Wolfenbüttel/ Berlin. Der AufpASSEn Vorstand führte in Berlin mit dem Vizekanzler und Minister für Wirtschaft und Energie Sigmar Gabriel ein Gespräch über den aktuellen Stand der Rückholung des Atommülls aus Asse II. Gabriel ist der Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Wolfenbüttel und damit auch für Asse II zuständig. Am Gespräch nahmen auch die Staatssekretäre Rita Schwarzelühr-Sutter und Jochen Flasbarth des Bundesumweltministerium (BMUB) teil.
AufpASSEn-Vorstandsmitglied Heike Wiegel lenkte den Schwerpunkt des Gesprächs auf das Auswahlverfahren eines Zwischenlager-Standorts für den Atommüll aus Asse II, den das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zurzeit nur assenah sucht. Dadurch wird die Standortauswahl zu einer Standortbestimmung.
Nur ein kleiner Teil des mit der Begleitgruppe erarbeiteten Kriterienkatalog bliebe noch zur Abwägung des Zwischenlagerstandortes übrig. Zum Beispiel spielt das Kriterium „Abstand zur Wohnbebauung“ bei der assenahen Standortauswahl wohl kaum noch bis gar keine Rolle mehr. Klar ist, und das bestätigt auch das BfS, je weiter entfernt ein Zwischenlager von der Wohnbebauung liegt, desto besser ist der Schutz (Strahlenschutz) für die Bürger.
Die Dauerbelastung für die Bevölkerung durch ein Zwischenlager nah an den Ortschaften ist mit den einmaligen Belastungen erforderlicher Transporte in ein Zwischenlager mit höherem Abstand zur Wohnbebauung zu vergleichen und zu bewerten. Auch der Flächenverbrauch von dem Landschafts- und Naturschutzgebiet Asse gegenüber schon versiegelten oder verschmutzten Flächen, wie z.B. bei Truppenübungsplätzen oder Bunkeranlagen, ist bei der Standortsuche für ein Zwischenlager zu vergleichen. Dieser Vergleich von Standorten an der Asse sowie Standorte mit besseren Bedingungen ist vom BfS und BMUB transparent und nachvollziehbar zu führen.
AufpASSEn Vorstandsmitglied Udo Dettmann geht auf die Erkundungsbohrung von Schacht V ein. Mittlerweile steht die Bohrung vor dem Salzsattel. Innerhalb des alten Bergwerkes müssen noch vier waagerechte Bohrungen in Richtung Schachtbohrung V erfolgen.
Die Bohrungen zur Faktenerhebung in die Kammer 7+12 stellen sich als eine unendliche Geschichte ohne nennenswerten Erkenntnisgewinn dar. Dettmann vermutet, dass aus diesen Bohrungen, die uns unendlich viel Zeit kosten, wohl keine gravierenden Erkenntnisse zu erwarten sind. Er empfiehlt mit dem letzten Schritt der Faktenerhebung zu beginnen, der strahlenschutzmäßigen Einhausung vor den Atommüllkammern und dem Öffnen der Probekammern mit ferngesteuerten Maschinen, gefolgt von einem Umlagern des Atommülls untertage.
Auch hält der AufpASSEn Vorstand eine größere Planungstiefe bei der Rückholungsplanung für dringend notwendig.
Beide Staatssekretäre Schwarzelühr-Sutter und Flasbarth des Bundesumweltministeriums sichern zu, sich der Themen anzunehmen und hier eine Klärung herbei zu führen.

