Region. Die vergangenen Wochen waren mitunter heiß und trocken. Wald- und Flächenbrände forderten vielerorts die Feuerwehren und ließen die Sorge vor einer zunehmenden Vegetationsbrandgefahr wachsen. Um die Einsatzkräfte am Boden aus der Luft zu unterstützen und die Lage in besonders gefährdeten Gebieten im Blick zu behalten, kommt auch der Feuerwehr-Flugdienst Niedersachsen zum Einsatz.
Der Feuerwehr-Flugdienst ist eine Einrichtung des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen. Die beiden Flugzeuge können vom Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) eingesetzt werden. Sie stehen mit den Einsatzleitungen am Boden in Kontakt und können unter anderem Informationen über die Ausbreitungsrichtung eines Feuers oder geeignete Anfahrtswege liefern. Auch Brände oder andere Gefahrenstellen, die während eines Fluges entdeckt werden, können an die zuständigen Feuerwehren gemeldet werden. Grundlage für den Einsatz und den Betrieb des FFD ist ein Vertrag zwischen dem Landesfeuerwehrverband Niedersachsen und dem NLBK, der bis einschließlich 2030 gilt.
Überwachungsphase läuft bis September
Der reguläre Leistungszeitraum des Feuerwehr-Flugdienstes erstreckt sich von April bis September. Damit deckt er den Zeitraum ab, in dem erfahrungsgemäß vermehrt mit Vegetationsbränden in Niedersachsen zu rechnen ist. Abhängig von der Lage kann dieser Zeitraum verlängert werden.
Die beiden Maschinen sind in Hildesheim und Lüneburg stationiert. Besetzt werden sie jeweils mit einem Piloten, einem Beobachter der Feuerwehr sowie einer forstwirtschaftlichen Fachkraft. In der Regel ist der FFD zwischen 12 und 18 Uhr im Einsatz.
Fünf Einsatztage in diesem Jahr
regionalHeute.de hat beim Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) nachgefragt, wie häufig der Feuerwehr-Flugdienst in diesem Jahr bereits unterwegs war, welche Gebiete überwacht wurden und wie sich die aktuelle Lage im Vergleich zu den vergangenen Jahren darstellt. In diesem Jahr waren die beiden Maschinen des FFD bislang an fünf Tagen im Einsatz. Insgesamt kamen dabei 2.751 Flugminuten zusammen.
Lüneburger Heide und Harz besonders im Blick
Welche Gebiete die Flugzeuge überwachen, wird täglich neu entschieden. Besonders häufig im Fokus stehen die Lüneburger Heide und der Harz. Je nach Gefährdungslage können aber auch andere Wald- und Moorgebiete sowie Ödflächen in Niedersachsen überflogen werden.
„Der Einsatzraum wird situativ anhand der aktuellen Vegetationsbrandgefährdung festgelegt“, erklärt Ossenkopp vom Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz. Grundlage dafür seien unter anderem die tagesaktuelle Lageeinschätzung sowie der Waldbrandgefahrenindex und der Graslandfeuerindex des Deutschen Wetterdienstes. Auch die Einschätzungen der Waldbrandbeauftragten in den Bereichen Harz und Heide fließen in die Entscheidung ein.
Der FFD diene dabei nicht allein der Früherkennung. Vor allem unterstützt er die Einsatzkräfte bei bereits gemeldeten oder gesichteten Vegetationsbränden. Aus der Luft können die Besatzungen beispielsweise die Ausbreitungsrichtung eines Feuers beobachten und der Einsatzleitung wichtige Informationen für die weitere Bekämpfung liefern.
Wie viele Brände wurden entdeckt?
Wie viele Waldbrandstellen oder sonstige Gefahrenstellen der FFD in diesem Jahr selbst entdeckt hat, lasse sich laut NLBK nicht genau beziffern. Ein Ereignis werde häufig über mehrere Wege an die Feuerwehren gemeldet. So kann beispielsweise die Bevölkerung über den Notruf 112 einen Brand melden. In der Lüneburger Heide kommt zudem das „Automatisierte Waldbrand-Früherkennungs-System“ (AWFS) der Niedersächsischen Landesforsten zum Einsatz. Das sensorgestützte System kann Brände schnell lokalisieren. „Die Summe aus allem ermöglicht ein schnelles Eingreifen der Feuerwehren bei einem Vegetationsbrand“, erklärt Ossenkopp.
2022 bleibt bislang Ausnahmejahr
Eine außergewöhnliche Einsatzlage zeichne sich beim Feuerwehr-Flugdienst in diesem Jahr bislang nicht ab. Das NLBK bewerte den aktuellen Sommer als vergleichbar mit den vergangenen Jahren.
Deutlich heraus würde dagegen das Jahr 2022 herausstechen. Lange Phasen mit trockenem und warmem Wetter hätten damals zu insgesamt 30 Einsatztagen des Feuerwehr-Flugdienstes geführt. In den darauffolgenden Sommern war die Wetterlage wechselhafter. Der FFD war dabei an bis zu zehn Tagen im Einsatz.

