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Streit um Windräder - Zwischen Artenschutz und Energiegewinn

von Max Förster


Windräder stoßen auf Gegenwind. Symbolfoto: Robert Braumann
Windräder stoßen auf Gegenwind. Symbolfoto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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24.05.2016


Goslar. Der Landkreis möchte laut einer Stellungnahme die Weiterentwicklung der Windenergienutzung unterstützen, die der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) durchsetzen will. Die daraus hervorgehende Aufstellung von Windrädern in verschiedenen Landkreisgebieten löste bei den Kreistagsmitgliedern allerdings heftige Diskussionen aus. Mit einer knappen Mehrheit (22 von 18 Stimmen) entschied sich der Kreistag dazu, der Stellungnahme des Landkreises zur Windenergienutzung zuzustimmen.

"Ich bin zwar für die Windkraft", betonte Bernd Rotzek von der CDU, aber nicht auf Kosten des Artenschutzes. "Artenschutz ist ein hartes Kriterium, damit darf man nicht spielen", erklärte er weiter. In den Gebieten sei ein hoher Waldanteil und der Lebensraum der dort lebenden Vögel, wie beispielsweise Rotmilane, würde durch die Aufstellung von Windrädern bedroht: "es gibt keine Harmonie zwischen Rotmilan und Windrad", so Rotzek. Hans-Werner Kihm, DIE LINKE, gab Rotzek Rückendeckung. "Der ZGB hat die Umwelt und Natur nicht berücksichtigt", sagte er. So habe es lediglich ein vogelkundiges Gutachten gegeben, dass für Ostharingen erstellt worden sei, beschwerte er sich. "Das geht so nicht", betonte er.

Gegenwind von SPD, FDP und GRÜNE


"Hier geht es nicht um Artenschutz, sondern darum, dass man die Windräder nicht vor der Haustür haben will", sprach Cornelia Grote-Bichoel ihren Vorwurf aus. So seien Schwarzstorch und Rotmilan keinesfalls durch die Windräder in Gefahr, erklärte sie. "Rotmilane sind intelligente Tiere. Solche Vögel, die mit Windanlagen aufwachsen, können damit umgehen." Das erklärte auch Hans Bahn von der FDP: "Der Rotmilan hat sich trotz bestehender Windanlagen hier niedergelassen, das spricht dafür, dass das ein intelligentes Tier ist." Zudem müsse man an die Vorteile denken, denn bei einer Windanlage handle es sich um eine Kraft, die Tag und Nacht Energie liefert. Manfred Klose von der SPD findet das Verhalten von CDU und LINKE ignorant. So hätte man in den vergangenen Wochen genug Zeit gehabt, seine Stimme gegen die Stellungnahme des Landkreises zu erheben, passiert sei in der Zeit allerdings nichts, betonte er. "Wir wollen so viel erneuerbare Energien erzeugen, wie es nur geht, natürlich unter bestimmten Rahmenbedingungen", so Klose.

Hintergrund:


Die zweite Offenlage des ZGB sieht unter anderem vor, folgende Vorranggebiete für Windkraft im Landkreis Goslar festzulegen:

  • Bad Harzburg Harlingerode GS 4 mit 44 ha

  • Bad Harzburg Schlewecke GS4 mit 6 ha

  • Liebenburg Ostharingen 01 mit 140 ha

  • Seesen Bornhausen 01 mit 87 ha

  • Vienenburg Immenrode GS 3 mit 53 ha

  • Vienenburg Lochtum 01 mit 62 ha






Da mit der Durchführung dieser Maßnahmen die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und die regionale Wirtschaftskraft sowie die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger gesichert werde, befürwortet der Landkreis Goslar die Weiterentwicklung der Windenergienutzung im Verbandsgebiet, heißt es in der Stellungnahme. Der Landkreis Goslar lege deshalb besonderen Wert darauf, dass zukunftsträchtige Standorte für Windenergieanlagen im Kreisgebiet angeboten werden können.




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