Wolfenbüttel. Die Ausgaben zur Stilllegung der Schachtanlage Asse haben im Jahr 2014 für den Erhalt von über 1.700 Arbeitsplätzen deutschlandweit gesorgt. Das geht aus einem Bericht des Bundesamtes für Strahlenschutz hervor. Diese Zahl geht aus einem aktuellen Wirtschaftsgutachten hervor, das Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, sowie Hans-Albert Lennartz, Kaufmännischer Geschäftsführer der Asse-GmbH, vorstellten.
Die 1.700 Arbeitsplätze umfassen sowohl direkt bei der Asse-GmbH Beschäftigte als auch Stellen, die benötigt werden, um alle nachgefragten Dienstleistungen und Güter im Rahmen des Umweltprojektes zu erbringen. „Im Vordergrund bei den Ausgaben der öffentlichen Hand zur Stilllegung der Asse steht zu Recht die Sicherheit der Menschen in der Region. Parallel eröffnen sich damit in einer strukturschwachen Region aber auch neue Möglichkeiten und Perspektiven“, sagt Wolfram König. Als Vertreter des Gesellschafters habe er die Asse-GmbH gebeten zu untersuchen, wie sich die Ausgaben auf die wirtschaftliche Situation auswirken. Das Gutachten erstellte das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung (NIW).
Positive wirtschaftliche Effekte
Mit wachsenden Aufgaben sollen sich die Kosten im Projekt Asse von etwa 63 Millionen Euro im Jahr 2009 auf rund 117 Millionen Euro im Jahr 2015 fast verdoppelt, heißt es in dem Bericht. Damit sei auch die Zahl der unmittelbar bei der Asse-GmbH Beschäftigten von 251 im Jahr 2009 auf aktuell 460 Mitarbeiter gestiegen. „Die meisten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, also zwei Drittel, wohnen zudem innerhalb der untersuchten Region und sorgen durch Konsumausgaben für weitere positive, wirtschaftliche Effekte“, sagt Hans-Albert Lennartz. Die untersuchte Region umfasst die Landkreise Wolfenbüttel, Peine, Gifhorn, Helmstedt und Goslar. Die Gutachter schätzen, dass Ausgaben der Mitarbeiter sowie nachgefragte Dienstleistungen und Güter der Asse-GmbH allein hier im Jahr 2014 zwischen 540 und 570 Stellen finanziert haben. „Mit Blick auf künftige Großprojekte wird es weiterhin einen wachsenden Bedarf an Mitarbeitern und technischen Spezialanforderungen geben“, ergänzt Wolfram König und verweist vor allem auf den Bau des geplanten Bergungsschachtes. Dies werde die wirtschaftliche Attraktivität steigern. Hinzu kommen drei Millionen Euro jährlich, die der Bund zur regionalen Förderung in die 2015 gegründete Stiftung Zukunftsfonds Asse einzahlt. „Dass das Parlament langfristig Millionenbeträge bewilligt, sollte nicht als Selbstverständlichkeit gesehen werden“, so Wolfram König. Aber Ausgaben werden eher bewilligt, wenn sie nicht nur als Belastungen sondern auch als Investitionen gesehen werden, heißt es in dem Bericht.
Das Gutachten ist auf der Homepage zu finden.

