Wolfenbüttel. In einem offenen Brief wendet sich die MS-Selbsthilfegruppe Wolfenbüttel an die Bevölkerung. Darin beklagt die Gruppe, dass sie seit Monaten nicht mehr zusammentreten könnte, obwohl für viele Betroffene gerade diese Treffen Halt im Leben mit der Krankheit geben würden. Als Risikogruppe hätten die Erkrankten Verständnis für die Maßnahmen, allerdings nicht für die Leichtsinnigkeit derer, die die Regeln missachteten. Denn, so die Selbsthilfegruppe, diese Gleichgültigkeit könne Leben kosten. Wir veröffentlichen den Brief im folgenden unverändert und unkommentiert.
Wir, die Mitglieder der MS Selbsthilfegruppe Wolfenbüttel, sind von der Corona-Pandemie ebenfalls sehr betroffen. Nicht nur, weil wir zu der Risikogruppe gehören, sondern auch, dass unsere monatlichen Treffen in der Lindenhalle wegen der Coronakrise nicht mehr stattfinden können.
Unsere Treffen sind immer ein wichtiger Meilenstein beim Austausch untereinander, der uns gegenseitig stärkt und mehr Halt bei unserer Krankheit verleiht.
Wir haben alle Verständnis für die getroffenen Vorsichtmaßnahmen, Mindestabstand, Mund-Nasen-Schutz und Reduzierung von Kontakten.
Aber wir klagen an, dass unsere schon schwierige Lebenssitution durch uneinsichtige, leichtsinnige und verantwortungslose Menschen gefährdet wird.
Dagegen gibt es nur zwei wichtige Thesen:
VERSTÄNDNIS HILFT!
GLEICHGÜLTIGKEIT TÖTET!
Bitte, helfen Sie uns durch ihr verantwortliches Handeln und ihre Solidarität.

