmern unseres Landes gelten. So kann gegebenenfalls auch die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung gelockert werden“, erklärt Försterling. Das Konzept sehe außerdem die stärkere Ausrichtung des Schul- und Kitabetriebes am regionalen Infektionsgeschehen und eine Entlastung des oft überfüllten ÖPNV auf den Schulwegen durch gestaffelte Schulanfangs- und Schulendzeiten.


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