Salzgitter. Mit dem heutigen 30. September stellt das St. Elisabeth-Krankenhaus Salzgitter seinen Betrieb ein. In einem Sondernewsletter bedauert der Elisabeth Vinzenz Verbund diese Entwicklung. Besonders schwer seien die Folgen für die rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses.
In dem Schreiben heißt es weiter: "Viele von ihnen haben über Jahre oder Jahrzehnte im St. Elisabeth-Krankenhaus gearbeitet und den Standort geprägt. Mit der Betriebseinstellung verlieren sie ihren Arbeitsplatz – ein schwerer Einschnitt für die Betroffenen und ihre Familien.
"Nicht Teil der operativen Verfahrensführung"
Die St. Elisabeth-Krankenhaus Salzgitter gGmbH befindet sich seit Februar 2026 in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die operative Verantwortung für das Verfahren liegt bei der Geschäftsführung der Krankenhausgesellschaft unter Einbindung der hierfür vorgesehenen Verfahrensbeteiligten, insbesondere des Sachwalters. Die Elisabeth Vinzenz Verbund GmbH ist als Gesellschafterin nicht Teil der operativen Verfahrensführung.
Ziel des Verfahrens war es, eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive für den Krankenhausstandort zu entwickeln. Im Rahmen eines strukturierten Investorenprozesses wurden in den vergangenen Monaten mögliche Fortführungslösungen geprüft und zahlreiche Gespräche mit potenziellen Investoren geführt. Nach Angaben der Krankenhausgesellschaft bestanden zwar grundsätzliche Interessenbekundungen, ein bindendes Angebot wurde jedoch nicht abgegeben.
"Erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen"
Die Elisabeth Vinzenz Verbund GmbH hat das Krankenhaus bereits vor Beginn des Insolvenzverfahrens über viele Jahre begleitet und finanziell unterstützt. Im Investorenverfahren hat sie sich anschließend selbst als potenzieller Investor mit einer möglichen Fortführungsperspektive für den Standort beschäftigt. Im Verlauf dieser Prüfung haben sich jedoch die erheblichen wirtschaftlichen, strukturellen und regulatorischen Herausforderungen eines langfristig tragfähigen Krankenhausbetriebs erneut bestätigt.
Die Entwicklung in Salzgitter steht zugleich in einem größeren Zusammenhang: Viele Krankenhäuser in Deutschland befinden sich seit Jahren in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Insbesondere kleinere und mittlere Standorte geraten zunehmend unter Druck.
Steigende Betriebskosten, Fachkräftemangel und eine unzureichende Refinanzierung treffen auf weitreichende strukturelle Veränderungen durch die Krankenhausreform. Insbesondere die zukünftige Leistungsgruppenplanung wird die Perspektiven vieler kleinerer Krankenhausstandorte grundlegend verändern.
"Keine wirtschaftliche Perspektive"
Die getroffenen politischen Entscheidungen über Krankenhausstrukturen und deren Finanzierung haben konkrete Auswirkungen auf die Versorgung vor Ort, wie nun in Salzgitter-Bad für alle vor Ort sichtbar wird. Die Entwicklung rund um das St. Elisabeth-Krankenhaus zeigt auf schmerzliche Weise, welche Konsequenzen entstehen können, wenn unter diesen Rahmenbedingungen keine wirtschaftlich tragfähige Perspektive für einen Standort mehr entwickelt werden kann. Eine zukunftsfähige Krankenhauslandschaft braucht deshalb nicht nur klare strukturelle Vorgaben, sondern auch eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung der medizinischen Versorgung, die für die Bevölkerung vor Ort vorgehalten werden soll.
Angebote für stationäre Versorgung
Im Zuge der Betriebseinstellung konnte der weitere Krankenhausbetrieb kurzfristig nicht mehr aufrechterhalten werden. Die noch im Haus befindlichen Patientinnen und Patienten wurden deshalb in Abstimmung mit den zuständigen Stellen entlassen oder in geeignete umliegende Krankenhäuser verlegt. Für die stationäre Versorgung stehen in Salzgitter und der Region weitere Krankenhausangebote zur Verfügung. Die zukünftige Sicherstellung der stationären Versorgung liegt bei den zuständigen Akteuren des Gesundheitswesens und der Krankenhausplanung.
Mit der Betriebseinstellung endet eine lange Geschichte der medizinischen und pflegerischen Versorgung am Standort Salzgitter-Bad. Unser ausdrücklicher Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des St. Elisabeth-Krankenhauses. Viele von ihnen haben den Standort über Jahre und Jahrzehnte geprägt und sich für die Versorgung der Menschen in Salzgitter-Bad und der Region eingesetzt", so Tobias Dreißigacker, Peter Pfeiffer und Christian Thiemann von der Verbundgeschäftsführung.

