Braunschweig. Trotz Sanierung und notwendiger Kostensenkungen will die Volksbank BRAWO ihr soziales Engagement in der Region fortsetzen. Reduziert werden sollen vor allem überregionale und nationale Marketing- und Sponsoringaktivitäten, die nach Einschätzung des Vorstands nicht ausreichend zur Marke und zur Heimatregion beitragen. Langfristig zugesagte Projekte der Volksbank BRAWO Stiftung sollen nach Angaben des Vorstands weiterlaufen.
Die wirtschaftliche Lage der Volksbank BRAWO soll nicht zu einem grundsätzlichen Rückzug aus dem gesellschaftlichen Engagement in der Region führen. Der Vorstand machte beim Bilanzpressegespräch am Dienstag deutlich, dass Aktivitäten in Braunschweig, Wolfsburg, Peine, Salzgitter und Gifhorn weiterhin unterstützt werden sollen.
Region soll im Mittelpunkt bleiben
Vorstandssprecher Dr. Lars Berkefeld erklärte, er und Vorstandskollege Carsten Ueberschär hätten bereits im Mai bekräftigt, das soziale Engagement in der Heimatregion fortzuführen. Das gelte ausdrücklich auch für Aktivitäten der United Kids Foundations, dem von der Volksbank BRAWO initiierten Kindernetzwerk. Gleichzeitig will die Bank überregionale und nationale Sponsoring- und Marketingaktivitäten reduzieren, wenn diese aus Sicht des Vorstands nicht ausreichend auf die Marke Volksbank BRAWO und die Heimatregion einzahlen.
Die wirtschaftliche Neuaufstellung der Bank führt damit auch im Sponsoring und Marketing zu einer stärkeren Konzentration auf den unmittelbaren Geschäftsraum. Berkefeld machte deutlich, dass die BRAWO künftig genauer prüfen will, welche Maßnahmen einen Beitrag für die Region leisten. Der regionale Fokus bleibe bestehen; bei einzelnen Aktivitäten solle jedoch „mit Augenmaß“ vorgegangen werden.
Als Beispiel nannte der Vorstand den LupoLeo Award. Die Auszeichnung soll weiterhin vergeben werden, allerdings in kleinerem Rahmen. Auf ein großes Event werde in diesem Jahr verzichtet, weil dies angesichts der aktuellen Situation der Bank nicht angemessen erscheine. Die angekündigte Neuausrichtung betrifft damit nicht das regionale Engagement als solches. Geprüft werden sollen vielmehr Umfang, Form und Kosten einzelner Marketing- und Sponsoringmaßnahmen.
Bestehende Verträge bleiben bestehen
Auch bei laufenden Sponsoringverträgen kündigte der Vorstand keinen abrupten Rückzug an. Die Volksbank BRAWO werde bestehende Verträge einhalten. Das betrifft nach den Aussagen im Pressegespräch unter anderem Engagements bei den BRAWO Open und bei Eintracht Braunschweig. Wie diese Aktivitäten nach Ablauf bestehender Vereinbarungen fortgeführt werden, ließ Berkefeld offen. Entscheidend werde eine umfassende Überprüfung des Marketingbudgets sein. Für künftige Engagements ergibt sich daraus keine verbindliche Zusage. Die weitere Entwicklung soll vielmehr im Rahmen der künftigen regionalen Sponsoringstrategie geprüft werden.
Stiftung unabhängig von der Bank
Eine wichtige Differenzierung nahm der Vorstand beim Verhältnis zwischen der Bank und der Volksbank BRAWO Stiftung vor. Carsten Ueberschär wies darauf hin, dass es sich um zwei verschiedene Körperschaften handele. Das Engagement der Bank müsse daher getrennt von der Arbeit der Stiftung betrachtet werden.
Die Stiftung sei in ihrer Förderpolitik eigenständig und von der wirtschaftlichen Situation der Bank unabhängig. Projekte, die insbesondere in der Region langfristig zugesagt worden seien, sollen nach Angaben des Vorstands weitergeführt werden. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sämtliche Förderaktivitäten der Stiftung dauerhaft unverändert bleiben. Die Aussage des Vorstands bezog sich ausdrücklich auf bereits langfristig zugesagte Projekte.
Noch keine konkrete Kürzungssumme
Wie stark das Budget der Bank für Sponsoring und soziales Engagement künftig tatsächlich sinkt, ließ der Vorstand offen. Auf die direkte Frage nach einer möglichen Kürzungssumme nannte die BRAWO keinen Betrag. Stattdessen verwies Ueberschär auf die notwendige Unterscheidung zwischen dem Engagement der Bank und der Arbeit der Stiftung.
Damit bleibt offen, wie viel Geld die Volksbank BRAWO selbst künftig für Sponsoring und gesellschaftliches Engagement zur Verfügung stellen wird. Fest steht lediglich die strategische Richtung: Das Engagement soll stärker auf die Heimatregion konzentriert werden, während überregionale Aktivitäten und das gesamte Marketingbudget überprüft werden.

