DRK-Kreisverband Wolfenbüttel: "Alle reden von Inklusion - wir sind auf einem guten Weg"


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Ehrungen standen im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung des DRK-Kreisverbandes Wolfenbüttel am heutigen Samstag.

[image=5e1764b6785549ede64ccb15]Neben hauptamtlichen Mitarbeitern des Rettungsdienstes, die teils mehr als 30 Jahre dabei sind (Kreisvorstand Andreas Ring: „Mitarbeiter der ersten Stunde“), wurde Jutta Weiss ausgezeichnet. Die Frau aus Isingerode ist seit 1960 aktives DRK-Mitglied und leitete viele Jahre den dortigen Ortsverein. Fast 20 Jahre lang war sie Kreisbereitschaftsführerin und Leiterin des Jugendrotkreuzes, dessen Gruppe in Isingerode sie gründete. „Neben der Jugendarbeit widmet sie einen großen Teil ihrer Freizeit der Seniorenarbeit im DRK“, hob DRK-Präsidiumsmitglied Fridbert Schwarz in seiner Laudatio hervor.

Doch auch das DRK selbst wurde gelobt. Marcus Bosse, Landtagsabgeordneterr der SPD, dankte für das große Engagement des Kreisverbandes, „und für das immer da sein“, wenn es Probleme gebe. Vom Dienst beim Schöppenstedter Stadtfest über die Blutspende bis hin zur Umwidmung des ehemals militärischen Geländes am Exer zur einer Stätte für Fortbildung und Integration – immer sei Verlass auf das DRK. „Das ist nicht selbstverständlich.“

Und Björn Försterling, Landtagsabgeordneter der FDP, unterstützte seinen Kreistagskollegen mit dem Hinweis: „Dieses Lob tragen alle politischen Parteien im Kreis.“ Das DRK diene dem Wohle der Allgemeinheit, indem es Probleme erkenne und konsequent zu lösen versuche. „Dabei ist die Organisation vom Kreisverband bis in die Ortsvereine fest in unserer Gesellschaft verwurzelt.“

Landrat Jörg Röhmann schließlich versprach, der Kreis werde dem DRK auch künftig gerne helfen. „Denn hier oben am Exer ist eine Menge in Bewegung.“ Die Tafeln und sozialen Schulkantinen des DRK hätten ein soziales Problem entschärft. Das ITZ habe den  ehemaligen Hangar in eine sinnvolle Aufgabe überführt. Und auch der Rettungsdienst sei ein starkes Angebot des DRK. „Seit Jahren fordert man uns auf, die Aufgabe Rettungsdienst auszuschreiben – ich sehe darin überhaupt keinen Sinn, denn wir sind gut versorgt.“

Das freute den Kreispräsidenten Horst Kiehne und Vorstand Andreas Ring sichtlich. Zumal beide im Anschluss einen erfreulichen Geschäftsbericht vorlegen konnten. „Seit seiner Gründung 2009 hat sich das Integrations- und Therapiezentrum ITZ immer weiter entwickelt und ist zu einem Hauptgeschäftsfeld geworden“, sagte Ring. Die UN-Resolution für Menschen mit Behinderung sei noch lange nicht umgesetzt im Lande. „Alle reden von Inklusion, aber nur wenige handeln.“ Mit dem ITZ sei das Rote Kreuz auf einem guten Weg.

Kritische Worte fand Ring in Bezug auf die Zukunftsfabrik (ZF) am Exer. „Mit unserem Partner Diakonie hat man uns vor Jahren aufgefordert, 500 Plätze für die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen einzurichten“, erinnerte er. Mittlerweile habe die Bundesagentur für Arbeit wiederholt Sparwellen durch das Land geschickt. „Inzwischen bedroht die knappe Finanzlage den Bestand der ZF.“

Es sei völlig unverständlich, warum auf diese Weise Strukturen zerschlagen würden, die mit Engagement und großen finanziellen Mitteln geschaffen wurden. Und mit Blick auf die unentbehrlichen Tafeln in Wolfenbüttel und Schladen meinte Ring: „Präsidium und Vorstand des Kreisverbandes können sich nicht vorstellen, sich aus dieser gesellschaftlich wichtigen Aufgabe einfach wieder zurück zu ziehen.“


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