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Tod auf der B1 - Freunde und Kollegen trauern um Milan F.

von André Ehlers


Tischlerei-Chef Christian Barnstorf-Brandes hat mit seinem Team eine Trauer- und Gedenkstelle für Milan F. an der B1 eingerichtet. Foto: André Ehlers
Tischlerei-Chef Christian Barnstorf-Brandes hat mit seinem Team eine Trauer- und Gedenkstelle für Milan F. an der B1 eingerichtet. Foto: André Ehlers

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14.02.2017

Cremlingen. Blumen, Bilder und Kerzen als letzten Gruß: Freunde und Kollegen gedenken auf der A39-Brücke zwischen Cremlingen und Klein Schöppenstedt Milan F. Der 26-Jährige war hier in der Nacht zu Sonntag von einem Auto erfasst und tödlich verletzt worden.



„Keiner konnte normal arbeiten”



Milan F. war ein engagierter und beliebter Kollege. Foto:



Immer wieder heißt es: „Warum ist er auf der Fahrbahn gelaufen und nicht auf dem sicheren Fußweg? Warum ist er nicht einfach in Cremlingen geblieben? Er hatte doch einige Angebote zu übernachten.” Antworten auf ihre Fragen werden die Kolleginnen und Kollegen von Milan F. vermutlich nicht bekommen. Der Schock sitzt tief. Zusammen mit ihrem Chef Christian hat sich das Team der Tischlerei Barnstorf-Brandes auf den Weg zu der Stelle gemacht, wo der Geselle Milan F. ums Leben kam. Die Mienen der Männer in der Tischler-Kluft sind versteinert. Ein junges Mädchen kämpft mit den Tränen. „Der Junge war mein jüngster Geselle”, erzählt Christian Barnstorf-Brandes, „er war so engagiert, hatte so viel vor. Es wird lange dauern, bis wir darüber hinwegkommen werden.” Für ihn war es wichtig, dass seine Mitarbeiter hier an der B1 um ihren Kollegen trauern können. „Keiner von uns konnte nach diesem Wochenende so einfach zur Tagesordnung übergehen und normal arbeiten”, sagt er. Einige der jungen Männer kannten Milan gut. Einer von ihnen war in der Unfallnacht sogar mit ihm zusammen bei der Karnevals-Party in Cremlingen: „Gut zweieinhalb Stunden vor dem Unglück habe ich ihn noch gesehen. Er wirkte eigentlich gar nicht so sehr betrunken”, sagt er. Andere hätten sich sogar dazu entschlossen, in der Veranstaltungshalle zu übernachten. Warum Milan F. sich zu Fuß und allein auf den Weg in seine Wohnung nach Klein Schöppenstedt machte, ist bislang nicht klar.

Veltheimer Fastnacht mit Trauerflor



Im „Lindenhof” sind die Vorbereitungen zur Veltheimer Fastnacht bereits gestartet. Foto:



Auch bei der Jungen Gesellschaft Veltheim/Ohe herrscht große Bestürzung. Seit mehreren Jahren gehörte Milan F. der Gruppe an. Zusammen mit einigen Kameraden hatte er die Feier in Cremlingen besucht. Karneval war eine der großen Leidenschaften des 26-Jährigen. Für den Karnevalszug der Veltheimer Fastnacht baute der Tischler stundenlang an den Umzugswagen mit. Viele Worte wollte in Veltheim am Montag keiner verlieren. Man habe daran gedacht, den Karneval in diesem Jahr wegen des tragischen Unglücks ausfallen zu lassen, heißt es im „Lindenhof“, dem Hotel und Gasthaus des Ortes. Schließlich sei man sich aber einig darüber gewesen, dass Milan genau das nicht gewollt hätte. „Wir werden beim Umzug mit Trauerflor laufen. Außerdem planen wir, eine Gedenktafel an den Wagen anzubringen, an dem Milan bis zuletzt gearbeitet hatte,” sagt André Haberland, der Erste Vorsitzende der Jungen Gesellschaft. Endgültig sei allerdings noch nichts beschlossen. Die Eindrücke vom Wochenende seien einfach noch zu frisch.

Auf der B1 an der Unfallstelle macht sich Tischlerei-Chef, Christian Barnstorf-Brandes, sorgen um die Familie seines Jung-Gesellen: „Es ist furchtbar, wenn eine Mutter ihren einzigen Sohn auf so eine Weise verliert”, stockt ihm die Stimme. Man habe gehört, dass Milan im „FriedWald” seine letzte Ruhe finden soll.

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