Wolfenbüttel. Auf den Tag genau 130 Jahre nach der feierlichen Einweihung des Neubaus der Samsonschule am Neuen Weg wird in dem historischen Gebäude wieder gefeiert. Am Donnerstag, 3. September, lädt die Samsonschule um 19 Uhr zu einem Jubiläumsabend mit Vortrag und Musik ein. Die Veranstaltung ist Teil der Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide 2026 des Israel Jacobson Netzwerkes. Das berichtet die Moses Mendelssohn Institut GmbH in einer Pressemitteilung.
Die Samsonschule wurde 1786 als Talmud-Tora-Schule unter anderem für Söhne der weitverzweigten Familie Samson gegründet und entwickelte sich nach ihrer Reformierung im 19. Jahrhundert zu einer überregional bekannten und nachgefragten jüdischen Bildungseinrichtung. 1896 zog die Schule aus der Wolfenbütteler Innenstadt in den imposanten Neubau am Lechlumer Holz. Die feierliche Einweihung am 3. September 1896 markierte einen wichtigen Meilenstein in ihrer Geschichte.
Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart
„Die Geschichte der Samsonschule steht exemplarisch für die Entwicklung jüdischer Bildung und für die vielfältigen Verflechtungen jüdischen Lebens mit der deutschen Gesellschaft“, sagt Dr. Elke-Vera Kotowski, Geschäftsführende Direktorin des Moses Mendelssohn Instituts und Chefkuratorin der Moses Mendelssohn Stiftung, die den Jubiläumsabend moderiert. „Dass dieses Haus heute wieder ein Ort des Lernens, der Begegnung und des Erinnerns ist, schafft eine besondere Verbindung zwischen seiner Geschichte und seiner Gegenwart.“
Leben und Lernen unter einem Dach
130 Jahre nach der Einweihung ist das Gebäude am Leopold-Zunz-Platz 1 wieder ein Ort des Lebens und Lernens. Die ehemalige Samsonschule verbindet heute einen Lern- und Gedenkort zur Geschichte der Samsonschule und des deutsch-jüdischen Lebens mit einem Wohnheim für Studenten und Auszubildende. Die heutige Nutzung geht auf die Entwicklung des Quartiers Samsonschule durch den Verbund der Moses Mendelssohn Stiftung zurück.
In seinem Vortrag zeichnet Dr. Stefan Brauckmann die Bau- und Nutzungsgeschichte der Samsonschule nach. Im Mittelpunkt stehen die Entstehung des Neubaus von 1896, seine für die damalige Zeit moderne Ausstattung, das Leben und Arbeiten im Gebäude sowie die wechselnden Nutzungen des Hauses in den folgenden 130 Jahren.
Immobilienwirtschaftliche Frage
„Die Samsonschule ist auch aus immobilienwirtschaftlicher Sicht ein spannendes Beispiel dafür, wie eng Standort, Gebäude und Nutzung miteinander verbunden sind“, sagt Dr. Stefan Brauckmann, Geschäftsführender Direktor des Moses Mendelssohn Instituts. „Schon die Entscheidung für den Neubau am Neuen Weg im Jahr 1896 war eine Standortentscheidung. Gebäudeausstattung und Grundrisse zeigen, welche Anforderungen damals an Schule und Internat gestellt wurden. Und auch bei der heutigen Entwicklung stellt sich eine klassische immobilienwirtschaftliche Frage: Wie lässt sich ein historisches Gebäude so nutzen, dass Standort, Gebäude und Nutzung langfristig zusammenpassen?“
Eine musikalische Entdeckungsreise mit der Sopranistin Dagmar Barth-Weingarten und der Pianistin Hisae Otsuka-Stroh ergänzt das Programm. Durch den Abend führt Dr. Elke-Vera Kotowski.
Anmeldung erforderlich
Die Veranstaltung ist Teil der Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide 2026 des Israel Jacobson Netzwerkes. Die Kulturtage stehen in diesem Jahr unter dem Thema „gemeinsam jüdisch. einst und heute“. Der Eintritt ist frei. Anmeldung bis zum 2. September unter willkommen@samson-schule.de.
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