Dieser Bundesliga-Verein hat keine Sportstätte – Das soll sich jetzt ändern

In der gesamten Stadt gibt es keine wettkampftauglichen Kegelbahnen. Doch eine Lösung bahnt sich an. Sie könnte auch Hobbysprtlern zugute kommen.

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Sie haben Wolfenbüttel auf Bundesliga-Niveau vertreten: die Kegler der KSG. Jetzt sollen auch wieder funktionsfähige Kegelbahnen in der Lessingstadt entstehen.
Sie haben Wolfenbüttel auf Bundesliga-Niveau vertreten: die Kegler der KSG. Jetzt sollen auch wieder funktionsfähige Kegelbahnen in der Lessingstadt entstehen. | Foto: KSG Wolfenbüttel

Wolfenbüttel. Es war einer der größten Erfolge der Vereinsgeschichte: Im vergangenen Jahr stieg das Team der Kegelsportgemeinschaft Wolfenbüttel in die 2. Bundesliga der Bohle-Kegler auf. Gleichzeitig war die Stimmung aber getrübt, denn der Verein kann seit Jahren nicht in der heimischen Lessingstadt trainieren oder Punktspiele ausrichten. Es gibt keine Kegelbahnen. Das soll sich jetzt aber ändern.



Die einst angestammten Bahnen der KSG in der Schweigerstraße liegen seit vielen Jahren brach. Dort, wo sich jetzt die Hall of Padel befindet und wo sich vorher das KOMM und noch davor das Asse-Sportcenter befanden, hatten die Wolfenbütteler Leistungskegler einst ihre sportliche Heimat. Doch während der Corona-Zeit wurde dort ein Impfzentrum eingerichtet, dann wurde die Immobilie zwischenzeitlich als Flüchtlingsunterkunft genutzt.

Unwetter zerstörte Hoffnungen auf Kegelbahnen


Danach wurden zunächst alle Hoffnungen begraben, als beim sommerlichen Unwetter im Juni 2023 Regen durch das undichte Dach eindrang. "Wasser und Holz verträgt sich nun mal nicht. Da war einiges aufgequollen", berichtet Thomas Janitschke, Vorsitzender der KSG, im Gespräch mit regionalHeute.de über den Zustand der Kegelbahnen.

Ihre erste Zweitliga-Saison seit 20 Jahren mussten die Wolfenbütteler mit Heimspielen in Goslar über die Bühne bringen. Dort und in Peine trainieren sie auch schon seit Jahren. Das Bundesligajahr endete für die KSG – auch aus Verletzungsgründen, wie Janitschke erklärt – auf dem letzten Tabellenplatz.

Doch jetzt soll eine Lösung her für den gesamten Kegelsport in der Lessingstadt. Am kommenden Montag entscheidet der Sportausschuss der Stadt über eine Vorlage, die es ermöglichen soll, die maroden Kegelbahnen an der Schweigerstraße zu sanieren und der KSG – aber auch anderen Sportlern – dort das regelmäßige Kegeln zu ermöglichen. Dafür übernimmt die Kegelsportgemeinschaft als gemeinnütziger Verein die Verantwortung für die Sanierungsarbeiten, die etwa 20.000 Euro kosten werden, und die Pflege der Bahnen. So kann die Stadt das Projekt direkt fördern – was nicht möglich wäre, wenn die Hall of Padel als Unternehmen diese Bahnen sanieren würde. Den endgültigen Beschluss muss Anfang Juni der städtische Verwaltungsausschuss fassen.

Kegeln in Wolfenbüttel soll wieder möglich sein


"Wir hatten gute Gespräche mit der Stadt. Die möchten uns gerne hier haben und hatten uns auch schon während der Zweitliga-Saison bei den vielen Fahrten finanziell unterstützt", berichtet Janitschke.


Stadt zahlt den Keglern einen Zuschuss


Die Kosten für die Sanierung soll die KSG laut der Beschlussvorlage jetzt zunächst als Zuschuss von der Stadt erhalten. Die 20.000 Euro könne die Stadt aus dem laufenden Sporthaushalt stemmen. Sobald die Vereinskegler ihren Trainingsbetrieb aufnehmen, zahlen sie 30 Prozent davon als Nutzungsgebühr über einen gewissen Zeitraum an die Stadt zurück. Anschließend zahlen sie die regelmäßige, noch zu vereinbarende Bahnmiete an den Betreiber der Hall of Padel.

Nach der Sanierung sollen an der Schweigerstraße vier wettkampftaugliche Bohle-Bahnen auf Bundesliga-Niveau zur Verfügung stehen, die im Bedarfsfall auch andere Interessenten nutzen könnten. "Ich bin zuversichtlich, dass das dieses Jahr umgesetzt werden kann und wir zum Start der neuen Saison im Herbst auf den Bahnen trainieren können", blickt Janitschke zuversichtlich voraus.

Nach dem sofortigen Abstieg aus der Bundesliga nach nur einer Saison ist die Stimmung noch immer gut bei den Wolfenbütteler Keglern. "Das Team bleibt zusammen", freut sich Janitschke. Nun wollen sie wieder angreifen und möglichst bald auf den eigenen heimischen Bahnen den Wiederaufstieg anstreben. "Das wäre natürlich ideal", lässt Janitschke durchblicken.

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