Wolfenbüttel. Die bundesweite Hörtour der Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) macht am 29. September von 10 bis 18 Uhr am Holzmarkt 17 in Wolfenbüttel Station. Hierbei stehen Hörtests und Hörvorsorge im Mittelpunkt. Das kostenlose Hörtest- und Informationsangebot hat sich in den letzten Jahren bestens bewährt und trifft auf eine enorme Nachfrage, denn Hörminderungen seien weiter verbreitet als vielfach angenommen, heißt es in einem Bericht der FGH.
Die Ergebnisse der letztjährigen FGH Hörtour zeigen deutlich, wie wichtig Aufklärung und Vorsorge in Sachen gutes Hören sind: Insgesamt nutzten mehr als 25.000 Interessierte das kostenlose Hörtest-Angebot in den FGH Hörmobilen, heißt es von der FGH. Unter den teilnehmenden Jugendlichen unter 20 Jahren seien bereits bei 9 Prozent leichte bis mittlere Hörminderungen festgestellt worden. Von den Erwachsenen von 21 bis 40 Jahren sollen 23 Prozent nicht mehr einwandfrei hören. Mit zunehmendem Lebensalter sei die Tendenz weiter steigend: In der Altersgruppe der 41 bis 60-Jährigen nehme der Anteil der Hörminderungen signifikant auf 55 Prozent zu. Mit über sechzig Jahren seien 84 Prozent von Einschränkungen des Gehörs betroffen, so der FGH.
Kostenloser Hörtest
Das mit einer Testkabine ausgestattete Hörmobil bietet den Besucherinnen und Besuchern am Holzmarkt 17 neben den kostenlosen Hörtests auch qualifizierte Beratungen und Informationen über den Hörsinn, Vorsorgemaßnahmen und das Hören mit modernen Hörgeräten. Die fachkundige Begleitung führen die Partnerakustiker von Böckhoff Hörgeräte zusammen mit dem FGH Team durch. Damit ist auch, falls notwendig, für die spätere professionelle Versorgung möglicher Hörminderungen gesorgt. „Die häufigsten Ursachen für Hörminderungen liegen in den heutigen Lebensgewohnheiten“, sagt Christian Hastedt von der Fördergemeinschaft Gutes Hören. „Ob am Arbeitsplatz oder in der Freizeit, unser Gehör ist einer ständigen Beschallung ausgesetzt, die über kurz oder lang zu Verschleißerscheinungen führt. Gerade angesichts der demografischen Entwicklung – immer mehr Menschen werden immer älter – ergibt sich auf dem Gebiet der Hör-Vorsorge ein großer Handlungsbedarf: Aufklärung und regelmäßige Überprüfungen des Hörvermögens sind dringend notwendig, um die Qualität des Sinnesorgans Ohr zur Kommunikationsfähigkeit und Lebensqualität bis ins hohe Alter zu erhalten.“
Vorsorge statt Nachsorge
Immer noch lassen viele Menschen ihr Gehör erst dann überprüfen, wenn sie von anderen auf ihr schlechtes Verstehen hingewiesen werden, oder wenn sie selbst Einschränkungen im Alltag feststellen. Das ist nach einstimmiger Expertenmeinung viel zu spät, denn die sogenannte Hörentwöhnung sollte gar nicht erst eintreten. Frühzeitig erkannte Hörminderungen könnten durch die moderne Hörakustik effektiv ausgeglichen werden. Die gewohnte Lebensqualität bleibe so erhalten.

