Wolfenbüttel. Am vergangenen Samstag wurde die Ortswehr Wolfenbüttel, 2. Gruppe des 3. Zuges, gegen 15 Uhr zu einem vermeintlichen Kleinbrand in einer Kfz-Werkstatt beim Autohaus Wolfenbüttel alarmiert. Was zunächst nach einem überschaubaren Einsatz klang, entwickelte sich im Verlauf der Übung zu einer anspruchsvollen Einsatzlage: Die gesamte Werkstatt stand in Flammen, drei Personen galten als vermisst und zusätzlich befand sich ein Elektrofahrzeug unmittelbar im Gefahrenbereich, wie die Feuerwehr in einer Pressemitteilung berichtet.
Nach dem Eintreffen des Brandmeisters vom Dienst (BvD) an der angenommenen Einsatzstelle zeigte sich schnell, dass die Lage deutlich ernster war als zunächst gemeldet. Statt eines begrenzten Brandes musste die gesamte Werkstatt als Brandbereich betrachtet werden. Darum wurden sofort weitere Kräfte aus der Feuerwache nachgefordert. Diese verbrachten dort einen Übungstag und konnten somit schnellstmöglich ausrücken. Besonders die drei vermissten Personen stellten die Einsatzkräfte vor eine große Herausforderung. Neben der Brandbekämpfung rückte damit die Menschenrettung in den Mittelpunkt. Um unter den simulierten Bedingungen sicher arbeiten zu können, gingen zwei Atemschutztrupps in den Einsatz. Ausgerüstet mit Atemschutzgeräten und zwei C-Rohren konzentrierten sich die Kräfte zunächst auf die Menschenrettung und im Anschluss dann auf die Brandbekämpfung im Gefahrenbereich.
Elektroauto sorgt für zusätzliche Herausforderung
Eine weitere Besonderheit der Übung war ein Elektroauto, das sich unmittelbar im betroffenen Bereich befand. Damit mussten die Einsatzkräfte neben der angenommenen Brandausbreitung auch die besonderen Gefahren berücksichtigen, die von einem beschädigten oder durch Hitze beeinträchtigten Hochvoltfahrzeug ausgehen können. Gerade bei solchen Einsatzlagen seien eine sorgfältige Lagebeurteilung und ein abgestimmtes Vorgehen entscheidend. Die Übung habe den Feuerwehrleuten die Möglichkeit geboten, diese Herausforderungen unter möglichst realitätsnahen Bedingungen zu trainieren.

Die Übung machte deutlich, wie schnell sich eine zunächst unscheinbare Schadensmeldung zu einer komplexen Einsatzlage entwickeln kann. Foto: Feuerwehr Wolfenbüttel
Teamarbeit unter Druck
Die Übung habe deutlich gemacht, wie schnell sich eine zunächst unscheinbare Schadensmeldung zu einer komplexen Einsatzlage entwickeln kann. Brandbekämpfung, die Suche nach vermissten Personen und die zusätzliche Gefährdung durch ein Elektrofahrzeug verlangten den Beteiligten ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Zusammenarbeit ab. Für die Gruppe 2 des 3. Zuges stand dabei vor allem das Zusammenspiel der Einsatzkräfte im Vordergrund. Regelmäßige Übungen dieser Art helfen, Abläufe zu festigen, die Kommunikation zu verbessern und auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, so die Feuerwehr abschließend.

