Wie sicher fühlen sich die Niedersachsen? Das ergab die Dunkelfeldstudie

Insgesamt wurden 40.000 Menschen ab 16 Jahren in Niedersachsen angeschrieben und zu verschiedenen Themen der Inneren Sicherheit befragt. Die Ergebnisse wurden heute vorgestellt.

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Niedersachsen. Die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, hat am heutigen Montag gemeinsam mit dem Präsidenten des Landeskriminalamtes Niedersachsen, Thorsten Massinger, die Ergebnisse der „Befragung zu Sicherheit und Kriminalität in Niedersachsen 2025“ vorgestellt. An der repräsentativen Studie beteiligten sich rund 16.900 Bürgerinnen und Bürger aus Niedersachsen. Damit zählt sie zu den größten Sicherheitsbefragungen auf Landesebene in Deutschland, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums.



Die Ergebnisse der sogenannten Dunkelfeldstudie zeigen ein differenziertes Bild: Einerseits bewerten die Menschen in Niedersachsen die Arbeit der Polizei weiterhin sehr positiv und bringen der Polizei sowie dem Rechtsstaat großes Vertrauen entgegen. Andererseits nehmen Unsicherheitsgefühl und Kriminalitätsfurcht gegenüber der zurückliegenden Befragung zu. Dabei wird die höchste Unsicherheit nachts im ÖPNV wahrgenommen.

Jeder Dritte Opfer von Straftat


Im Bereich der Opferwerdung ist die Entwicklung im Bereich der digitalen Kriminalität besonders auffällig: 36,3 Prozent der Befragten geben an, im Zeitraum eines Jahres Opfer einer Straftat im digitalen Raum geworden zu sein.

Die Niedersächsische Innenministerin, Daniela Behrens, sagt: „Durch die Dunkelfeldstudie erhalten wir wichtige Erkenntnisse, die direkt in unsere polizeilichen Maßnahmen und unsere Sicherheitspolitik einfließen. Darüber hinaus entsteht ergänzend zu dem Blick auf die Ergebnisse der jährlichen Polizeilichen Kriminalstatistik ein deutlicheres Gesamtbild der Kriminalitätsentwicklung in Niedersachsen."

Sicherheitsstrategien anpassen


Auch erhalte man einen Überblick über jene Taten, die die Menschen aus unterschiedlichsten Gründen nicht anzeigen. "Wir, die Niedersächsische Landesregierung und die Polizei Niedersachsen, nutzen diese Erkenntnisse, um Präventionsmaßnahmen weiterzuentwickeln und Sicherheitsstrategien anzupassen. Denn unser Ziel ist mehr als statistische Sicherheit. Wir wollen, dass sich die Menschen in Niedersachsen auch jederzeit sicher fühlen“, so die Ministerin.

Niedersachsens LKA-Präsident, Thorsten Massinger, erklärt: „Sicherheit entsteht durch wirksame Polizeiarbeit, einen starken Rechtsstaat und eine informierte Öffentlichkeit. Deshalb investiert und optimiert die Polizei Niedersachsen auch in Zukunft weiter insbesondere in den Themenfeldern Prävention, Opferschutz, digitale Polizeiarbeit und Bekämpfung von Cyberkriminalität. Denn objektive Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Menschen gehören untrennbar zusammen.“

Sexualisierte Grenzüberschreitungen


Ein spezielles Segment der Befragung gibt auch über die Erfahrungen der Befragten im Zusammenhang mit sexualisierten Grenzüberschreitungen und sexueller Belästigung Aufschluss. Dies zeigt, dass insbesondere Frauen in erheblichem Umfang von Catcalling, sexuellen Belästigungen und weiteren Formen sexualisierter Gewalt betroffen sind. Viele dieser Vorfälle werden nicht angezeigt, beeinflussen jedoch nachhaltig das individuelle Sicherheitsgefühl. Zudem führen sie häufig zu Schutz- und Vermeidungsverhalten im Alltag.

Ministerin Behrens betont: „Die Ergebnisse zeigen: Wir dürfen bei der Bekämpfung sexualisierter Gewalt und beim Schutz von Betroffenen nicht nachlassen! Gleichzeitig bestätigen sie die Bedeutung unserer bereits umgesetzten Maßnahmen in der Prävention, dem Opferschutz und der Aufklärung. Niedersachsen wird diesen Weg konsequent fortsetzen. Dafür werden bestehende Unterstützungsangebote gestärkt und weiterentwickelt. Dazu gehört auch, dass Betroffene Hilfe zunehmend schnell und niedrigschwellig auch digital in Anspruch nehmen können.“

40.000 Menschen befragt


Insgesamt wurden 40.000 Menschen ab 16 Jahren in Niedersachsen angeschrieben und zu verschiedenen Themen der Inneren Sicherheit befragt. Unter anderem wurden Fragen zur Nachbarschaft, der Furcht vor Kriminalität, eigene Opferwerdung und zur Bewertung der Polizei und ihrer Arbeit gestellt. Insgesamt beteiligten sich 16.929 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Damit weist die nun vorgestellte Dunkelfeldstudie mit 42,3 Prozent die bislang höchste Rücklaufquote seit Beginn der Befragungen auf.

Die Studie ist repräsentativ nach Alter und Geschlecht sowie auf Ebene der Polizeidirektionen. Die Ergebnisse lassen sich damit hinsichtlich dieser Aspekte verallgemeinern und auf das Land übertragen. Niedersachsen hat sich bereits 2013 mit dieser Studie auf den Weg gemacht. Mittlerweile lassen sich dadurch langjährige Trends ablesen, die gemeinsam mit der Polizeilichen Kriminalstatistik ein noch besseres Bild der Sicherheitslage in Niedersachsen ermöglichen. Die Ergebnisse der Studie sind unter www.lka.niedersachsen.de abrufbar.