DRK entwickelt Konzepte für die Flüchtlingshilfe


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Wolfenbüttel. Sprachförderung, Starterpakete, Besuchsdienste – das Deutsche Rote Kreuz Wolfenbüttel hat eine ganze Reihe an Projekten auf den Weg gebracht, um Flüchtlinge zu unterstützen. Etwa 700 Menschen fanden bislang im Landkreis Wolfenbüttel Zuflucht, rund 500 weitere werden bis spätestens Ende September erwartet. Der DRK-Arbeitskreis "Flüchtlingshilfe" tauschte sich bei seinem jüngsten Treffen über die Projekte aus, die der DRK-Kreisverband koordiniert.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft – ihr gehören der DRK-Kreisverband und seine 27 Ortsvereine an – beschlossen etwa die so wichtigen Sprachförderkurse. "Ohne Sprachkenntnisse ist eine Integration unmöglich, und alle weiteren Hilfsangebote sind schwer zu vermitteln", erklärt Andreas Ring, Vorstand des DRK. Die Lehrgänge sind bereits in Remlingen und Schladen angelaufen. Im Mai wird das DRK weitere Förderkurse in Börßum, Sehlde und Steinlah anbieten weitere zehn Kurse befinden sich in Vorbereitung.

Außerdem will die Hilfsorganisation gespendete Fahrräder im gesamten Landkreis bereitstellen. Die Drahtesel werden zuvor zentral durch Ehrenamtliche auf ihre Verkehrssicherheit hin überprüft. Die Gemeinden und die Ortsvereine übergeben die Fahrräder dann an die Flüchtlinge. "Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie sinnvoll eine kreisweite Organisation von Projekten ist", erklärt Frederica Eichler, Flüchtlingshilfe-Koordinatorin im DRK. "Keinem ist geholfen, wenn sich beispielsweise in Baddeckenstedt Fahrräder stapeln, in Schladen-Werla der Bedarf aber nicht gedeckt werden kann."

An einem ähnlichen Konzept arbeitet das Rote Kreuz auch bei den Starterpaketen. Bisher stattet jede Gemeinde die ankommenden Flüchtlinge nach eigenen Plänen aus. Künftig sollen Haushaltswäsche aus der Kleiderkammer, von Unternehmen gespendete Waren und andere Artikel zentral zusammengestellt werden. Diese Pakete können die Gemeinden dann anfordern.

Flüchtlingen mangelt es häufig an Beschäftigung. Darum hat das DRK "Interkulturelle Gärten" ins Leben gerufen. "Hier finden Flüchtlinge körperliche Betätigung und kommen nebenbei mit den einheimischen Bewohnern in Kontakt", ist sich Frederica Eichler sicher. Es habe bereits positive Gespräche mit Kleingartenvereinen gegeben.

Um neue und alte Gemeindebewohner in Kontakt zu bringen, will die Flüchtlingshilfe zudem pro Samt- beziehungsweise Einheitsgemeinde ein "Fest der Begegnung" veranstalten. "Diese dienen auch der Aufklärung in der Bevölkerung", sagt Eichler. "Denn so wird eine Begegnung in ungezwungener Atmosphäre möglich und zeigt, dass wir alle ganz normale Menschen sind."

Bevor es so weit ist, ist Feingefühl gefragt. Denn viele Flüchtlinge sind von ihren Erlebnissen traumatisiert. Deshalb wurden in einigen Ortschaften Besuchsdienste eingerichtet. Regelmäßig besuchen Mitglieder der DRK-Ortsvereine Flüchtlinge und ihre Familien. "Sie schauen in den Wohnungen nach dem Rechten, geben aber auch wertvolle Tipps für den Alltag", berichtet DRK-Vorstand Andreas Ring und fügt hinzu: "Wir stimmen alle Maßnahmen mit unseren Kooperationspartnern ab, den Gemeinden vor Ort."


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