Wolfsburg. Volkswagen hat im tariflichen Überprüfungsgespräch die Kündigung zahlreicher Tarifverträge überreicht. Das teilte die IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt am Mittwoch mit.
Betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben unter anderem der Entgelt- und der Manteltarifvertrag, der Tarifvertrag über die tarifliche Zulage, Regelungen zur Leistungs- und Personalbemessung sowie Teile des Ausbildungstarifvertrags.
Die Kündigungen sollen zum 1. Januar 2027 wirksam werden.
Am 30. September lief die Frist zur Kündigung von Tarifverträgen zum 31. Dezember aus. Die IG Metall erklärte, Volkswagen stelle damit tarifliche Zulagen, Ausbildungsübernahmen und Schutzregelungen für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Beschäftigte infrage.
Die Beschäftigungssicherung sei von den Kündigungen nicht betroffen; sie sei bis Ende 2030 befristet und könne vor Ablauf dieser Frist nicht gekündigt werden.
Die Gewerkschaft verwies darauf, dass die Beschäftigten bereits mit der Tarifeinigung 2024 erhebliche Einschnitte akzeptiert hätten. Der Verzicht steuere seit 2025 jährlich rund 1,5 Milliarden Euro bei.
Volkswagen habe im Überprüfungsgespräch Zweifel angemeldet, die 2024 vereinbarten Investitionen in neue Modelle und Werke wie zugesagt umsetzen zu können. Die IG Metall fordert Vertragstreue und die Fortsetzung des Gesprächs.
Thorsten Gröger, Verhandlungsführer der IG Metall, nannte die Kündigungen ein "übles Foul an der Belegschaft" und einen "schamlosen Versuch", in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen.
Daniela Cavallo, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Volkswagen AG, sagte, der Vorstand glaube offenbar, die Belegschaft erpressen zu können. Die IG Metall kündigte an, die nächsten Schritte mit Tarifkommission und betrieblichen Gremien zu beraten.
Für die Wiedereinsetzung gekündigter Tarifverträge sei sie ab 1. Januar 2027 streikfähig.
Volkswagen in Wolfsburg kündigt zahlreiche Tarifverträge
Volkswagen hat im tariflichen Überprüfungsgespräch die Kündigung zahlreicher Tarifverträge überreicht.
Volkswagen (Archiv) | Foto: Über dts Nachrichtenagentur
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