Erinnern in Wolfenbüttel


Der Kulturstadt Wolfenbüttel e.V. lädt zu zwei Veranstaltungen, die die Erinnerungskultur stärken sollen. Hier: Friedhof St. Trinitatis , Museum Schloss Wolfenbüttel Foto: Privat
Der Kulturstadt Wolfenbüttel e.V. lädt zu zwei Veranstaltungen, die die Erinnerungskultur stärken sollen. Hier: Friedhof St. Trinitatis , Museum Schloss Wolfenbüttel Foto: Privat | Foto: Privat

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Wolfenbüttel. Um die Erinnerungskultur in Wolfenbüttel zu verstärken lädt der Kulturstadt Wolfenbüttel e.V. zu zwei Terminen. Am 24. September wird die Arbeitsgruppe Stadtgeschichte um 19.30 Uhr im Museum Schloss Wolfenbütteler Biographien vorstellen und am 26. September um 15.30 Uhr wird ein fast vergessenes Wolfenbütteler Denkmal an der Oker erkundet.

Erinnerungskultur, das ist der Umgang des Einzelnen und der Gesellschaft mit der Vergangenheit. Wie behält man Geschehenes im Bewusstsein und vergegenwärtigt Vergangenes? Das ist die grundsätzliche Frage, der im „Wol- fenbütteler Jahr der Erinnerungskultur“ nachgegangen wird, so Dr. Sandra Donner vom Museum Schloss. Folge man den ersten Erklärungsversuchen des Begriffes „Denkmal“, so gilt Martin Luther als Vater des Denkmalbegriffs. „Denckmal“ war in seiner Bibelübersetzung gleichbedeutend mit dem Begriff der Gedächtnisstütze, erklärt Donner. Auch in Wolfenbüttel sind diese „baulichen Gedächtnisstützen“ zu finden, die uns an Vergangenes erinnern sollen und unser Gedenken leiten.

 Denkmal Dürkop, Foto G. Drewes.
Denkmal Dürkop, Foto G. Drewes. Foto:



Die Erinnerung einer Stadt seien ganz besonders die Menschen, die ihre Zeit ausmachten und prägten, so Donner. Heute seien viele Biographien Wolfenbütteler Handwerker, Gärtner oder Gelehrter vergessen oder in den Archiven begraben. Die Arbeitsgruppe Geschichte will einigen dieser Lebensgeschichten nachgehen und wieder in Erinnerung rufen. Zur Vorstellung dieses Projektes, das mit der Erarbeitung und Darstellung von Wolfenbütteler Biographien auch einen Beitrag zum zukünftigen Stadtmuseum in der Jahnturnhalle leisten wolle, präsentiert die Arbeitsgruppe Stadtgeschichte des Kulturstadtvereins erste Ergebnisse. Am Donnerstag, 24. September, 19.30 Uhr sollen die ersten Wolfenbütteler Biographien in einem Arbeitsgespräch sozusagen direkt aus der „Werkstatt“ vorgestellt werden. Ort der Präsentation ist das Obere Foyer im Museum Schloss Wolfenbüttel.

Am folgenden Samstag, 26. September, besteht um 15.30 Uhr die Möglichkeit, ein fast vergessenes Denkmal Wolfenbüttels zu erkunden. An der Oker, zwischen Kläranlage und Schäferbrücke zehn Meter vom Ufer entfernt, befindet sich ein obeliskenenförmiger Stein mit Inschrift und Lorbeerkranz. Der Geschichte dieses Denkmals und des Mannes, der hier am 19. Mai 1879 verunglückte, soll vor Ort „nachgegangen“ werden. Treffpunkt ist Am Kälberanger, vor dem blauen Straßenschild "Zufahrt Am Kälberanger 39". Es wird darauf hingewiesen, festes Schuhwerk anzuziehen. Der Eintritt frei.