Braunschweig. Watenbüttel ist stark vom Durchgangsverkehr geprägt. Auf der Celler Heerstraße fahren an Werktagen weit über 20.000 Fahrzeuge. Der Grüne Oberbürgermeisterkandidat Michael Walther will deshalb gemeinsam mit Stadt, Land und Bund prüfen, ob die A392 ihre heutige Autobahnfunktion verlieren kann. So heißt es in einer Pressemitteilung des OB-Kandidaten.
„Bevor wir jetzt viel Geld in die Sanierung und den Ersatz von Autobahnbauwerken investieren, müssen wir fragen, ob wir diese Infrastruktur in ihrer heutigen Form überhaupt noch brauchen. Mein Vorschlag ist, die A392 aus dem Autobahnnetz herauszunehmen und als deutlich kleinere, städtisch integrierte Straße neu zu ordnen“, erklärt Walther.
Durchgangsverkehr aus Watenbüttel heraushalten
Konkret soll geprüft werden, die A392 auf einen Fahrstreifen je Richtung zu reduzieren und die Geschwindigkeit auf 60 km/h zu begrenzen. Der Verkehr in Richtung Hannover könnte dann über A391 und A2 geführt werden. Eine frühere Verkehrsuntersuchung der Stadt habe gezeigt, dass diese Route nur rund 3,2 Kilometer länger ist als die Verbindung über Watenbüttel. „Das müssen wir mit einem aktuellen Verkehrsmodell seriös untersuchen. Ziel ist, unnötigen Durchgangsverkehr aus Watenbüttel herauszuhalten“, sagt Walther.
Auch den Ölper Knoten will Walther neu bewerten. Statt den sogenannten Überflieger in seiner heutigen Dimension zu ersetzen, soll ein deutlicher Rückbau geprüft werden. „Bevor wir Millionen in den Ersatz einer Autobahnbrücke investieren, müssen wir klären, welche Funktion diese Anlage künftig überhaupt noch erfüllen muss", meint Walther.
Stadtbahn und Radweg statt Autobahn?
Durch den Rückbau könnten Verkehrsflächen für andere Zwecke frei werden. Walther will Flächen unter anderem für einen leistungsfähigen Radweg, eine mögliche Stadtbahnverbindung in Richtung Wendeburg und die Erweiterung angrenzender Gewerbegebiete nutzen. Auch die Erschließung möglicher neuer Gewerbeflächen soll untersucht werden.
„Straßenflächen sind Stadtflächen. Wenn wir weniger Fläche für den Autoverkehr brauchen, können wir bereits versiegelte Flächen für Radverkehr, Stadtbahn, Gewerbe oder andere Nutzungen zurückgewinnen. Das ist auch aktiver Klimaschutz.“, meint Walther und räumt ein, dass sein Vorschlag ungewöhnlich und nicht kurzfristig umzusetzen ist. „Aber bevor wir Infrastruktur für die nächsten Jahrzehnte festschreiben, sollten wir prüfen, welche Stadt wir in 20 oder 30 Jahren brauchen. Mein Ziel ist weniger Verkehrslärm in Watenbüttel, weniger Verkehrsfläche und mehr Raum für eine lebenswerte Stadt“, schließt Walther ab.

