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So lief der Wahlabend: Debakel für die CDU in Wolfenbüttel

von Alexander Dontscheff


Freude bei der SPD, Ernüchterung bei der CDU. Die Direktmandate in Wolfenbüttel gehen an Dunja Kreiser und Marcus Bosse. Fotos: regionalHeute.de
Freude bei der SPD, Ernüchterung bei der CDU. Die Direktmandate in Wolfenbüttel gehen an Dunja Kreiser und Marcus Bosse. Fotos: regionalHeute.de

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16.10.2017

Wolfenbüttel. Für die CDU in Wolfenbüttel endete der Wahlabend in einem Debakel. Nicht nur für Neuling Sarah Grabenhorst-Quidde gab es im Wahlkreis 10 eine Niederlage gegen den SPD-Landtagsabgeordneten Marcus Bosse. Auch Frank Oesterhelweg zog im Wahlkreis 9 gegen Dunja Kreiser überraschend den Kürzeren.


Spannung blieb aus


Das prognostizierte Kopf an Kopf-Rennen blieb aus. Relativ schnell war klar, dass die SPD nach 19 Jahren wieder stärkste Kraft in Niedersachsen wird. Ernüchterung auch bei der AfD. Nach dem großen Erfolg bei der Bundestagswahl und den Prognosen um die 8 Prozent gab es nach der ersten Hochrechnung von 5,6 Prozent lange Gesichter auf der AfD-Party im Burghotel Lichtenberg. Zwar kletterten die Werte der AfD im Laufe des Abends noch auf über 6 Prozent, dass es Jürgen Pastewsky im Wahlkreis Wolfenbüttel Süd/Salzgitter noch über die Liste schafft, ist aber eher unwahrscheinlich.


Auf der Wahlparty der AfD in Salzgitter Lichtenberg herrschte eher verhaltene Stimmung. Foto: Dontscheff



Dagegen hat es derCDU-Landtagsabgeordnete Frank Oesterhelweg geschafft, trotz seiner überraschenden Niederlage im Kampf um das Direktmandat, doch noch in den Landtag einzuziehen. Listenplatz 7 reichte. Dennoch eine Zitterpartie, mit der wohldie wenigsten gerechnet haben. Doch Oesterhelweg fand auch in der Niederlage "klare Worte". Er gratulierte der Siegerin Dunja Kreiser und gab seine Niederlage unumwunden zu.


Dunja Kreiser holte den Wahlkreis 9. Grafik: regionalHeute.de Foto:



Bei der Ursachenforschungkritisierte Oesterhelweg mehrere seiner Meinung nach Mitschuldige. Zum einen die Bundespolitik: Kanzlerin Angela Merkel, die trotz Wahlschlappe an ihrer "Weiter so"-Taktik festhalte und keine Fehler eingestehen wolle (Oesterhelweg sprach in seiner Rede von den "Autisten in Berlin") und Innenminister Thomas de Maizière, der mit dem Vorschlag eines muslimischen Feiertages zur Unzeit aufgewartet habe. Auch vor Ort habe es Gegenwind gegeben. Oesterhelweg nannte eine große lokale Tageszeitung und namentlich Bürgermeister Thomas Pink, der die Zusammenarbeit mit seiner Kontrahentin Dunja Kreiser vorgezogen habe.


Marcus Bosse holte den Wahlkreis 10. Grafik: regionalHeute.de Foto:



Bei der SPD herrschte dagegen Partystimmung. Besonders Neuling Dunja Kreiser fiebert nun der ersten Fraktionssitzung am Dienstag entgegen. Als erstes stünden dann Überlegungen zu einer möglichen Koalition an. Denn Trotz des Erfolges, für eine Fortsetzung der Rot-Grünen Koalition reicht es wahrscheinlich nicht. Und da die Linke den Einzug in den Landtag knapp verfehlt hat, steht Rot-rot-Grün auch nicht zur Disposition. Ob versucht wird, eine Ampel-Koalition mit der FDP auf die Beine zu stellen, oder ob es auf eine Große Koalition hinausläuft, ist ungewiss.

Hinsichtlich der Großen Koalition gab es aus Wolfenbüttel seitens der CDU unterschiedliche Signale. Während Wolfenbüttels Bürgermeister Thomas Pink diese als unwahrscheinlich einschätzte, signalisierte Marco Kelb, Bürgermeister der Gemeinde Sickte, Bereitschaft, auch Juniorpartner einer Rot-Schwarzen Regierung zu werden. Auch Frank Oesterhelweg betonte, die CDU werde sich nicht - so wie die SPD im Bund - weg ducken.

Bei der FDP und den Grünen gab es gemischte Gefühle. Björn Försterling konnte über die Liste wieder in den Landtag einziehen, dennoch musste er für die FDP Verluste konstatieren. Für eine mögliche Ampel setzte er hohe inhaltliche Hürden. Die FDP wolle nicht "Wurmfortsatz" der amtierenden Regierung werden. Die Grünen mussten zwar herbe Verluste hinnehmen, freuten sich aber darüber, wieder als dritte Kraft in den Landtag einzuziehen.


Bei der FDP herrschte trotz der Verluste eine gelöste Stimmung. Foto: Anke Donner


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